Wunstorfer Auepost
[Anzeige]

Wunstorfer Vion-Gelände: „Oststadtbogen“ statt „Neue Mitte“

02.04.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 6

Aus dem früheren Vion-Gelände soll nun das „Quartier Oststadtbogen“ werden: Die Quartiersentwicklung auf der Industriegeländebrache steht vor einem Neustart. Stadt und Investor arbeiten nun wieder zusammen für ein „grünes Vorzeigequartier im Herzen der Stadt mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Gemeinschaft“.

02.04.2026
Redaktion
2 Min.
Das alte Viongelände (Archiv) | Foto: Schneider

Wunstorf (red). Nach fast zwei Jahren des Stillstands nimmt die Quartiersentwicklung auf dem ehemaligen Vion-Areal wieder Fahrt auf. Die Stadt Wunstorf und der Projektentwickler Deutsche Siedlungsbau freuen sich, den Startschuss für die Fortführung des Projekts bekanntgeben zu können.

Dafür wurde das bestehende Konzept, über dem man sich in den vergangenen Jahren zerstritten hatte, mit dem Ziel überarbeitet, die Zukunft des Areals als nachhaltiges, fossilfreies und ökologisches Vorzeigequartier zu sichern.

Knackpunkt Schallschutz wird neu gedacht

Der neue Entwurf kombiniert die wesentlichen und bewährten Elemente des ursprünglichen Masterplans mit einer intelligenten architektonischen Lösung: Entlang der Bahngleise ist eine schallschützende Bebauung vorgesehen, die das Areal effektiv vom Lärm der Gleise abschirmt. Auf dieser Basis sollen zwischen 350 und 400 neue Wohneinheiten in einem „gesunden, marktgerechten Mix“ entstehen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Geplant sind Mehrfamilienhäuser mit 3- und 4-Zimmer-Wohnungen, kleinere 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen sowie Reihenhäuser und Townhouses in verschiedenen Ausführungen.

Naturnaher Quartierspark statt grüne Halde

Nachhaltigkeit und ein Höchstmaß an Lebensqualität stehen im Zentrum der neuen Planungen. Das Quartier soll von viel Grün und einem naturnahen Quartierspark geprägt sein, der sich tief in das Wohngebiet hineinzieht und allen Anwohnern sowie den Wunstorfer Bürgerinnen und Bürgern wertvolle Erholungsflächen bietet. Ergänzt werden soll die umwelt- und ressourcenschonende Entwicklung durch eine nachhaltige Energieversorgung des autoarm konzipierten Quartiers, unter anderem durch Wärmepumpen und den Einsatz von Photovoltaikanlagen auf Dächern und teilweise an Lärmschutzwänden. Die Anbindung an ein Nahwärmenetz wird geprüft.

Verworfen: Die alten Pläne hatten zum offenen Streit zwischen Investor und Stadtverwaltung geführt | Quelle: Stadt Wunstorf/Octagon Architekturkollektiv mit Station C23, Leipzig

Ein weiterer Schwerpunkt soll auf der Schaffung einer lebendigen Nachbarschaft und einer starken sozialen Infrastruktur liegen. So ist der Bau einer neuen Kindertagesstätte angedacht, die das Quartier besonders attraktiv für Familien macht. Als Schnittstelle zur übrigen Oststadt soll ein zentraler Quartiersplatz fungieren, an dem beispielsweise eine Bäckerei mit Café und weitere Gastronomieangebote entstehen könnten.

Hiss bleibt im Spiel

Begleitet wird dieser konzeptionelle Neustart von einer grundlegenden Neuaufstellung auf gesellschaftsrechtlicher Ebene. Das Großprojekt wird fortan von neuen Eigentümern geführt. Die Verantwortlichen betonen ausdrücklich, dass in dieser neuen Konstellation keinerlei Verbindungen mehr zum inzwischen insolventen DEGAG-Konzern bestehen.

Um die operative Umsetzung des Projekts zügig voranzutreiben, haben die neuen Eigentümer Björn Hiss – zugleich Geschäftsführer der Deutsche Siedlungsbau GmbH – erneut zum Geschäftsführer für die Projektumsetzung berufen.

Björn Hiss führt Lokalpolitiker und Projektinteressierte über das Gelände (Archiv) | Foto: Schneider

Stadt und Projektentwickler zeigen sich erfreut über den erzielten Durchbruch und sind sich einig, dass es „eine großartige Nachricht für Wunstorf, dass auf der ehemaligen Industriebrache nun mit frischer Energie, innovativen Ideen und vereinten Kräften ein zukunftsorientierter, grüner und dringend benötigter Wohnraum geschaffen wird“, sei.

Beratungen im Ortsrat und Bauausschuss folgen

Die aktuelle Planung wird am 15. April im Ortsrat Wunstorf öffentlich beraten. Dieser tagt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Der Investor wird bei der ebenfalls öffentlichen Beratung im Bauausschuss am 23. April persönlich anwesend sein.

siehe auch: Lost Places in Wunstorf – Das alte Langnese-Iglo/Vion-Werk
Aufrufe: 2536
[Anzeigen]








[Anzeigen]
Auepost wird unterstützt von:

Kommentare


  • Robert sagt:

    „sowie Reihenhäuser und Townhouses“

    Vor ein paar hundert Jahren musste alles französisch sein, jetzt wird nur noch mit englischen Begriffen um sich geworfen.

    Ab so hört sich das ja ganz positiv an. Hoffentlich wird das jetzt endlich etwas!

    • Anonym sagt:

      @Robert:
      In Stuttgart kündigte mir mal ein Taxifahrer an, dass er an einer Ampel wenden werde mit den Worten:
      „Da vorne muss ich erstmal einen U-Turn machen!“ Großartig.

      Ich lehne Anglizismen komplett ab – no way!

      Last but not least (zu guter Letzt)
      ​Das macht Sinn (that makes sense)
      ​Am Ende des Tages (at the end of the day)
      ​Bottom-up (von unten nach oben)
      ​Know-how (Fachwissen)
      ​State-of-the-Art (Höchstmodern)

      Allgemein
      Baby, Boss, Cool, Job, Killer-App, Sandwich, Shop, Show, Team, Weekend

      Wirtschaft/Marketing
      Benchmark, Black Friday, Blue-Chip, Brainstorming, Businessplan, Callcenter, Coaching, Deadline, Download, Event, Feedback, Flatrate, Handout, Know-how, Meeting, Networking, Pitch, Rollout, Storytelling, Workshop

      Technik/IT
      App, Backup, Browser, Chat, Cloud, Cookie, Dashboard, Firewall, Hack, Hardware, Internet, Link, Login, Mouse, Netzwerk, Password, Pixel, Software, Update, Upload, Virus, Webcam, Website

      Sport/Freizeit
      Fitness, Fitnessstudio, Gym, Jogging, Oldtimer, Oldie, Outdoor, Rallye, Skiurlaub, Skater, Snowboard, Trainer

  • Pia sagt:

    „Neue Mitte“ war offenbar nicht mehr haltbar, seit die verkehrliche Realität dazwischenkam. Wenn man ein Gebiet für Autos praktisch abhängt, ist „Mitte“ eben schwer zu verkaufen. „Oststadtbogen“ klingt deshalb vor allem nach sprachlicher Schadensbegrenzung für eine Lage, die man auch ehrlicher als Industriesackgasse hinter der Bahnlinie beschreiben könnte.

    Auch der Rest liest sich wie die übliche Prosasammlung aus dem Baukasten der Projektvermarktung: grünes Vorzeigequartier, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, soziale Infrastruktur, naturnaher Quartierspark, fossilfrei, ökologisch. Klingt alles wunderbar, nur bleibt die entscheidende Frage: Was davon ist später wirklich belastbar und was ist nur dekorative Worttapete?

    Da ist von Wärmepumpen, Photovoltaik und sogar einem möglichen Nahwärmenetz die Rede. Ja schön – aber wo soll diese Nahwärme hier konkret herkommen? Aus dem Wunschzettel? Aus Stöcken? Oder wird erst einmal groß von nachhaltiger Energieversorgung gesprochen und die technische Basis später irgendwie hinterhererfunden?

    Dann die Vision vom Quartiersplatz mit Bäckerei, Café und weiterer Gastronomie. Das passt wunderbar in jede Hochglanzpräsentation. Nur lebt die Wirklichkeit leider nicht in der Präsentation, sondern in den Preisen. Wenn schon normale Innenstadtlagen für Gastronomie und Bäcker kein Selbstläufer mehr sind, darf man die Frage stellen, für wen dieses neue Wohlfühlquartier eigentlich gedacht ist: für normale Wunstorfer oder für eine kleine Insel gehobener Selbstdarstellung.

    Auch die angekündigte „starke soziale Infrastruktur“ bleibt zunächst ein erstaunlich dehnbarer Begriff. Eine angedachte Kita ist nett, aber noch keine soziale Infrastruktur im großen Stil. Und ein Park, in den dann gleich alle Wunstorfer zur Erholung strömen sollen, klingt ebenfalls großspuriger als das, was man bislang konkret sieht.

    Unterm Strich wirkt das Ganze weniger wie eine klare, belastbare Stadtentwicklung als wie eine Mischung aus Umbenennung, Marketing und grün aufpolierter Investorenrhetorik. Erst hieß es „Neue Mitte“, jetzt heißt es „Oststadtbogen“. Vielleicht sollte man einfach dabei bleiben, was es tatsächlich ist: ein schwierig anzubindendes Quartier an der Bahn, das man mit möglichst viel Wohlklang verkaufen will.

    Weniger Schlagworte wären hier ein Fortschritt. Mehr Ehrlichkeit über Lage, Erreichbarkeit, technische Versorgung und Zielgruppe auch.

    • Alles weg sagt:

      „vom Quartiersplatz mit Bäckerei, Café und weiterer Gastronomie“

      Wie gut so etwas klappt, sieht man ja etwas weiter am Anfang von Blumenau.
      – Der Bäcker ist weg
      – Der Schlachter ist weg
      – Der Einkaufsladen ist weg
      – Die Apotheke ist weg

  • Kevin sagt:

    Besteht denn eigentlich noch Bedarf an Kitaplätzen? Mein Eindruck war zuletzt, dass der Bedarf gedeckt ist.

    Wie wäre es stattdessen mit einem Jugendtreff oder einem Abenteuerspielplatz mit Außengastronomie?

    Freue mich schon auf nähere Details in der Auepost.

  • frd sagt:

    Viel Gerede, wenig Inhalt. PV ist bei Neubauten Pflicht, Gasheizungen können nicht mehr vermarktet werden.., Alles Vloskeln ohne Taten. Das Ding liegt an einer Güterbahnlinie die Lärm und Gestank der Bremsen verursacht. Innerhalb kurzer Zeit wird der Park vermüllt sein, wie oft im Rest der Stadt, und überall hänge die Leute ab weil es für Jugendliche keine Beschäfttigungsmöglichkeiten gibt. Baut eien Skatebahn etc wie im Süden, hierbsieht mann was gebraucht wird um die Jugendlichen vom Handy zu locken. Bloß keine dunklen Ecken und Plätze zum Drogenverkauf.

    Sorgt für bezahlbaren Wohnraum damit es nicht in einer Baubrache endet. Es kann nicht sein das eien 84m2 Bude 400.000 Euro kostet und ich das gerede der Nachbarn durch die Wände höre und nach 5 Jahren der Regen durchs Flachdach kommt.

    Ich ahne ein nächstes chaos, gebe aber die Hoffnung nicht auch….

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    [Anzeige]
    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779946
    info@auepost.de

    [Anzeigen]

    Artikelarchiv

    Auepost auf …