
Wunstorf (red). Auf Langlebigkeit darf man als Künstler nicht hoffen, wenn man seine Werke an den Beton der Unterführung der Barnestraße aufträgt: Das Bauwerk zieht immer wieder illegal handelnde Graffitisprayer an, aber die unbestellten Verschönerungen werden fast genauso schnell wieder entfernt – auf Steuerzahlerkosten.
Dieses Mal jedoch könnten die Kosten für die Reinigung beim Verursacher hängenbleiben. Am frühen Samstagmorgen hatte ein Zeuge beobachtet, wie jemand sich an dem Bahnbauwerk zu schaffen machte und unter der Brücke an einem Graffito arbeitete. Der Zeuge informierte gegen 4.30 Uhr die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen anrückte.
Beim Eintreffen der Polizei versuchte der Täter zu flüchten, wurde von den Beamten jedoch gestellt. Es handelte sich um einen 18-Jährigen. Gegen seine Festnahme wehrte sich der Sprayer und versuchte dabei auch, die Polizeibeamten zu schlagen. Er wurde dennoch vorläufig festgenommen.

Nun warten nicht nur eine Kostenrechnung, sondern auch Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte auf den Heranwachsenden.
Legal gesprüht werden kann in Wunstorf dabei nicht weit entfernt: Die Pfeiler der Hochstraßenbrücke im Bereich der Bahnhofstraße auf dem Parkplatz in Bahnhofsnähe stehen Graffitikünstlern offen – hier wird, anders als im übrigen Stadtgebiet, nach Initiative des Wunstorfer Jugendparlaments das Sprayen toleriert und mittlerweile von der ganzen Stadt bewundert.
Derjenige, der so dämlich ist, Graffitis zu sprühen, ist in aller Regel nicht in der Lage, den Ursprungszustand der besprühten Fläche wieder herzustellen. Daher wäre ich für eine generelle Geldstrafe von mindestens 10.000 Euro und sechs Monaten gemeinnützigem Dienst unter verschärfter Aufsicht.
Ich denke, mit diesen Aussichten würde das Graffiti-Problem in Deutschland sehr schnell seinen Schrecken verlieren.
Ich hatte vor fast genau 13 Jahren dienstlich im Straßenbahn-Depot von Rotterdam zu tun.
Dort sah ich Jugendliche in weißen Schutzanzügen, die mit viel Mühe, Wasser, Schwämmen und Bürsten Graffiti von den Straßenbahnen entfernten.
Auf meine diesbezügliche Frage bekam ich die Antwort, dass es sich um Jungendliche handelt, die man beim Sprayen erwischt hat und nun eigene und fremde Graffiti entfernen müssten.
Ich habe dann noch gefragt, wie lange, die das machen müssen – logische Antwort: „Ze zijn meestal werkloos, hebben de tijd en zullen werken tot alles schoon is.“
(„Die sind in der Regel arbeitslos, haben Zeit und werden so lange arbeiten, bis alles sauber ist.“)
Zu Graffiti allgemein reagiert meine Freundin mit Unverständnis – in ihrer Heimatstadt gibt es kein Graffiti, weil sich das ganz einfach niemand traut: es gibt dort im öffentlichem Raum genügend Videoüberwachung und die russische Polizei ist nicht dafür bekannt, Stuhlkreise zu bilden und Verdächtige ihren Namen tanzen zu lassen …
… tja, wenn der (politische) Wille da ist, geht so einiges …
DAS Allheilmittel zur Verhinderung des „Wild-Sprayens“ wird’s auch hier nicht geben können.
Finanzielle Forderungen zu stellen, müsste meiner Meinung nach erfolglos bleiben. Die zumeist jugendlichen „Künstler“ sind dahingehend zuweist nicht ausreichenda
usgestattet.
Diese „Kunstwerke“ beseitigen zu lassen, vielleicht wird sich der eine odere andere künftig vom Sprayen abhalten lassen.
Sich diesem Aufwand stellen zu müssen, die Motivation dazu „Rücken“- ganz arg „Rücken“…
Was wohl die wenigsten Sprayer wissen: Es kommt zu 99% aller Fälle auch noch zu einer Hausdurchsuchung. Danach sind Pc, Laptop, Handy und andere Speichmedien direkt weg. Es wird gehofft, Bilder von gleichartigen Spray-Künsten zu entdecken, um diese ebenfalls in Rechnung stellen zu können. Und das klappt in der Regel auch, da die „Künstler“ ihre Werke natürlich fotografieren.
Wer kein Geld hat, die Reinigung zu bezahlen, dem gebe man eine Zahnbürste und einen Eimer mit kalten Wasser und dann darf er so lange schrubben, bis alles weg ist.
Wenn ich diese Kommentare lese, steigt mein Blutdruck auf 180. Es wünschen sich doch tatsächlich Leute russische Verhältnisse in Deutschland, nicht zu fassen. Außerdem finde ich, dass die Farben des Graffito die hässliche Betonwand verschönern.
Dann stellen sie doch ihre Wohnhausfassade zur Verfügung
Angesehen und für Gut befunden! Kann so bleiben!
Die Strafen fallen meist zu gering aus am besten sollte der sprüher den Ursprungszustand der Betonfläche wieder herstellen !