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Kein Denkmalschutz: Gasthaus Blumenau wird ein Fall für die Abrissbagger

07.03.2023 • Achim Süß • Aufrufe: 3494

Das durch Feuer stark beschädigte alte Gasthaus Blumenau kann abgerissen werden, der Weg ist frei für Neubebauung. Ein Neubau ähnlichen Aussehens ist jedoch Bedingung für die Realisierung.

07.03.2023
Achim Süß
Aufrufe: 3494
Brennendes Gasthaus Blumenau (Archiv)

Blumenau (as). Die Denkmalschutzbehörde hat den Schutz für das ehemalige Gasthaus Blumenau aufgehoben. Der aktuelle Besitzer des Grundstücks, die Firma Heinz von Heiden GmbH Massivhäuser aus Isernhagen, darf somit das Jahrhunderte alte Fachwerkgebäude abreißen.

Der Denkmalschutz ist aufgehoben worden nach dem großen Brand des Gebäudes im August 2022, bei dem wesentliche Teile zerstört worden sind. Nach den Ermittlungen der Polizei ist das Feuer gelegt worden. Hinweise auf die Brandstifter gibt es bislang nicht.

Ortsbildprägender Charakter soll erhalten bleiben

Der Investor plant auf dem Gelände an der Manhorner Straße Wohnhäuser. Das historische Gebäude sollte ursprünglich erhalten bleiben und in das kleine Quartier integriert werden. Jetzt ist es ein Fall für die Abrissbagger.

Allerdings erwartet die Stadt, dass bei der Realisierung des Projekts an der Stelle des Gasthauses ein Gebäude errichtet wird, das in Aussehen und Materialverwendung dem zerstörten entspricht. Nach Informationen der Auepost ist nicht geplant, den Bebauungsplan zu ändern. Der Plan sieht vor, dass der ortsbildprägende Charakter der Anlage optisch erhalten bleibt.

von Achim Süß
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Kommentare


  • Wunstorfer sagt:

    Was an einer „alten Hütte“ mit Fulguritplattenfassade (Asbest!) (denn mehr war es auch vor dem Brand nicht mehr) nun „ortsbildprägend“ ist oder war, bleibt mir ein Rätsel.

    Wenn´s jetzt ein sichtbares Fachwerkgebäude (also ohne die 60er Jahre Asbestfassade) wäre, dann ja. Aber so?

  • Birgit N. sagt:

    Es ist wenig vorstellbar, dass ein altes Haus mit Fulguritplattenfassade überhaupt als denkmalgeschützt galt, deshalb wäre mehr Kenntnis über die wohl oft in den 60er Jahre angewandten Aussenfassaden angebracht, vor allem über die Verschandelung schöner alter Häuser, oft auch Fachwerkhäuser, durch hässliche Platten in ungewöhlichsten Farben.

    So st ein schönes neues Fachwerkgebäude sehr angebracht mit Rücksichtsnahme auf den alten Baum- und Strauchbestand, kurz des Stückchens Natur zum Erhalt geboten und nicht nur das Bebauen des Grundtückes mit einem hässlichen Betonklotz mit Wohnungen für Gutbetuchte, sondern endlich einal mit bezahlbarem Wohnraum.

  • Basti g. sagt:

    Naja das war doch klar das dieses marode brandgebäude keiner mehr aufbaut ! Lieber abreißen und was schönes neues hin dorfgemeinschaftshaus oder so

  • Lydia Bertani sagt:

    Dann ist wohl klar, weshalb es überhaupt gebrannt hat.

  • Cliff sagt:

    Dann macht doch…..pfff dieses Theater um dieses hässliche, verwesende Gebäude, ist sooo albern, kindisch, typisch deutsch eben!!! Naja, was da hin kommt, ist eigentlich völlig mumpe, aber nööö, auch hier wird wieder eine Show drum gemacht, herrjeh!!! Wenn da ein Wohnhaus hin kommt, naja, genau solch Luxus Teil wie demnächst am Stadtrand auch….wer leistet sich dann diese Wohnungen??? Na klar: GELD LEUTE

  • Hajo Arnds sagt:

    Dieses 1641 gebaute Gasthaus gehört zu den letzten Gebäuden des ehemaligen Amtes Blumenau mit einem Verwaltungsgebiet das von Limmer, Seelze, Velber, etc. bis Poggenhagen reichte. Leider wurde dafür nichts getan, dieses Fachwerkhaus mit seiner im 19. Jahrhundert erweiterten Scheune zu erhalten. Es sah für mich aus, dass der jetzige Eigentümer alles dafür getan hat, dass das Gebäude verrottet. Der Verein KRuG e.V. hat sich seit 2019 dafür engagiert, das Haus vor einem Verfall und Abriss zu bewahren und die Wiese davor als Dorfmittelpunkt zu entwickeln. Ein zusätzliches damals in Auftrag gegebenes unabhängiges Gutachten hat das Fachwerkhaus als erhaltenswert eingestuft. Die Brandstiftung hat nun alles zunichte gemacht. Dass die Nordostseite mit Asbestplatten verkleidet war, ist dabei völlig unwesentlich, denn dahinter lag ein sehr gut erhaltenes Fachwerk. Mit einer Sanierung hätte das Gebäude für Blumenau ein Schmuckstück werden können. Nun bleibt zu hoffen, dass der Eigentümer aufgrund der von der Stadt Wunstorf geforderten Auflagen in gleichem Stil, ggf. unter Verwendung des noch brauchbaren Gebälks und der fast noch unbeschädigten Scheune ein neues Haus errichtet.

  • Wunni sagt:

    Als nächstes ist vermutlich die Abtei, die Gebäude an der Wasserzucht oder die Stadt- oder Stiftskirche dran.
    Allesamt veraltet in Aussehen und Energieeffizienz. Die christlichen Kirchen sind politisch ja eh in Abwicklung.
    Was könnte man da nicht für schicke Neubauten hinbauen. Wunstorf braucht neuen Wohnraum. Die betuchten kaufkräftigen ziehen dann ins neue‚Zentrum‘, die anderen in die Ortsteile oder werden ganz weg-gentrifiziert, nach Garbsen oder Seelze oder sonstwo.
    Alles ganz modern in der Wunstorfer Baupolitik – und die Denkmalschutzbehörde ist ihr Steigbügelhalter.

    • Wunstorfer sagt:

      Abtei, Wasserzucht und Kirchen habe -anders als das Gasthaus Blumenau mit- nicht nur einen historischen „Kern“, sondern eine historischen Optik und sind darüber hinaus auch DEUTLICH besser erhalten. Diesen Gebäuden wird wohl niemand die „Denkmalschutz-Würdigkeit“ absprechen wollen.

      Hätte man rechtzeitig in das Gasthaus investiert und es nicht dermaßen verfallen lassen, wäre er sicherlich erhaltungswürdig gewesen. So aber war es auch vor dem Brand nicht mehr als eine „Asbest-verseuchte“ Bauruine.

      „Interessant“ finde ich die Aussage zu den „christlichen Kirchen“. Wo werden diese denn „politisch abgewickelt“. Da dürfte wohl angesichts der mannigfaltigen gesetzlichen Sonderregelungen (Steuerbefreiungen usw.) und insbesondere auch hinsichtlich der seit 1919 (!) ignorierten verfassungsrechtlichen Vorgabe zur Beendigung der Staatsleistungen an die Kirchen ehr das Gegenteil der Fall sein.

      Die massenhaften Kirchenaustritte, die wohl früher oder später das Ende „einläuten“ werden, haben sich die Kirchen durch ihre „Politik“ wohl ehr selber zuzuschreiben…

      • Wunni sagt:

        Was die christlichen Kirchen angeht: jetzt bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

        Was das Gasthaus Blumenau angeht: Selbstverständlich ist das ein erhaltenswertes historisches Baudenkmal, sonst hätte die Denkmalschutzbehörde unter damaliger Leitung das Gebäude auch nicht so eingestuft.

        An diesem Gebäude kann man doch die neue kochrezeptartige Vorgehensweise genau ablesen: zuerst wird von den Behörden tatenlos zugesehen, wenn wirtschaftlich schlecht nutzbare Baudenkmäler zum privat-/immobilinewirtschaftlichen Spekulationsobjekt werden. Dann wird so ein Gebäude mit passiven und aktiven Maßnahmen dem Verfall preisgegeben, ohne einzugreifen – das dauert dann schon mal gut 10 Jahre. Danach wird dem Abriss zugestimmt. Und endlich kann die neue Bebauung umgesetzt werden, die ja schon seit geraumer Zeit in der Schublade liegt.

        Genau so könnte man auch z.B. bei der Abtei vorgehen. Der erste Schritt wäre dann das Gebäude nach bekanntem Muster an einen neuen Eigentümer zu verscherbeln, der indirekt mit großen Bau-/Immobilienfirmen verflochten ist. Solche Gebäude sind wirtschaftlich kaum nutzbar. Wie man liest, steht ja auch gerade ein anderes Gebäude in der Wasserzucht zur Disposition.

  • Birgit N. sagt:

    Apropos weg-gentrifiziert. Die Tatsachen sollten nicht nur verschwiegen oder blumig hinter vorgehaltener sozialverträglich-armenwohltuenden Plappereien versteckt werden, sondern endlich mal auf den Tisch gelegt werden und zwar offen.

    In Wunstorf gibt es keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Für Arme gibt es nichts, für Minderbemittelte nur müde Lächeln, ein Schauspiel erster Güte. Egal, ob Amt für Soziales oder Bau, es gibt nichts, was noch für solche bezahlbar ist, die eben nun mal wenig haben. Und das sind beileibe nicht nur Arbeitssuchende, auch Rentner, die eben mal kein eigenes Häuschen mit Hofstaat nebenan haben.

    Es mag polemisch klingen, aber ich frage mich, was Menschen denken, deren Geldbeutel schon lange einer Diät unterliegen muss, wenn sie Wohnraum sehen, schick aufgestellt, mit elegantem Carport, mächtigem Automobil und womöglich noch ein 100.000 Euro Wohnmobil sehen müssen und gesenkten Hauptes über ihr eigenes Schicksal kaum fröhlich nachzudenken haben.

    So sollte es hier mal angepackt werden, die Sache mit dem sozialen Wohnungsbau, oder, liebe Stadt Wunstorf?

    • Basti g. sagt:

      Es gibt keine armen Menschen mehr ! Den bürgergeldempfängern geht es nicht schlechter als einen der für Mindestlohn seine 40 std Woche macht und kann dazu ausschlafen und hat keinen Stress

  • Torsten P. sagt:

    Es gibt keinen bezahlbaren Wohnraum bei Neubauten mehr, wenn der Bauherr auf staatliche Förderungen verzichtet um bei der Vermietung freie Auswahl bei den Bewerbern zu haben.
    Die Auflagen sind inzwischen sehr hoch, ebenso die Kosten für Material und Personal.
    Wenn dann noch Wünsche wie Fachwerk auf dem Plan stehen, entstehen zusätzliche Kosten.
    Selbst wenn der Bauherr mit einer geringen Rendite zufrieden ist, hat die Bank etwas dagegen und schreibt eine Mindestrendite vor. Andernfalls wird das Vorhaben nicht finanziert.
    Am Ende ist es nicht möglich, unter 10 Euro pro Quadratmeter zu bleiben.

  • Birgit N. sagt:

    Also ist der staatlich geförderte Wohnungsbau in Sachen sozialer Gerechtigkeit schon von vornherein ad acta gelegt?

    Oder ist für arme Menschen kein Platz mehr, da es keine ausreichenden Renditen beschert, wo auch immer?

    Ist es nicht auch eine staatliche und insofern kommunale Verantwortung, dieses Existenzbedürfnis eines jeden Menschen zu erfüllen? Oder sind wir in unserem System so weit gekommen, dass Ignoranz und Habgier das Leben bestimmt?

    Jedes Tier hat eine Hütte. Jeder Vogel hat ein Nest. Und der Mensch?

    Vielleicht sollten auch einmal die schwammigen Mietgesetze aufgearbeitet und Kündigungen wegen „Eigenbedarf“ oder „Hausverkauf-und ihr müsst raus“ gründlich überarbeitet werden, vor allem dann, wenn Derjenige, der mit Immobiien geradezu eingedeckt ist, andere hinauswirft, um noch mehr Profitgier zu stillen.

    • Homberti sagt:

      Sehr geehrte Birgit N.,
      ich bitte höflichst um Verzeihung, ich möchte Ihnen auf keinen Fall zu Nahe treten und bitte darum, meine Antwort auf Ihren Kommentar wertfrei zu betrachten.
      Leider vermitteln Sie hier eine gewisse Naivität.

      Zitat: „Also ist der staatlich geförderte Wohnungsbau in Sachen sozialer Gerechtigkeit schon von vornherein ad acta gelegt?“ => Den hat es nie gegeben, nur dann, wenn Wählerstimmen gebraucht wurden!

      Zitat: „Oder ist für arme Menschen kein Platz mehr, da es keine ausreichenden Renditen beschert, wo auch immer?“ => Nein, keine Rendite, kein Bauvorhaben!

      Zitat: „Ist es nicht auch eine staatliche und insofern kommunale Verantwortung, dieses Existenzbedürfnis eines jeden Menschen zu erfüllen?“ => Nein, ist es nicht! Die Kommunen sind gesetzlich verpflichtet „Flüchtlingen aller Art“ in irgendeiner Form Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Fragen Sie bitte bei Ihrer für Sie zuständigen Kommune nach warum dieses Gesetz NICHT für DEUTSCHE wohnungslose Mitmenschen gilt!

      Zitat: „Oder sind wir in unserem System so weit gekommen, dass Ignoranz und Habgier das Leben bestimmt?“ => Ja, bei den meisten Mitmenschen ist das so.

      Zitat: „Jedes Tier hat eine Hütte.“ => Leider nein, es gibt genug Tiere die vernachlässigt werden!

      Zitat: „Jeder Vogel hat ein Nest.“ => Leider nein, der Kuckuck baut sich erst keins!

      Zitat: „Und der Mensch?“ => Hat in Deutschland durch den Gesetzgeber veranlasst kaum noch einen Wert!

      Zitat: „Vielleicht sollten auch einmal die schwammigen Mietgesetze aufgearbeitet und Kündigungen wegen „Eigenbedarf“ oder „Hausverkauf-und ihr müsst raus“ gründlich überarbeitet werden, vor allem dann, wenn Derjenige, der mit Immobiien geradezu eingedeckt ist, andere hinauswirft, um noch mehr Profitgier zu stillen. => Das wird garantiert nicht passieren! Stichwort Lobbyismus!

      • Elke sagt:

        Ohjeee, was für ein Niveau.
        Was ist das für ein Quatsch? Flüchtlingen wird Wohnraum bereitgestellt, Deutschen nicht? Wie armselig diese Worte sind.
        Sie dürfen ja mal anfragen, ob Sie im Schulzentrum Steinhude oder im Vion-Gebäude schlafen dürfen.
        Und seit wann verabschiedet denn eine Kommune selbst Baugesetze?

        Bei so viel Kritik, weil ja angeblich alle alles falsch machen: Sicherlich sind Sie selbst bereit, aus reiner Nächstenliebe 50 Wohnungen zu schaffen – ohne Rendite. Vielen Dank für Ihr soziales Engagement.

  • Birgit N. sagt:

    Lieber Schreiber Homberti,

    sicherlich wollen Se mir nicht zu nahe treten, und ich fasse Ihre Zeilen auch bestimmt nicht als kompromisslose Korrektur auf, beileibe nicht Ich finde es gut, dass Sie interpretativ meine Angaben konkret darstellen und mir ein gewisses Maß an Naivität nicht absprechen.

    Leider ist es so, dass Sie in Ihren Ausführungen Recht haben. In diesem Lande herrschen Dinge vor, die mit einer Gleichheit Aller nicht mehr viel zu tun haben.

    Es ist traurig, aber es ist war.

    Dass selbst politisches Gefüge – gleich welcher Art – sich als Lobbyist sogar gegen Arm und für Reich entscheidet, ist einer Demokratie nicht wert. Hier sollte Gleichheit für alle, auch hinsichtlich dem Erlangen von Wohnraum, persönlichem Ansehen und Achtung Rechnung getragen werden.

    Aber leider verfehlt.

    Danke für Ihre Zeilen.

  • Birgit N. sagt:

    Die Popularität solcher, die das Sagen haben und über Gesetze entscheiden – und ich meine durchau nicht nur die Herrschaften im Deutschen Bundestag – ist oft an eigene Anschauungen, der persönlichen Stellug und Seilschaften geknüpft, die mit sozialer Macht im stukturierten Gefüge verbunden ist. Klartext: Hast Du was, bist und wirst Du was. Das mag polemisch klingen, vielleicht mit einem Hauch Bitterkeit versetzt, aber bei genauer Betrachtungsweise ist es wohl so, leider.

    Betrachten wir die Gesetze zur sozialen Gerechtigkeit, hakelt es hinten und vorne wie bei einer schlechten Häkelarbeit, wo bereits die Nadel abgebrochen ist.

    Solange es keinen Schutz, keine Lobby für die Sparte der Menschen gibt, die eigentlich diesen am dringensten benötigen, sind wir von einer demokratischen Grundhaltung, die das Gleichheitsprinzip vertonen sollte, weit entfernt.

    Sehr weit.

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