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Zerstörter Geldautomat in Kolenfeld wird nicht ersetzt

14.07.2021 • Daniel Schneider • Aufrufe: 954

Der im Mai zerstörte Geldautomat der Stadtsparkasse in Kolenfeld wird nicht ersetzt werden. Noch besteht aber Hoffnung, dass die Ortschaft, die nun seit fast genau zwei Monaten ohne Geldautomat ist, die Bargeldversorgung nicht endgültig verliert.

14.07.2021
Daniel Schneider
Aufrufe: 954
Kubus-Geldautomat
Ein Geldautomat der Stadtsparkasse (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Kolenfeld (ds/red). Ein neuer Geldautomat der Stadtsparkasse in Kolenfeld: Kommt er oder kommt er nicht? Das ist die Frage, die Politik und Einwohner in Wunstorfs fünftgrößtem Stadtteil derzeit beschäftigt. Die Politik bemüht sich, die Stadtsparkasse bemüht sich – doch sicher ist zunächst nur, dass es am bisherigen Standort, der ehemaligen Filiale und zuletzt noch SB-Punkt – nicht mehr weitergehen wird. Ersatz für den Automaten, den Kriminelle im Mai zerstört hatten, wird es nicht geben, denn die Räumlichkeiten werden künftig nicht mehr für Bankdienstleistungen genutzt.

Alternative Standorte in Betracht gezogen

Auf eine Aussage, ob der Standort auch aufgegeben worden wäre, wenn der Geldautomat im Mai nicht Ziel eines rabiaten Automatenbetrugs geworden wäre, wollte sich Stadtsparkassenvorstand Frank Wiebking im Gespräch mit der Auepost nicht einlassen. Es seien mehrere Dinge zusammengekommen, die zur jetzigen Entscheidung geführt hätten. Denkbar wäre jedoch ein Automat an einem alternativen Standort. Die Rahmenbedingungen müssen jedoch passen, das machte Wiebking mit Hinweis auf den Strukturwandel deutlich.

Die Strukturdaten hat man bei der Stadtsparkasse genau im Blick, und die sahen für Kolenfeld bezogen auf die Geldautomatennutzung offenbar nicht allzu gut aus, jedenfalls nicht am Mühlenweg. Die Stadtsparkasse agiert wie jedes andere Unternehmen nach wirtschaftlichen Erwägungen – und Geldautomaten „verdienen“ nur Geld, wenn sie oft genutzt werden – und vor allem die Kunden von Fremdbanken Bargeld ziehen. Geringe Nachfrage bedeutet somit langfristig das Aus für einen Geldautomatenstandort.

SPD forderte Weiterbetrieb

Die SPD-Ratsfraktion und SPD-Bürgermeisterkandidat Carsten Piellusch unterstützten zuletzt die Forderung von Kolenfelds Ortsbürgermeister Karsten Grobe (SPD), den Geldautomaten wieder in Betrieb zu nehmen oder einen neuen Automaten zu installieren. „Wir brauchen in Kolenfeld eine Grundversorgung mit Dienstleistungen. Dazu gehört auch ein Geldautomat“, sagte Grobe.

Karsten Grobe
Ortsbürgermeister Grobe (Archiv) | Foto: privat

„Wir erwarten von der Stadtsparkasse, dass sie prüft, an welchen Standorten ein Geldautomat wieder eingerichtet werden kann“, bekräftigte Fraktionsvorsitzende Kirsten Riedel die Forderung des Ortsbürgermeisters. Gerade die Stadtsparkasse habe die Aufgabe, wohnortnahe und kundenfreundliche Angebote vorzuhalten. „Wir sind stolz darauf, dass wir eine eigene Sparkasse in Wunstorf haben, die noch dazu hervorragende Ergebnisse erzielt“, so Riedel. Dies müsse aber auch den Bürgern zugutekommen. SPD-Bürgermeisterkandidat Carsten Piellusch betonte, dass Angebote wie Geldautomaten nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten zu betrachten seien. „Es geht auch darum, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen ernst zu nehmen.“

Ich halte das nicht für ein Wahlkampfthema.

Frank Wiebking

Wiebking betonte hingegen die Unabhängigkeit der Stadtsparkasse von politischer Einflussnahme. „Ich halte das nicht für ein Wahlkampfthema“, so der Stadtsparkassendirektor zur Auepost. Es würden aber keine Standorte „aufgegeben“, sondern es werde permanent nach geeigneten Standorten für Geldautomaten gesucht. Auch Kolenfeld könne daher in Zukunft wieder einen Geldautomaten bekommen. Wie lange eine Suche und Entscheidung zu einem alternativen Standort dauern wird, kann die Stadtsparkasse aktuell nicht abschätzen.

von Daniel Schneider
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Kommentare


  • netzwerkertom@gmail.com sagt:

    Warum rüstet man nicht die Geldautomaten mit Farbpatronen aus, die bei unsachgemäßer Öffnung (Explosion) des Geldautomaten ihre Farbladung auf die Geldscheine mit Druck blasen und diese als „geklaut“ kennzeichnen? Damit wird eine Beschaffung von Bargeld auf diesem Weg unattraktiv. Befürchtet man dann eine Zunahme von Raubüberfällen?

    • Homberti sagt:

      Eine solche Modifikation kostet Geld! Und solange den Geld-Instituten kein nennenswerter Schaden entsteht, wird so etwas auch nicht gemacht. Erst wenn die Schäden von keiner Versicherung mehr beglichen werden UND die Vorstände weniger Boni bekommen wird sich VIELLEICHT etwas ändern. Vorher mit Sicherheit nicht.

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