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Sonst mit den CrazyKickern auf dem Platz – jetzt mit Rudi Völler im Gespräch

25.05.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 5

Wenn die CrazyKicker Fußball spielen, dann ist sie dabei – als Trainerin und Mitspielerin von Wunstorfs Inklusions-Fußballmannschaft. Für ihr Engagement war Emma Koch nun eingeladen nach Berlin zum Fußball-Ehrenamts-Tag.

25.05.2026
Redaktion
2 Min.
Emma Koch und Rudi Völler | Foto: privat

Wunstorf/Berlin (red). Eine Wunstorfer Sportlerin und Trainerin vom TuS Wunstorf stand jetzt in Berlin beim großen Ehrenamt-Treffen im Mittelpunkt: Emma Koch gehört damit nun zu Deutschlands ausgezeichneten Ehrenamtlichen.

Die Einladung stellt eine besondere Ehre für die inklusive Fußballmannschaft CrazyKicker und den gesamten Verein dar: Emma Koch wurde von den DFB Stiftungen als eine von nur 30 Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland für das exklusive Wochenende „Ehrendank ans Ehrenamt“ in Berlin ausgewählt.

Vom 22. bis 24. Mai 2026 trafen sich engagierte Menschen aus ganz Deutschland in der Hauptstadt, um sich über Ehrenamt, gesellschaftliches Engagement und die Zukunft des freiwilligen Einsatzes auszutauschen. Höhepunkt der Veranstaltung war der gemeinsame Besuch des DFB Pokalfinales im Berliner Olympiastadion.

Erster bundesweiter Ehrentag

Emma Koch vertrat dabei nicht nur den Verein als Trainerin, sondern auch als aktive Spielerin der inklusiven Fußballmannschaft CrazyKicker. Seit Jahren engagiert sie sich mit großem Einsatz für Menschen mit Beeinträchtigungen und prägt die Mannschaft mit ihrer positiven Art, ihrer Geduld und ihrem Teamgeist.

Emma Koch mittendrin | Foto: privat
Besuch des DFB-Pokalfinales im Olympiastadion | Foto: privat

Organisiert wurde die Veranstaltung von den DFB-Stiftungen Egidius Braun und Sepp Herberger gemeinsam mit der Stiftung der Nationalmannschaft. Anlass war der erste bundesweite „Ehrentag“ zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes. Ziel des Wochenendes war es, ehrenamtlich engagierten Menschen Danke zu sagen und neue Impulse für ihre wichtige Arbeit zu geben.

Im Talk mit Völler

Auf dem Programm standen Workshops, Gesprächsrunden und Austauschformate rund um Themen wie Resilienz, Persönlichkeitsentwicklung, Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Unterstützt wurde das Wochenende unter anderem durch die Zeit-Stiftung.

Ein besonderer Moment für die Teilnehmer war der persönliche Talk mit Fußballlegende Rudi Völler. Der ehemalige Weltmeister sprach über Verantwortung, Teamgeist und die enorme Bedeutung des Ehrenamts im Fußball und in der Gesellschaft.

Die Mannschaft ist stolz

Für die CrazyKicker ist die Einladung von Emma Koch eine besondere Anerkennung der täglichen Arbeit im inklusiven Sport: „Wir sind unglaublich stolz auf Emma. Sie lebt den Gedanken von Inklusion, Gemeinschaft und Ehrenamt jeden Tag vor. Diese Einladung zeigt, wie wichtig Menschen wie sie für den Sport und unsere Gesellschaft sind“, heißt es aus dem Umfeld der Mannschaft.

„Wir sind unglaublich stolz auf Emma“

Die CrazyKicker stehen seit 2 Jahren für gelebte Inklusion im Fußball. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung trainieren, spielen und lachen hier gemeinsam. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf dem Sport, sondern vor allem auf Zusammenhalt, Respekt und Teilhabe.

Mit der Teilnahme am Ehrenamt-Wochenende in Berlin erhielt Emma Koch nun eine Auszeichnung, die weit über den Fußball hinausgeht. Sie steht stellvertretend für viele Menschen, die sich Tag für Tag ehrenamtlich engagieren und damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

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Kommentare


  • Rika sagt:

    Ich finde an dem Begriff „Inklusions-Fußballmannschaft“ einen Punkt bedenkenswert:

    Fußball ist im Kern ein Leistungssport. Je höher die Ebene, desto stärker gilt Leistungsauslese. Eine Nationalmannschaft ist gerade kein inklusiver Raum, sondern die extremste Form sportlicher Auswahl.

    Wenn man „Inklusion“ im Fußball wirklich streng versteht, müsste man also fragen: Wie würde Inklusion in der normalen Mannschaft, im normalen Spielbetrieb oder sogar in einer Nationalmannschaft aussehen? Sobald man diese Frage stellt, merkt man, dass hier offenbar zwei verschiedene Logiken nebeneinanderstehen: einerseits Leistungsauslese, andererseits Teilhabe.

    Eine eigene „Inklusionsmannschaft“ kann menschlich sinnvoll und für die Beteiligten wertvoll sein. Aber begrifflich ist sie zunächst einmal auch eine Sonderstruktur neben dem normalen Betrieb. Dann sollte man sauber unterscheiden: Ist das wirklich Inklusion des Fußballsystems — oder eher ein eigenes Teilhabeangebot mit positivem Etikett?

    Das ist keine Kritik an den Spielern oder Ehrenamtlichen. Es ist eine Frage an den Begriff: Wenn Inklusion nur in einer separaten Mannschaft stattfindet, wie inklusiv ist dann eigentlich der normale Fußballbetrieb?

  • Paul G. sagt:

    Mich würde bei dem Begriff „Inklusions-Fußballmannschaft“ vor allem eine konkrete Frage interessieren:
    Welches Ziel verfolgt diese Mannschaft eigentlich im Spiel?
    Tritt sie tatsächlich gegen andere Mannschaften an, nach Fußballregeln, mit Ergebnis und dem Ziel, mehr Tore als der Gegner zu erzielen? Oder steht eher gemeinsame Bewegung, Vereinszugehörigkeit und sportliche Betätigung mit Ball im Vordergrund, ohne dass das Gewinnen des Spiels eine wesentliche Rolle spielt?
    Das ist für die Begriffsfrage entscheidend. Denn Fußball ist im eigentlichen Sinn ein Wettbewerbsspiel. Wenn das Ziel, ein Spiel zu gewinnen, nicht mehr wesentlich ist, spricht man vielleicht über ein wertvolles soziales Sportangebot — aber nicht mehr über Fußball im klassischen Wettbewerbssinn.
    Deshalb wäre die einfache Sachfrage: Wird dort wirklich Fußball gespielt, also mit Gegner, Ergebnis und Siegesziel — oder handelt es sich eher um ein Fußballformat zur Teilhabe?

  • Timo H. sagt:

    @Rika & @Paul G.:

    Ich finde beide Gedankengänge sehr interessant, weil sie nicht die Beteiligten angreifen, sondern den Begriff „Inklusions-Fußballmannschaft“ genauer befragen.

    Aus meiner Sicht führt das zu einer allgemeineren Frage: In vielen Inklusionsdebatten wird der Aufwand moralisch nach oben geöffnet, ohne dass ein belastbarer Angemessenheitsmaßstab benannt wird. Gleichzeitig wird nicht immer mit gleicher Strenge geprüft, ob das ursprüngliche Ziel der jeweiligen Praxis überhaupt erhalten bleibt.

    Auf Fußball bezogen heißt das: Wenn Fußball im eigentlichen Sinn ein Spiel mit Gegner, Ergebnis und Siegesziel ist, dann müsste geklärt werden, ob genau dieses Ziel erhalten bleibt. Wenn es dagegen vor allem um gemeinsames Bewegen, Vereinszugehörigkeit und Teilhabe geht, kann das menschlich wertvoll sein; es wäre aber begrifflich etwas anderes als Fußball im klassischen Wettbewerbssinn.

    Interessant ist auch die Rolle der Spieler ohne Beeinträchtigung. Sind sie dort gleichrangige Fußballspieler mit demselben Spielziel? Oder erfüllen sie eher die Funktion von Unterstützern, sozialen Ankern oder Legitimationselementen für das Inklusionsetikett?

    Die entscheidende Meta-Frage scheint mir daher zu sein: Wird jemand, der nach Zielerreichung, Abgrenzung und Angemessenheit fragt, noch als legitimer Fragesteller ernst genommen; oder wird er bereits als angeblich empathielos markiert, damit diese Fragen gar nicht erst gestellt werden?

    Gerade wenn Inklusion ernst gemeint ist, sollte sie begrifflich, praktisch und verhältnismäßig prüfbar bleiben.

  • fred sagt:

    Fruher hieß sie auch nicht Inklusionsmannschaft. Der Begriff wird gerne benutzt und oft sorgt es für Missverständnisse. ich empfehle folgendes: https://www.nfv.de/verband/nfv-aktuell/news/news-detail/inklusive-fussball-liga-startet-am-wochenende

    Gut ist dieses Angebot auf jeden Fall, es gibt so viele Ssichtbare und für Laien unsichtbare Beeinsträchtigungen bei Menschen. Und gerade im Kinderbereich fehlt es an Bewegungsangeboten für Kinder mit Beeinträchtigung.

    Man sollte einfach machen und sehen das dieses Angebot ausgebaut wird und Bestand hat, eine vermarktung o.ä. sehe ich als überflüssig an.
    Leistungsgedanken sollte in unserer Gesellschaft heutzutage überprüft werden, durch den Generationswechsel geschieht hier eh ein umdenken weg von der Leistungsgesellschaft mit dem Fokus auf „nur das beste “ zählt und wer hat das größe (vom Arbeitgeber) finanzierte Auto und wer ist eh der tollste. Das braucht niemand, aber eine integration aller in unserem Leben ist sinnvoll. So eine Veranstalltung mit Ehrungen ist Geldverschwendung und pr.

    • Rika sagt:

      @fred:

      Danke für den Hinweis. Den Link finde ich tatsächlich hilfreich, weil dadurch klarer wird, dass es offenbar nicht nur um lockeres Training geht, sondern um einen eigenen inklusiven Spielbetrieb bzw. Turniermodus.

      Für mich bleibt aber genau daran die begriffliche Frage hängen: Wenn es eine eigene inklusive Liga gibt und normale Einteilungen wie Altersklassen zunächst zurückgestellt werden, dann scheint der Fußball hier bereits nach einer besonderen Logik organisiert zu sein.

      Das kann man sinnvoll finden. Aber dann sollte man sauber unterscheiden: Geht es noch um Fußball im klassischen Wettbewerbssinn — also Gegner, Ergebnis, Siegesziel und Leistungsauswahl — oder eher um ein Teilhabeformat mit Fußballregeln?

      Dein Hinweis zum Leistungsgedanken ist aus meiner Sicht genau der Kern. Wenn man den Leistungsgedanken im Fußball überprüft oder zurücknimmt, verändert man auch das, was Fußball normalerweise ausmacht. Das muss nicht schlecht sein. Aber dann sollte man es begrifflich offen benennen.

      Kurz gesagt: Nicht das Angebot ist mein Problem. Die offene Frage ist, nach welchem Maßstab dort gespielt wird und ob der Begriff „Fußball“ noch im klassischen Wettbewerbssinn gemeint ist oder in einem erweiterten sozialen Teilhabesinn.

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