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Auhäger wünschen sich mehr Geschwindigkeitsmessungen – und tappen selbst in die Radarkontrolle

18.01.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 2

Die Polizei Nienburg/Schaumburg lässt neuerdings über Facebook abstimmen, wo Geschwindigkeitskontrollen stattfinden sollen. Tatsächlich wurde daraufhin in Auhagen verstärkt kontrolliert. Die Resonanz – ebenfalls auf Facebook – ist gemischt.

18.01.2026
Redaktion
2 Min.
Geschwindigkeitskontrolle in Auhagen | Foto: Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg

Auhagen (red). Anfang November 2025 hatte die Polizei Nienburg/Schaumburg über ihren Facebookauftritt die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten: Nicht zur Fahndung nach einer Person oder für Hinweise auf noch unbekannte Täter, sondern es wurde gezielt gefragt: Wo sollen mehr Geschwindigkeitskontrollen im Straßenverkehr stattfinden?

Denn schon zuvor waren über Social-Media-Kommentare immer wieder Wünsche geäußert worden wie etwa „Da wird ständig gerast“ oder „Hier wäre mal eine Kontrolle nötig“. Also rief man bei der Polizei die Aktion „Aus Worten wird Einsatz“ ins Leben: Die Facebooknutzer konnten einfach abstimmen, wo die nächsten Kontrollen stattfinden sollten.

Die meisten Stimmen bekam dabei die Ortschaft Auhagen – gelegen in der Samtgemeinde Sachsenhagen an der L445 zwischen Wunstorf und Stadthagen. Genauer: Der Bereich vor dem Kindergarten in Auhagen bekam die meisten Stimmen im Landkreis Schaumburg.

Raser sind immer nur die anderen?

Am 15. Januar, dem vergangenen Donnerstag, wurde dann schließlich wie vorgeschlagen und geplant kontrolliert: Ein Zusammenschluss von Beamten der Polizei Nienburg/Schaumburg – darunter Verfügungseinheit, Präventionsteam, Pressestelle und Beamte zweier Polizeistationen – führte in der Zeit von etwa 8.15 bis 10 Uhr eine Geschwindigkeitsmessung mittels Lasermessgerät durch.

Obwohl ein Streifenwagen auffällig parkte und die Aktion nicht im Geheimen stattfand, wurden rund 20 Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen. Spitzenreiter war ein Fahrer mit protokollierten 62 km/h statt der erlaubten 30 Stundenkilometer. Das Auto war tatsächlich vor dem Kindergarten mehr als doppelt so schnell unterwegs gewesen.

“ Autobahn ist nix dagegen.“

Christiane B.

Es wurden jedoch nicht nur Bußgelder verhängt, sondern im Rahmen der Kontrolle auch gleich verkehrserzieherische Gespräche geführt. „Die Fahrzeugführenden zeigten sich durchweg einsichtig und die Aktion erhielt positiven Anklang in der Bevölkerung“, heißt es dazu im Fazit der Aktion von der Polizei. Etwas anderes wäre auch seltsam gewesen, schließlich war die Kontrolle von der Bevölkerung gewünscht worden.

Als Verkehrssünder erwies sich jedoch nicht der Durchgangsverkehr: Der Großteil der wegen zu hoher Geschwindigkeit Herausgewunkenen bestand selbst aus Bürgerinnen und Bürgern aus Auhagen.

Echo auf Facebook gemischt

Das Echo, das die Polizei auf die Vollzugsmeldung hin nun wiederum auf Facebook erhielt, ist allerdings durchwachsen und reicht von Zustimmung über Skepsis bis zum Vorwurf der Wegelagerei. Dennis L. etwa vermisst eine höhere Kontrolldichte: „Und da das jetzt einmal gemacht worden ist, fahren alle vorgeschrieben? Witz komm raus, du bist umzingelt.“ Ähnlich argumentiert auch Susanne B.: „Viele haben es als Polizeiwagen erkannt. Es würde Sinn machen, nachmittags für eine längere Zeit zu kontrollieren (…).“

Auch kommen gleich die nächsten Vorschläge, wie die Aktion weitergeführt werden könnte: Herbert K. schlägt vor, die Messung gleich am Montag noch einmal durchzuführen: „Ich wette, da fallen die gleichen Deppen wieder rein.“ Und Christiane B. konstatiert: „Fahre auch öfters durch Auhagen. Autobahn ist nix dagegen. (…)“ – und macht bei der Gelegenheit auch Vorschläge für den Marktplatz in Obernkirchen: „Fahr mal Schrittgeschwindigkeit, dann haste Hupkonzert. Da sollten die mal richtig kontrollieren.“ Lukas Thorwald H. schließlich schlägt vor, den Kontrollanlass zu erweitern, wenn die Gartensaison beginnt: „Gewichtsmessungen bei den Einachsern! Ein echter Geheimtipp.“

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Kommentare


  • B. sagt:

    Es ist denkwürdig, dass tatsächlich Autofahrer ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, wenn ein „ordentlicher“ Fahrer oder eine Fahrerin gemessenen Tempos durch diesen hübschen 0rt fährt.

    Man hat das Gefühl, dass bei Fahren der Ortsgeschwindigkeit die Hintermänner eine Art Gaspedalzwang befällt, bloß weil man normale Geschwindigkeit zum non plus ultra erklärt und sich gerne die Storchennester anschaut. Daher ruhig weiter so, aber nicht gleich einem werbeunwirksamen Desaster.

    Und was die abendliche Feierabendraserei angeht, Leute, ihr kommt schon schnell genug zum heimischen Herd, oder?

  • Wunni sagt:

    Die schlußfolgernde Überschrift ist unlogisch: Es gibt sicher nicht DEN Auhagener der die Geschwindigkeitskontrollen gefordert hat und jetzt selbst „hineingetappt“ ist. Vielmehr werden sich einige Auhagener, die diese Kontrollen gefordert haben, über viele Raser in ihrer Nachbarschaft geärgert haben. Und hoffentlich hat es nun genau diese Raser hier getroffen und müssen nun ordentlich Strafe/Bußgeld zahlen.

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