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Physiker-Promibesuch am Hölty-Gymnasium: Neue Erkenntnisse zu Schrödingers Cat sprengen den Lateinunterricht

17.03.2025 • Redaktion • 2 Min. • Kommentare: 0

Naturgesetze kann man nicht außer Kraft setzen. Aber wenn einer der berühmtesten deutschen Physiker ans Hölty kommt, dann läuft trotzdem nichts mehr so wie üblich. Und Schrödingers Katze wurde dabei auch noch gleich in ihre Schranken verwiesen.

17.03.2025
Redaktion
2 Min.
Katzen-Quantenphysik in der Vorstellung von KI (Symbolbild)

Wunstorf (red). Was haben jahrtausendealte Mythen und Quantenphysik miteinander zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Doch im Rahmen der Begabungsförderung am Hölty-Gymnasium kamen die Schüler schnell zu einer anderen Beurteilung. Denn Professor Dr. Karsten Danzmann, Deutschlands wohl renommiertester Physiker der Gegenwart, war im Lateinunterricht von Dr. Thomas Thielen zu Gast.

Eigentlich sollte nur der Latein-Grundkurs aus dem 13. Jahrgang anwesend sein, aber die Nachricht vom akademischen Besuch habe sich schnell in der gesamten Schule verbreitet, sagte Dr. Stefan Kern, stellvertretender Schulleiter des Höltys. Auf einmal wollten von Klasse 9 bis Klasse 13 viele Schüler vom Unterricht freigestellt werden, um beim Vortrag dabei sein zu können. Sogar unter ehemaligen Schülern hatte sich die Info verbreitet, die daraufhin zum Hölty kamen.

Denn Ovids Herangehensweise an Mythologie ist Abiturthema. Im Team Teaching wurden die Schüler damit vertraut gemacht, dass das Erzählen und das Erklären als Grundstrukturen des menschlichen Denkens in allen Disziplinen enthalten sind. Danzmann und Thielen konnten mit den Schülern erörtern, wie das Modellieren in der Physik sich prinzipiell kaum davon unterscheidet, dass man sich beispielsweise der Erklärung von Naturphänomenen über die eigene Vorstellungskraft und Geschichten angenähert hat.

Schrödingers Katze entzaubert

Untote Katzen in schwarzen Kisten, so die Lehrenden, hätten mit der Realität der Quantenphysik immerhin ja erst einmal nicht mehr zu tun als ein cholerischer blitzewerfender alter Mann mit Gewittern. Man könne die Krümmung der Raumzeit, und was Letztere überhaupt sei, zwar berechnen, meinte Danzmann. Aber tatsächlich vorstellen? Dazu sei der menschliche Geist mit seiner Beschränkung auf drei Dimensionen gar nicht in der Lage – also brauche man solche Bilder.

Ähnliches gelte für das Verhältnis von „Narrativen“ und Geschehnissen in Geschichte und Politikwissenschaft, fanden die Schüler heraus. Danzmann verzauberte die Schüler zudem mit einem bildreichen Vortrag dazu, wie man momentan in der Speerspitze der Gravitationswellen-Forschung mit Einsteins Relativitätstheorie praktisch umgehe, um das Universum – genauer gesagt: Schwarze Löcher und Weiße Zwerge, schon wieder bildhafte Begriffe der Physik – hören zu können.

Die Schüler konnten fasziniert in Zeitraffer miterleben, wie aus ersten Überlegungen das Michelson-Interferometer wurde, wie in Hannover das Universum zum ersten Mal weltweit hörbar gemacht wurde – und wie das 2035 startende LISA-Projekt, an dessen Planung und Umsetzung Danzmann federführend beteiligt war, diese Hörbarkeit von Phänomenen durch die Zeit hindurch um ein Vielfaches verbessern wird: „Ich will noch den Urknall hören, bevor ich sterbe!“, schloss Danzmann seinen Vortrag.

Professor auf dem Quantensprung

Anschließend war Zeit für die Schülerinnen und Schüler, in Diskussionen und Fragen einzutauchen. Viel zu schnell waren die 90 Minuten, die zur Verfügung standen, vorbei. Danzmann musste unmittelbar weiter zum nächsten von vier Terminen in vier verschiedenen Städten an vier Tagen. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert und bedankten sich dafür, dass er sich trotz aller Verpflichtungen die Zeit für sie genommen hatte, mit einem Geschenk, das ihm die Kraft und die Nerven geben sollte, all diesen Stress durchzuhalten: Mit einer Kaffeetasse, auf der geschrieben stand: „2 + 2 = 5 für extrem große Werte von 2“

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