Die Vorsitzende von Billy Mo's Musikzug

Fried­lies trifft … Kyra Wit­tek

Die Wunstor­fer Aue­ta­ler – wer kennt sie nicht? Bei kei­nem Schüt­zen­fest in Wunstorf feh­len sie. Die schmis­si­ge Musik der 30 akti­ven Mit­glie­der begeis­tert immer wie­der die Zuhö­rer. Einer der Aue­ta­ler ist Kyra Wit­tek.

Auetaler mit Kyra Wittek
Die 1. Vor­sit­zen­de der Wunstor­fer Aue­ta­ler Kyra Wit­tek (rechts) mit 2 Kol­le­gin­nen auf dem Schüt­zen­um­zug. | Foto: pri­vat

Die 32-jäh­ri­ge Mut­ter ist seit 1989 dabei. Ihre Tan­te nahm die damals Vier­jäh­ri­ge zu einem Übungs­nach­mit­tag mit. Ihr ers­tes Instru­ment war eine Ras­sel, noch heu­te oft das ers­te Instru­ment von Kin­dern, und ihren ers­ten Musik­un­ter­richt nahm Kyra Wit­tek im Hau­se des Grün­ders der Aue­ta­ler, Bil­ly Mo.

Bil­ly Mo, mit bür­ger­li­chem Namen Dr. Peter Mico Joa­chim, war nicht nur Wunstor­fer, son­dern auch eine Berühmt­heit. Die jün­ge­ren Leser kön­nen ihn heu­te viel­leicht nicht mehr spon­tan ein­ord­nen, doch den auf Tri­ni­dad gebo­re­nen Musi­ker und sei­ne Musik kann­te frü­her jeder. Vor sei­nem kom­mer­zi­el­len Durch­bruch mit deut­schem Schla­ger in den 60er Jah­ren war sein Metier die Jazz-Trom­pe­te, die er auch in spä­ten Jah­ren nie auf­gab. Sein Num­mer-eins-Hit „Ich kauf mir lie­ber einen Tiro­ler­hut”, mit dem er zunächst bun­des­weit und spä­ter inter­na­tio­nal bekannt wur­de, zählt wei­ter­hin zu den Ever­greens der volks­tüm­li­chen Musik. In der Bun­des­re­pu­blik der 60er Jah­ren wur­de er zu einem deren bekann­tes­ten Ver­tre­ter, der Tiro­ler­hut sein Mar­ken­zei­chen. Bil­ly Mo spiel­te in (Musik-)Filmen mit und hat­te sei­ne eige­ne Fern­seh­sen­dung.

Bil­ly Mo mit sei­nem größ­ten Hit:

Auch als Vor­sit­zen­de des Ver­eins ist Kyra Wit­tek immer noch aktiv. Bei den rund 25 Auf­trit­ten pro Jahr in ganz Deutsch­land spielt sie die Bari­ton-Trom­pe­te. Die Aue­ta­ler mar­schie­ren und musi­zie­ren beim Kar­ne­val in Düs­sel­dorf, aber auch beim Schüt­zen­fest in Han­no­ver und natür­lich in Wunstorf – wobei die Wunstor­fer, wohl typisch nord­deutsch, sehr zurück­hal­tend sei­en. Seit­dem die Ost­stadt­kom­pa­nie ihr Stand­quar­tier in Jan­nis Quel­le hat, bekom­men die Nach­barn in der Wil­helm­stra­ße am Schüt­zen­fest­sams­tag auch immer ein kos­ten­lo­ses Kon­zert.

Die Gemein­schaft steht im Vor­der­grund

Kyra Wit­tek gibt sich ganz beschei­den, wäh­rend unse­res Gesprächs will sie gar nicht über sich, son­dern viel­mehr über die Aue­ta­ler erzäh­len. Ganz wich­tig näm­lich ist die Gemein­schaft unter den Mit­glie­dern. Nicht eine ein­zel­ne Per­son – Bil­ly Mo aus­ge­nom­men – steht im Vor­der­grund, son­dern die gan­ze Grup­pe an sich.

In den ers­ten Jah­ren hat Bil­ly Mo spe­zi­ell für die Aue­ta­ler die Musik arran­giert – mit hand­ge­schrie­be­nen Noten. Es waren eige­ne Krea­tio­nen des Jazz­mu­si­kers, aber auch Musik von den Pet Shop Boys, Gos­pels, deut­sches Lied­gut und Mär­sche. Sogar eine gemein­sa­me CD nah­men sie auf. Noch heu­te tra­gen die Aue­ta­ler stolz sein Kon­ter­frei auf ihren rot-schwar­zen Uni­for­men. Aus­ge­rech­net sei­ne eige­ne Musik, die ihnen auf den Leib geschrie­ben war, dür­fen sie aus recht­li­chen Grün­den jedoch nicht mehr spie­len. Den „Tiro­ler­hut” wird man von den Aue­ta­lern daher nicht zu hören bekom­men. Das hat aber ihre Spiel­freu­de nicht getrübt. Seit über 10 Jah­ren kau­fen sie nun ande­re für sich pas­sen­de Noten.

An zwei Aben­den die Woche wird geübt. Die Aus­bil­dung der Anfän­ger (Kin­der, Jugend­li­che und auch Erwach­se­ne), das Arran­gie­ren von Noten und auch das Ein­stu­die­ren neu­er Stü­cke, alles leis­ten die Aue­ta­ler selbst. Stell­ver­tre­tend sei­en dafür genannt: Pierre Mei­ners, Tors­ten Mei­ners und Dan­je­la Bran­des sowie Pas­cal Wiech­mann. Nach­wuchs­mu­si­ker, egal ob alt oder jung, sind immer gern ein­ge­la­den. Details und Kon­tak­te gibt es auf der Web­sei­te www.auetaler.com.

30-jäh­ri­ges Jubi­lä­um

Zum 30-jäh­ri­gen Jubi­lä­um im Sep­tem­ber letz­ten Jah­res haben sich die Aue­ta­ler Gäs­te ein­ge­la­den: Sie­ben befreun­de­te Musik­zü­ge aus der Umge­bung. Nach einem Stern­marsch durch die Wunstor­fer Innen­stadt wur­de den gan­zen Tag im Rat­haus­in­nen­hof musi­ziert und gefei­ert. Im eige­nen Ver­eins­heim in Luthe ging es dann Abends wei­ter. Auch am Jubi­lä­ums­tag zeig­te sich, dass die Gemein­schaft sehr wich­tig ist: Das zweit­jüngs­te Mit­glied Mori­ce (2) wur­de mit einem sel­te­nen Gen­de­fekt gebo­ren – statt Jubi­lä­ums­ge­schen­ken wünsch­ten sich die Aue­ta­ler Spen­den für den Ver­ein ZNM gemein­sam Stark e. V., der sich der Erfor­schung die­ser sel­te­nen Krank­heit ver­schrie­ben hat. Ins­ge­samt kamen so 2.500 Euro zusam­men.

Was ist Wunstorf für Kyra Wit­tek

W – Wil­lens­stark
U – Umge­hungs­stra­ße
N – Natur­schutz­ge­bie­te
S – Stur (Wunstor­fer Bür­ger sind nicht so ein­fach zu begeis­tern, vor allem bei Musik und Dar­bie­tun­gen)
T – Tra­di­tio­nell (Neue­run­gen sind erst­mal schwie­rig. War­um was ändern, wenn das „Alt­be­kann­te” noch gut ist …
O – Ost­stadt (Hier bin ich auf­ge­wach­sen, da füh­le ich mich wohl, aber Mes­mero­de ist auch sehr schön 😉 )
R – Regi­on (Man ist schnell in Han­no­ver, ohne in der „Groß­stadt” leben zu müs­sen. Ich lie­be Wunstorf und möch­te, wenn es geht, immer hier­blei­ben)
F – Fröh­lich


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