Redaktion

Leser(innen)umfrage: Wie viel *innen soll die Auepost haben?

Genderwörter
Konsequentes Gendern | Graphik: Auepost

Ist es euch aufgefallen? Die Auepost erschien in der Märzausgabe komplett „durchgegendert“. Konsequent haben wir alle Vorkommen von weiblichen und männlichen Personenbezeichnungen ausgeschrieben – in der derzeit angesagten Kurzform mit Doppelunktschreibung. Statt Bürgern also Bürger:innen. Das war nicht nur ein einmaliges Zeichen anlässlich des internationalen Frauentages, sondern Teil eines größeren Experiments: Wie kann man als modernes Medium Gechlechtergerechtigkeit erreichen, ohne sich in Bandwurmsätzen und grammatischen Implosionen zu verlieren?

Wir haben nun erste Erfahrungen gemacht, wie es die Texte verändert und es sich dies im Redaktionsbetrieb abbilden lässt. Nicht ohne Nebenwirkungen, die man auch in der März-Auepost betrachten kann. Es gibt sowohl Pro- als auch Kontraargumente. Aber wir wollen auch eure Meinung hören: Wie fandet ihre diese Lösung? Sollen wir die nächsten Ausgaben weiterhin so gestalten? Eine andere Genderform wählen? Oder gar zurück zum Status quo?

- Anzeige -

5 Kommentare

  1. “Oder gar zurück zum Status quo?” => Selbstverständlich!! Es bleibt ja keine andere Möglichkeit (m.M.n.)! Das “gendern” bezieht sich ja nicht auf ALLE Geschlechter, sondern nur auf Männer und Frauen! Somit werden Genderfluid, Bigender, Demigirl und Demiboy, Agender, Neutrois, Cis und Trans* Personen diskriminiert!!
    Oder man macht noch ein paar mehr “Gendersternchen” und “Genderendungen” dazu. Geht auch. Richtiges Deutsch lernen die Kinder in den staatlichen Schulen sowieso nicht mehr. Und heutzutage ist ja “Haltung” wichtiger als Realität.

  2. Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten auch stets bemüht, das “Gender-Sternchen” zu verwenden, meine aber nach wie vor, dass diesem plakativen “Instrument” zur Verbesserung der Gleichberechtigung der Geschlechter kein wirklicher Nutzen entspringt. Denn: Wenn man(n)/frau sich ständig primär darum bemüht, bloß kein Gender-Sternchen zu vergessen, wird die inhaltliche Qualität des Textes dadurch keineswegs besser, und die Verständlichkeit muss zwar nicht, könnte aber durchaus leiden, wenn nämlich in einem Satz gleich mehrfach “gegendert” werden muss. Abgesehen davon wäre es ja einmal höchst interessant, eine Umfrage ausschließlich unter Frauen (!!!) zu starten, ob und wenn ja, wieviel Wert sie auf diese Symbolik der Gleichberechtigung legen. Viel wichtiger wäre es jedenfalls meiner Ansicht nach doch, die nach wie vor bestehenden beruflichen Nachteile im Einkommen der Frauen wirksam zu bekämpfen.
    Zwei Bitten bzw. Anmerkungen zum Schluss:
    1. Sollte es – leider – dabei bleiben, dass sich ausschließlich (männliche) Bewerber um die Nachfolge von Herrn Eberhardt als Bürgermeister bewerben, dann schreibt bitte auch konsequenterweise von einer Bürgermeisterwahl und nicht von einer Bürgermeister*innenwahl!
    2. Was leider immer wieder anzutreffen ist, ist das Wortungetüm “Mitglieder*innen” oder auch in der Anrede “liebe Mitgliederinnen und Mitglieder”. Leute, das Sunbstantiv ist “d a s Mitglied” und nicht der Mitglied bzw. die Mitgliederin! Wer dennoch solchen grammatischen Unfug von sich gibt, sollte lieber erst einmal die deutsche Sprache sicher beherrschen, bevor sie oder er übereifrig jedes personenbezogene Substantiv gendert! Ihr seid doch keine “Kind*innen” mehr!!

  3. Mitglieder,Mitgliederinnen? Ernsthaft?
    Liebes Mitglied … Ich sehe da nichts männliches,nichts weibliches dran,als einfach ein weiteres Glied in der Kette sozusagen….
    Das wird ja ne richtige Wissenschaft langsam, meines Erachtens echt schwachsinnig alles….

    1. Ja, leider ganz ernsthaft!!! Da ich in diversen Vereinen und anderen Organisationen “unterwegs” bin, habe ich eben diesen grammatischen Unsinn in den vergangenen Jahren – ohne mitgezählt zu haben – mindestens ein halbes Dutzend Mal (vermutlich eher noch öfter!) “live” miterleben müssen. Und das Schlimmste: es waren überwiegend Personen in Führungspositionen, die dabei unter Beweis gestellt haben, wie wenig sie der deutschen Sprache und Grammatik mächtig sind!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.