
Wunstorf (as). Die Erhaltung der Bausubstanz im ehemaligen Pflegerdorf „Im Rehmoore“ ist ein Vorhaben der öffentlichen Hand – an der Stiftsstraße sind private Investoren am Werk: 2020 hat die Stifts-Kirchengemeinde die Neue Dechanei an ein Hamburger Unternehmen verkauft, das sofort nach dem Erwerb den Umbau beginnen wollte. In dem etwa 240 Jahre alten Doppelhaus sollten auf etwa 700 Quadratmetern Wohnfläche für etwa drei Millionen Euro 6 Wohnungen und zwei Penthäuser geschaffen werden. Das als „das Absolute“ angekündigte Projekt wurde allerdings nicht verwirklicht.
Für den Verkauf der Immobilie – von mehr als 800.000 Euro war damals die Rede – hat der Kirchenvorstand viel Kritik von Bürgerinnen und Bürgern einstecken müssen. Die Gemeinde hat den Verkauf damit begründet, dass sie mit der fachgerechten Instandhaltung der Immobilie finanziell weit überfordert gewesen sei. Außerdem konnte sie den Erlös verwenden, um sich an der teuren Sanierung der Stiftskirche zu beteiligen.
Auch nach dem Abebben der Kritik blieb das Haus im Blickpunkt besorgter Wunstorfer: Der Stillstand hat viele Menschen beschäftigt, denen das Gebäudeensemble im Stiftsbereich am Herzen liegt. Einige haben – auch in Briefen an die Stadtverwaltung – davor gewarnt, das wertvolle Fachwerkhaus drohe zu verfallen, wenn nichts geschehe.
Inzwischen hat die Immobilie nach Informationen der Auepost mehrfach den Eigentümer gewechselt. Tatsächlich ist außerdem wenig geschehen seit August 2020. Im Gebäude ist die Entkernung stecken geblieben, und selbst dringende Dachreparaturen wurden nur nach massivem Druck der städtischen Denkmalpfleger ausgeführt.
An den Experten aus der Wunstorfer Bauverwaltung ist das vollmundig angekündigte Projekt letztlich auch gescheitert: Die Sanierungs-, Renovierungs- und Umbaupläne stießen auf den Widerstand der städtischen Fachleute, die immer wieder die Erhaltung der historischen Bausubstanz verlangt haben.

Nun, nach fast fünf Jahren Leerstand, scheint sich das Blatt zu wenden: „An dem Objekt finden kontinuierlich Arbeiten statt“, teilt Stadtsprecher Daniel Pfingsten im Mai mit: „So finden aktuell Aufräumarbeiten innen und außen statt, die Tordurchfahrt ist mit unserem ,Segen‘ temporär zurückgebaut worden, damit auch größere Maschinen in den Gartenbereich gelangen können.“ Pfingsten betont, die Zusammenarbeit mit dem Investor sei konstruktiv: „Wir stehen im regelmäßigen Austausch mit dem örtlichen Bauleiter.“
Auch Hartmut Ehlert bestätigt, dass die Entkernung des Hauses mit vorbereitenden Aufräumarbeiten begonnen hat. Der Architekt aus Buchholz bei Rinteln ist von den aktuellen Hamburger Eigentümern mit der Planung des Projekts betraut worden. Ehlert gilt als erfahrener Fachmann für die Sanierung alter Gebäude und hat gerade erfolgreich den Umbau des Poelzig-Backsteinbaus in Hannover-Vinnhorst abgeschlossen. Auch den alten Marinebau in Hainholz hat er restauriert.
Für die Stiftsstraße hat er ein Wohngebäude entworfen, das die historische Substanz weitgehend beibehält und damit die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllt. An diesen Vorgaben waren mehrere Planer gescheitert, die vor Ehlert mit dem Projekt befasst waren. Er fungiert nach eigenen Angaben nach Abschluss der Entwurfs- und Abstimmungsphase nun nur noch als „Ober-Bauleiter“ und überwache die aktuelle Bestandsaufnahme. Jetzt gebe es erst einmal „viel Mühe, Dreck und Staub“, um das Fachwerk freizulegen und dessen Zustand zu bewerten. Erst danach werde feststehen, wie es weitergehe und wie lange es dauern werde.
für Wohnen in einem schönen Haus und z.B. für 120 qm ist das nicht selten.
Wohnraum ist gefragt und dann in dem exklusiven Haus, das ist doch schön.
Und wir freuen uns, dass das Haus renoviert ist und gut aussieht.
Seit einem Jahr wird nun saniert und die Pläne sind sehr erfolgversprechend.
Wie sieht denn insgesamt der Zeitplan aus?
Vielleicht kann die Auepost hier mal recherchieren und über den aktuellen Stand berichten?
Ja, würd mich auch mal interessieren.
Scheint ja jetzt in besseren Händen zu sein.
Top-Information! Nur, teilt man drei Millionen durch 6 Wohnungen, sind das 500 000 Euro pro Wohnung! „Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld“ Schlager aus den 1950-er Jahren.
H. Meyer