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Unwetter trifft Wunstorf: Blitzeinschläge, Überschwemmungen, Straßensperren

30.06.2024 • Redaktion • Aufrufe: 8218

Zwei heftige Unwetterfronten sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag über Wunstorf gezogen. Mehrmals schlugen Blitze ein. Die Hochstraßenkreuzung/Kolenfelder Straße war über Stunden voll gesperrt. Eine Gasleitung geriet in Brand. Die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus.

30.06.2024
Redaktion
Aufrufe: 8218
Blitzeinschlag in Wunstorf | Bild: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Es begann ziemlich genau um Mitternacht: Die angekündigte Gewitterfront erreichte Wunstorf. Plötzlicher Starkregen setzte ein, begleitet von einem heftigen Gewitter. Der Deutsche Wetterdienst hatte sogar vor Hagel mit einer Körnergröße um 4 Zentimeter gewarnt – der Hagel blieb in Wunstorf jedoch aus. Dafür war das Gewitter umso heftiger, und die Wassermassen, die vom Himmel kamen, sorgten innerhalb kürzester Zeit für überlaufende Kanalisationen und überschwemmte Straßen.

Erstmals in diesem Jahr musste deswegen auch die Bahnunterführung an der Kolenfelder Straße sowie die Hochstraßenkreuzung daneben voll gesperrt werden. Feuerwehr und Polizei behielten die Lage im Blick.

Straßensperren errichtet

Zunächst provisorisch mit Flatterband und durch quergestellte Einsatzfahrzeuge wurden die Straßen gesperrt, später in der Nacht rückte nochmals der Bereitschaftsdienst des städtischen Baubetriebshofes aus und sperrte die Zufahrten mit Absperrgittern samt den entsprechenden Verkehrsschildern.

Die Hochstraße ist aus allen Richtungen gesperrt | Foto: Daniel Schneider

Hochstraße und Einfahrt zur Kolenfelder Straße waren in alle Richtungen nicht mehr passierbar. Autos mussten wenden und sich alternative Strecken suchen. Problematisch daran: Die Hochstraße selbst ist derzeit als Umleitungsstrecke für andere baustellenbedingt gesperrte Straßen ausgewiesen. Die Umleitungen führten damit auf die nun ebenfalls gesperrte Hochstraße.

Ohne Absperrung droht der Bereich jedoch zur Falle für Autofahrer zu werden – Motoren werden durch angesaugtes Wasser zerstört, Fahrzeuge bleiben liegen.

Blitzeinschläge

Blitze schlugen an mehreren Stellen im Stadtgebiet ein, unter anderem in den Baukran, der derzeit im Barneschulzentrum zur Errichtung der neuen Sport- und Veranstaltungshalle steht.

Ein Blitz trifft den Baustellenkran im Barneschulzentrum | Bild: Daniel Schneider
Der Kran wirkt wie ein überdimensionaler Blitzableiter | Bild: Daniel Schneider

Die Metallkonstruktion bildete sozusagen einen überdimensionalen Blitzableiter in großer Höhe. Der Kran selbst drehte sich während des Unwetters mehrmals in verschiedene Richtungen – dies geschah jedoch nicht unabsichtlich, Sensoren richten den Kranausleger bei Sturmböen automatisch entsprechend den Windrichtungen aus.

Feuerwehreinsätze infolge Starkregens und Blitzschlag

Die eigentlich stockdunkle Nacht wurde infolge der Blitze am Himmel vorübergehend taghell. Die Feuerwehr meldete bereits um 1 Uhr, dass Einsätze in Steinhude und Großenheidorn infolge des Starkregens liefen. Auch die Feuerwache in der Kernstadt war besetzt, die Feuerwehren waren die gesamte Nacht über im Einsatz. In der Oststadt mussten in einem Wohnheim Aufzugsschächte und mehrere Kellerräume von eindringendem Wasser befreit werden.

Brennende Gasleitung in Blumenau | Foto: Feuerwehr
Video: Ein Blitz schlägt lautstark ein

Einen besonderen Unwettereinsatz gab es in Blumenau, teilte Sprecher Marcel Nellesen für die Stadtfeuerwehr mit: Dort brannte Gas aus einer Ferngasleitung auf einem Acker – vermutlich sei das Feuer durch Blitzschlag ausgelöst worden. Die Feuerwehr begann keine Löschmaßnahmen – die Gasleitung wurde später vom Betreiber vom Netz genommen. Einschränkungen für die Versorgung entstanden nicht.

Zweites Unwetter naht, Sperren bleiben

Gegen 1.30 Uhr beruhigte sich die Lage zunächst wieder, das Unwetter schien vorbei. Doch die nächste, noch ausgedehntere Gewitterfront näherte sich bereits aus Südwesten. Gegen 3.30 Uhr erreichte sie Wunstorf und brachte noch heftigere Niederschläge und Gewitter.

Mitarbeiter des Baubetriebshofes ersetzen das provisorische Flatterband mit festen Sperren auf Höhe der in der Nacht geschlossenen Star-Tankstelle | Foto: Daniel Schneider
Geschlossene Kolenfelder Straße vor der Bahnunterführung | Foto: Daniel Schneider
Video: Während des Unwetters ist auf den Straßen teils nur noch Schrittgeschwindigkeit möglich, außerorts sinkt die Sicht stellenweise unter 100 Meter

Autofahrer auf den Bundesstraßen hielten teilweise an und unterbrachen die Weiterfahrt, bis der Starkregen nachgelassen hatte. Ähnlich dramatisch war die Situation auf der Autobahn: die Sicht verminderte sich im Unwetter drastisch, die Gefahr von Aquaplaning überraschte die Verkehrsteilnehmer.

Die Sperrungen an Hochstraße und Kreuzung in der Innenstadt wurden vorsorglich aufrechterhalten. Die Durchfahrt wurde erst am Morgen wieder freigegeben.

Gegen 5 Uhr am Morgen entspannte sich die Lage allmählich.

300 Einsätze in Schaumburg

Im angrenzenden Schaumburger Land fuhren die Feuerwehren insgesamt rund 300 Einsätze. Zu den Schwerpunkten zählte dabei auch Wunstorfs Nachbarkommune Nenndorf. Tiefgaragen liefen voll Wasser, in Hohnhorst drohte Wasser von der Straße in ein Wohnhaus zu laufen.

Der Deister bei Bad Nenndorf verschwindet am Sonntagmorgen in einer Wand aus Dunst und Regen | Foto: Daniel Schneider
Die Feuerwehr Nord staut in Bad Nenndorf einen Bach an | Foto: Kreisfeuerwehr Schaumburg

Auch der Haster Bach in Bad Nenndorf machte Probleme: Da er über die Ufer zu treten drohte, wurde das Gewässer von der Feuerwehr aufgestaut, um den Bachunterlaufen zu entlasten. In Stadthagen musste die Kläranlage von Feuerwehr und THW geschützt werden.

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Kommentare


  • Grit D. sagt:

    Unwetterfront No.1 hatte ich live „genossen“ (naja).
    Unwetterfront No.2 hatte ich verpennen dürfen. War ich definitiv nicht unglücklich drüber.

    Meine erstmalig in knapp vier Jahren gut zur Häfte ‚geflutete‘ Terrasse konnte ich somit erst Sonntagmorgen betrachten. Ein Anblick, den ich nicht unbedingt gebraucht hätte.

    Mit Sicherheit aber waren diejenigen richtig gekniffen, deren Keller/Garage/Carport o.ä volllaufen mussten.
    Das S-Wort hierzu ist eher nicht böse- oder?

  • Andrea sagt:

    Ich habe beide Fronten ‚mitgenommen‘ und hab beide Male fasziniert aus dem Fenster geguckt, mal Richtung Straße, mal Richtung Garten. Es war beeindruckend… und auch in vielen Häusern in der Nachbarschaft war immer mal irgendwann irgendwo Licht an. Diese beiden Gewitter haben wohl viele hochgeschreckt.
    Eine nicht repräsentative Umfrage heute früh bei den Kollegen, die hinter Braunschweig wohnen, wie die das erlebt haben, ergab ein ‚???Gewitter???‘ oder ‚ja, gegen vier Uhr war was mit Hagel’…na toll, und unsereits kriegt keinen Schlaf:-)
    Tausend Dank an unsere Feuerwehr (klar, ich weiß, für warme Worte könnt ihr euch nichts kaufen), dass ihr wieder für unsere Sicherheit unterwegs gewesen seid. Ich bewundere euch!!

  • nanouk sagt:

    Tja so ist Mutter Natur, macht eh was Sie will & der Mensch klitzeklein. Jaaajaa Klimawandel, Mutter Natur zeigt uns Menschen den Klimawandel, juhuu & heul. Blitze anzusehen, das ist herrlich, ist übrigens auch Mutter Natur & keine Menschen gemachten Geister, huuu :-)

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