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Stahlplatten zur Entlastung: Stadt bereitet Zwischenlösung zum Schutz der Kanalisation vor

01.03.2026 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 4

Die Stadtverwaltung bereitet eine Zwischenlösung zum Schutz der maroden Kanalisation in der Innenstadt vor: An besonders kritischen Stellen sollen Stahlplatten eingebaut werden, um den äußeren Druck auf die Kanalrohre zu vermindern. Bis Ende März sollen alle Hausanschlüsse im Zentrum kontrolliert werden.

01.03.2026
Achim Süß
2 Min.
Ein Gullyschacht zur Wunstorfer Kanalisation (Archiv) | Foto: Schneider

Wunstorf (as). Der Zustand des Leitungsnetzes unter der Fußgängerzone spielt im Streit um die Sanierung der Fußgängerzone eine wichtige Rolle: Die Reparatur der Rohre sei dringend nötig, heißt es im Rathaus. Eine gründliche Analyse mit Hilfe einer Spezialkamera habe ergeben, dass es an vielen Stellen mehr oder weniger große Beschädigungen gebe.

Die Stadtverwaltung möchte unbedingt vermeiden, dass die Beläge in der Innenstadt mehrfach aufgenommen werden: für die Neugestaltung der Fußgängerzone und für die Kanalsanierung. Beide Vorhaben sollen in einem Schritt über die Bühne gehen. In diesem Zusammenhang ist immer wieder die Frage aufgetaucht, wie dringend die Leitungsreparatur ist. Die einen sagen: Wenn es so gravierende Schäden gebe, wie behauptet, müsse doch kurzfristig gehandelt werden. Andere tendieren dazu, nichts zu überstürzen und die Kanäle zu erneuern, wenn der Umbau der Innenstadt beginnt.

Die Fakten

Im Gespräch mit der Auepost nannte Stadtbaurat Alexander Wollny jetzt aktuelle Fakten. Er erinnerte an die Auswertung der Untersuchung aus dem April 2025: Scherbenbrüche an den Rohren, Verformungen und Verschiebungen stellten erhebliche Probleme dar. Wollny wörtlich: „Das Risiko ist nicht ganz klein!“ Er räumt ein, dass die Fachleute aus dem Fachdienst Stadtentwässerung besorgt sind und auf Lösungen dringen.

„Das Risiko ist nicht ganz klein“

Alexander Wollny

Deshalb sollen aktuell bis Ende des Monats alle Hausanschlüsse in der Fußgängerzone überprüft werden. Im zweiten Quartal soll ein Ingenieurbüro eingeschaltet werden, um die Reparaturen zu planen. Der Stadtbaurat kündigt an, die Verwaltung bereite sich darauf vor, eine Zwischenlösung umzusetzen: Das Pflaster könnte an den kritischen Stellen aufgenommen werden. Über den Schadstellen könnten Stahlplatten verlegt werden, um die schadhaften Rohre vor Druck von oben zu schützen.

Langfristige Lösung muss her, Inliner-Verfahren nicht geeignet

Langfristig sei das keine Lösung, denn der Querschnitt der Kanalisationsrohre reiche nicht mehr aus. Die Vorschriften seien in den vergangenen Jahren verschärft worden und verlangten größere Durchmesser. Das gelte auch für den Unterbau. Aktuell sei eine Stärke von 60 Zentimetern vorgeschrieben. Diese Vorgabe werde in der Fußgängerzone nicht erreicht.

Wollny erteilte auch dem sogenannten Inlinerverfahren eine Absage. Das sei nicht geeignet, alle Schäden zu beheben. Diese Methode ermöglicht die Kanalsanierung, ohne die Beläge aufbrechen und Gräben anlegen zu müssen: Ein harzgetränkter Schlauch wird in das bestehende Rohr eingebracht und dort ausgehärtet. Ein neues, dichtes Rohr entsteht im alten Kanal – mit einer Lebensdauer von Jahrzehnten.

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Kommentare


  • Anonym sagt:

    „Deshalb sollen aktuell bis Ende des Monats alle Hausanschlüsse in der Fußgängerzone überprüft werden.“

    Eine Stadt, welche nicht permanent auf dem Laufenden ist, wie ihre Infrastruktur beschaffen ist, ist ganz schlecht geführt. Surprise, surprise – unsere Abwasserkanäle sind marode – das hätten wie niemals gedacht?! Was soll das für eine unveranwortliche Stadtspitze sein? Und da nehme ich den Eberhardt von der CDU gar nicht aus der Verantwortung.

    Die Wunstorfer Bürger werden sowohl von CDU als auch von SPD weiterhin komplett am Nasenring durch die Manege geführt. Aber sie wählen weiterhin diese Altparteien.
    So wie bestellt, wird dann eben auch geliefert.

  • SK sagt:

    Erst heißt es, dass die Hausanschlüsse auch in einem schlechten Zustand wären, nun müssen diese erst noch geprüft werden. Das erste bei einer Planung ist doch die Grundlagenermittlung.

    Es scheint auch keiner Ahnung von grabenloser Rohrsanierung zu haben. Es wird immer nur vom Inliner-Verfahren gesprochen, was ist mit den anderen? Beim berstlining-Verfahren werden die alten Betonrohre auseinander gedrückt und neue Kunststoffrohre eingezogen, die auch um 1-2 Nummern vergrößert werden können. Über welche vorhandenen Kanaldurchmesser sprechen wir und welcher Kanaldurchmesser soll es zukünftig sein?

    • AE sagt:

      Spannend. Und wer soll dann für die Schäden an den Gebäuden aufkommen, wenn beim Berstlining-Verfahren von den Erschütterungen sich die Risse in den Fassaden auftun? (Google sei dank ist dieses Fachwissen für jedermann verfügbar!)
      Dann stehen die Protagonisten der BI wieder auf der Matte und sind alarmiert.
      Vielleicht sollte man erstmal ein Planungsbüro beauftragen, all die diskutierten Aspekte zu hinterleuchten.
      Aber glauben wird man denen auch nicht schenken, weil sie ja nicht neutral sein können, wenn sie von der Stadt beauftragt sind.

      • SK sagt:

        Die Verdichtung des neuen Unterbaus für die Fußgängerzone würde deutlich größere Vibrationen verursachen (größere Vibrationen und dichter an den Gebäuden), als beim Berstlining-Verfahren für den Kanal entstehen.
        Wenn man ihren Fachberater google nach „Berstling-Verfahren Vibrationen Schäden an Gebäuden“ fragt, dann kommt von der Übersicht mit KI
        „Das Berstlining-Verfahren (Rohr-Berstverfahren) zur grabenlosen Rohrerneuerung ist zwar wesentlich erschütterungsärmer als ein offener Baugraben, kann aber dennoch Vibrationen verursachen, die unter bestimmten Umständen zu Schäden an benachbarten Gebäuden führen können.“
        Wenn das Verfahren sogar weniger Erschütterungen erzeugt als eine Erneuerung in offener Bauweise, wo sehen Sie dann das Problem?

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