
Wunstorf (red). Wo kommen eigentlich die Sportler her, die bei den Olympischen Spielen antreten? Manchmal auch aus Wunstorf. Sven Schwarz etwa hat es als Schwimmer zu Olympia geschafft, und auch im Bogensport soll es einmal so sein.
An diesem Ziel arbeitet derzeit ein jugendlicher Sportler vom BSC Wunstorf, und wie Schwarz kommt er aus Luthe: Erst vor knapp drei Jahren hat Tim Ozmina begonnen, die Sportart mit Pfeil und Bogen auszuüben. Im vergangenen Jahr wurde er nun in den Landeskader des Niedersächsischen Sportschützenverbandes aufgenommen.
Vorausgegangen waren besonders gute Leistungen beim Schießen – beim Training als auch bei Turnieren. Nun trainiert der 15-Jährige nicht nur in Wunstorf auf dem Vereinsbogensportplatz, sondern ist auch regelmäßig beim Kadertraining in Hannover dabei. Das bedeutet: Ausdauertraining in Form von Joggen, Leistungskontrolle beim Schießen und Fortbildungen wie Ernähungs- oder Mentaltraining. Auch Vergleichsschießen mit Kadern aus anderen Bundesländern stehen im Terminkalender.
Der Weg zur Profisportkarriere ist damit eingeschlagen – die nun in den kommenden Jahren weiterhin viel Ehrgeiz verlangt. Der Bogensportplatz wird zum zweiten Zuhause: Bis zu 1.000 Pfeile muss Tim nun pro Woche schießen. Zum Vergleich: Bei einem regulären großen Turnier im Bogensport werden insgesamt 144 Pfeile geschossen – das Training besteht somit quasi aus einem täglichen Turnier – jeden Tag wieder.
Entdeckt wurde Tim bei einem dieser Wettkämpfe: Bei der Bogen-Landesmeisterschaft im Sommer 2025 in Wieckenberg wurde seine Wunstorfer Trainerin angesprochen, er solle einmal zum Sichtungsschießen kommen. Gemeinsam mit einer Vereinskameradin und weiteren Talenten aus ganz Niedersachsen wurde er daraufhin einen Tag lang genau unter die Lupe genommen – und wurde dann als einer von ganz wenigen tatsächlich in den Kader aufgenommen.
Seine Bogenart ist der Recurvebogen – der klassische olympische Sportbogen. Der Recurve war bislang auch die einzige Bogenart, die bei Olympia zugelassen war. Das ändert sich bei den nächsten Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Dann wird auch der sogenannte Compoundbogen erstmals eine Rolle spielen.
In Los Angeles wird Tim hingegen kaum dabei sein – er hat noch weitere Jahre harten Trainings vor sich, bevor sich der Traum von Olympia vielleicht irgendwann erfüllt. Und auch das Abitur am Hölty-Gymnasium steht noch auf dem Plan.
Denn nach dem Landeskader wartet der Bundeskader, und das Zeitfenster ist fest abgesteckt: Bis spätestens zu seinem 21. Geburtstag muss er es in den Bundeskader geschafft haben – das ist die Grenze, an der man ansonsten aus dem Landeskader ausscheidet.
Der Andrang beim Wunstorfer Bogensportclub ist unterdessen ungebrochen: Auch der in diesen Tagen laufende Anfängerkurs war für dieses Jahr schon lange wieder ausgebucht – und möglicherweise stehen schon die nächsten Profisportler in den Startlöchern.
Ein Interview mit Tim Ozmina zu seinen Erfahrungen im Bogenkader hat der BSC auf seiner Webseite veröffentlicht.
Sehr cool – ich wünsche viel Glück.