
Wunstorf (red). Eigentlich ist sie nicht zu übersehen: Direkt hinter der Bahnbrücke am Abzweig von der Hochstraße, liegt sie in auffälligem Rot-Weiß an der Kolenfelder Straße in Wunstorf – die dortige Tankstelle.
Unfälle gab es dort trotzdem schon: So verwechselte beispielsweise eine Autofahrerin Gaspedal und Bremspedal, als sie auf dem Tankstellengelände fuhr, und durchbrach dabei den Begrenzungszaun – das Auto hing danach halb in den Gehweg hinein. Auch Abbiegeunfälle, weil Fahrradfahrer zum Beispiel auf dem Gehweg übersehen wurden oder weil bremsende Autos, die zum Tanken wollten, vom nachfolgenden Verkehr zu spät bemerkt wurden, gab es schon.
Nun kam am gestrigen Samstag eine weitere Unfallart zur Polizeiunfallstatistik hinzu. Wieder krachte es an der Tankstelle, aber diesmal war ein Auto von der Straße aus über Gehweg und Fahrradweg hinweg gegen die Mauer der Tankstelle geprallt. Gegen 15 Uhr am 28. März geschah die Kollision. Der Aufprall hinterließ deutliche Spuren an der Tankstelleneinfassung.
Verursacherin soll eine 67-Jährige sein. Der genaue Unfallhergang ist bislang unklar, doch der Ford der Wunstorferin kam schließlich 200 Meter weiter in der Kolenfelder Straße zum Stehen. Die Beschädigungen am Fahrzeug waren so gravierend, dass die Fahrerin, die nicht an der Unfallstelle geblieben war, nicht mehr weiterfahren konnte und anhalten musste.
Ein Anwohner, der der Frau zu Hilfe kam, rief schließlich die Polizei. Gegenüber den eintreffenden Beamten machte die Fahrerin dann widersprüchliche Angaben zum Geschehen. Da der Verdacht bestand, dass die Fahreignung aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr bestehen könnte, kassierten die Polizisten den Führerschein ein.
Im Alter lassen körperliche Fähigkeiten wie Hören, Sehen und das Reaktionsvermögen oft nach. Verpflichtende Gesundheitstests für Führerscheinbesitzer ab gewisser Altersstufen gibt es beim Autoführerschein in Deutschland nicht, auch laufen Führerscheine nicht ab. Erst wenn konkrete Hinweise auf körperliche oder geistige Mängel vorliegen – weil beispielsweise ein Unfall geschehen ist –, kann eine MPU angeordnet werden, die zum Führerscheinverlust führt.
Ein Strafverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Gefährdung des Straßenverkehrs wurde eingeleitet.

Zeugen, die den Unfall am Samstag beobachtet haben, werden gebeteten, sich unter Telefon (05031) 96940 beim Kommissariat Wunstorf zu melden.
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