Der Schulhund

Friedlies trifft … Ella

Die Oststadtschule hat etwas Besonderes: einen Schulhund. Unsere Kolumnistin Friedlies Reschke wollte mehr wissen – und hat Hündin „Ella“ besucht …

Friedlies trifft Schulhund Ella

Seit eini­ger Zeit sehe ich regel­mä­ßig mor­gens einen Gol­den Retrie­ver in die Ost­stadt­schu­le gehen – da war mei­ne Neu­gier schnell geweckt. Viel­leicht könn­te ich ja mei­ne älte­re Fell­na­se auch in der Schu­le anmel­den? Schließ­lich ist man ja nie zu alt zum Ler­nen. An einem Nach­mit­tag habe ich dann gewar­tet, bis Ella aus der Schu­le kam. Mein Bel­len ist zwar nicht flie­ßend, aber wir kamen schnell ins Gespräch – und ihre Zwei­bei­ne­rin, Leh­re­rin Anne-Marie Kohl, bot sich als Dol­met­sche­rin an.

Ella ist die Ein­zi­ge auf vier Pfo­ten in der Schu­le und der offi­zi­el­le Schul­hund der Ost­stadt­schu­le. Sie hat sogar eine eige­ne Klas­se – die 3c. Auf die Welt kam Ella in Kolen­feld, ist also eine ech­te Wunstor­fe­rin. Ein­fach so kann jedoch nie­mand Schul­hund wer­den. Bevor Ella in die Schu­le durf­te, muss­te sie eine ein­jäh­ri­ge Aus­bil­dung abschlie­ßen. Bereits im Wel­pen­al­ter von 12 Wochen fing sie damit an. Nach sie­ben Wochen­end­mo­du­len hat­te sie die Abschluss­prü­fung mit Aus­zeich­nung bestan­den.

Friedlies trifft Schulhund Ella
Leh­re­rin Anne-Marie Kohl mit Schul­hund Ella und Zer­ti­fi­kat der bestan­de­nen Prü­fung. | Foto: pri­vat

Aus­ge­bil­det wur­de sie zusam­men mit zehn wei­te­ren Hun­den aus ganz Nord­deutsch­land in Luthe. „Die Aus­bil­dung hat sehr viel Spaß gemacht, aber eigent­lich konn­te ich alles schon. Denn ich bin sehr ruhig, neu­gie­rig, las­se mich gern strei­cheln … und Lärm macht mir nichts aus. Und natür­lich lie­be ich Kin­der“, berich­tet die 19-mona­ti­ge Hun­de­da­me. „Ohne die Kin­der hät­te ich viel weni­ger Spaß, und mein Leben wäre sinn­lo­ser.“

Alle Kinder lieben sie

Zwei­mal die Woche geht sie zusam­men mit Anne-Marie Kohl in die Schu­le. „Mit ihrer Hil­fe erhöht sich nicht nur die Moti­va­ti­on der Kin­der. Ellas Anwe­sen­heit ver­bes­sert auch die Lern­at­mo­sphä­re, för­dert die sozia­len Kom­pe­ten­zen der Kin­der und ihre Fähig­kei­ten, sich zu kon­zen­trie­ren“, berich­tet die Leh­re­rin. Sie hat ihren eige­nen Raum direkt neben dem Klas­sen­zim­mer. Kin­der kom­men in Ein­zel- oder Klein­grup­pen­för­der­stun­den zu ihr, dann wird geku­schelt und gespielt. Manch­mal lesen die Kin­der ihr auch Geschich­ten vor. Das liebt Ella.

Ich bin sehr ruhig, neu­gie­rig, las­se mich gern strei­cheln … und Lärm macht mir nichts aus“Ella

Und eine Stun­de am Tag liegt sie auch mit im Klas­sen­zim­mer. Die Kin­der sind dann immer ganz ruhig, denn alle wis­sen: Ella mag es lie­ber so. In der zwei­ten gro­ßen Pau­se geht es dann nach drau­ßen. Immer mit einem oder zwei Kin­dern – und Frau Kohl. „Die Kin­der freu­en sich immer, wenn sie mit mir spa­zie­ren gehen dür­fen, ich mer­ke dann, wie stolz sie sind“, erzählt die­se. Zum Geburts­tag dür­fen sich die Kin­der immer ein klei­nes Geschenk aus einer Schach­tel neh­men. Am belieb­tes­ten sind Gut­schei­ne für Ella, also eige­ne Zeit mit der Hün­din.

Friedlies trifft Schulhund Ella

Die Hunde-AG

Ich woll­te dann noch wis­sen, ob es auch Kin­der gibt, die viel­leicht Angst vor Hun­den haben. Schließ­lich erle­be ich es mit mei­nem Hund (und mei­ner ist wesent­lich klei­ner als Ella) öfter, dass Kin­der die Stra­ßen­sei­te wech­seln oder sich an ihre Eltern klam­mern. Und ja, es gab wohl tat­säch­lich anfangs Kin­der, die nicht mit Hun­den ver­traut waren. Aber Ellas ruhi­ges und fried­li­ches Wesen hat sie dann doch alle über­zeugt. „Bei eini­gen Kin­dern dau­ert es län­ger, bis sie Ver­trau­en zu mir haben, jetzt bin ich aber mit allen gut befreun­det“, sagt sie.

In der Hun­de-AG ler­nen die Kin­der auch viel über das Wesen und den Umgang mit Tie­ren. Und sie brin­gen der Hün­din auch klei­ne Kunst­stü­cke bei, wel­che dann bei Schul­fes­ten vor­ge­führt wer­den.

Friedlies trifft Schulhund Ella

Viel Sport und regelmäßige Treffen

Ella ist ja nur zwei Tage die Woche in der Schu­le – und den Rest der Woche? Da Ella so wie jeder Hund nicht gern allein ist, geht sie die ande­ren drei Wochen­ta­ge tags­über zu Freun­den und erholt sich von den anstren­gen­den Schul­ta­gen. Nach­mit­tags und am Wochen­en­de steht dann oft auch noch Dum­my-Trai­ning auf dem Pro­gramm. Regel­mä­ßig tauscht sich Ellas Frau­chen im „Arbeits­kreis Schul­hund“ mit ihren Kol­le­gen, also den ande­ren Schul­hun­de­füh­rern in Wunstorf, aus: Was mögen die Kin­der? Wie kön­nen wir noch bes­ser auf sie ein­ge­hen? Wie kön­nen wir die Kin­der noch bes­ser för­dern? Das sind die The­men, die dort bespro­chen wer­den. Aber natür­lich auch: Wie haben wir noch mehr Spaß gemein­sam?

Was ist Wunstorf für Ella?

W – ahl­hei­mat
U – rlaubs­re­gi­on
N – atur
S – andkuh­le
T – ier­lie­be
O – ststadt­schu­le
R – adfahr­we­ge
F – reun­de

Sie ken­nen auch jeman­den, den ich mal vor­stel­len soll­te? Der oder die in Wunstorf aktiv ist? Dann bit­te eine E‑Mail an mich: reschke@auepost.de

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7 Kommentare
  1. Nadine Floegel sagt

    Die Bokel­o­her Grund­schu­le hat schon lan­ge Schul­hun­de ! Für die Kids ist das Klas­se

  2. Maik Rauke sagt

    Rich­tig Nadi­ne in Gros­sen­hei­dorn auch .

  3. Sophia Grevsmühl sagt

    Wer sich über die Aus­bil­dung zum Schul­hund, Kin­der­gar­ten, Kita-Hund o.ä. infor­mie­ren möch­te, kann ger­ne mal auf der Home­page stö­bern.
    http://www.schulungen-am-meer.de

  4. Friedlies Reschke sagt

    Dan­ke für die Hin­wei­se mit den Schul­hun­den. Ist in der Ein­lei­tung schon kor­ri­giert!

  5. Sophia Bro sagt

    Immer schön zu lesen, wie gut sich die Hun­de in der Schu­le machen. 🙂 Ich absol­vie­re gera­de mit mei­nem Hund die Aus­bil­dung bei „Schu­lun­gen am Meer“ und es ist abso­lut emp­feh­lens­wert. Man genießt eine wun­der­ba­re und kom­pe­ten­te Betreu­ung durch Maria Mey­er und ihr Trai­ner­team und hat einen aus­ge­gli­che­nen Wech­sel zwi­schen Theo­rie und Pra­xis. Auch wenn der Hund von sich aus schon eini­ges mit­bringt, lernt man wahn­sin­nig viel und agiert als Mensch-Hund-Team wesent­lich siche­rer.

  6. Juliane Jacob sagt

    Danie­la Kös­ter­ke guck mal! Ella ist doch aus dei­ner Zucht, oder?

  7. Grit Decker sagt

    Hun­de jeg­li­cher Ras­se wie auch die so genann­ten „Stra­ßen-Köter-Mischun­gen“ ‑und auch die „Samt­pfo­ten“- sind mir sie liebs­ten Freun­de.
    Zusam­men­fas­send: als ich einen Men­schen drin­gend brauch­te, reich­te mir jemand sei­ne Pfo­te.

    Klar: Tie­re soll­ten nicht „ver­mensch­licht“ wer­den, doch wer wie ich erle­ben konn­te, was für treue lie­be Gefähr­ten die­se (zumeist) „4‑Beinigen“ sind, wird wohl ver­ste­hen, dass mir die­se grund­ehr­li­chen Wesen lie­ber sind als so man­cher, der sich „Mensch“ nennt.

    Und die Kom­pe­ten­zen im ‚Zwi­schen­mensch­li­chen’ von Hun­den ‑oder ande­re Tie­ren- soll­ten wesent­lich öfter in der Betreu­ung und Beglei­tung von jun­gen Men­schen genutzt wer­den.
    Jedoch ‑so wie es vie­le ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen es bereits tun, auch z.B. in der Alten­pfle­ge.

    Ich bin über­zeugt, dass der Umgang mit Tie­ren ein gro­ßer Gewinn ist, nicht nur für sich selbst.

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