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Zum 1.150. Geburtstag des Stifts: Kirche und Stadt starten Feiern

12.10.2021 • Achim Süß • Aufrufe: 367

Festgottesdienst am Donnerstag, mittelalterliche Musik am Freitag: Die Feierlichkeiten zum Stifts- und Stadtjubiläum beginnen. Die Stiftskirche selbst wird unterdessen weiter saniert.

12.10.2021
Achim Süß
Aufrufe: 367
Stiftskirche
Die Wunstorfer Stiftskirche (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (as). Mit einem Festgottesdienst am Donnerstag, den 14. Oktober, startet die Stifts-Kirchengemeinde um 17 Uhr offiziell einen großen Veranstaltungsreigen, der – coronabedingt – weit ins nächste Jahr reicht. Anlass ist die 1.150. Wiederkehr des Tages, an dem König Ludwig der Deutsche 871 das Wunstorfer Stift unter seinen persönlichen Schutz stellte. Der besondere Gottesdienst mit einer Predigt von Regionalbischöfin Petra Bahr ist in die Stadtkirche gelegt worden: Die Stiftskirche wird weiterhin aufwändig saniert und ist wahrscheinlich erst in der Weihnachtszeit wieder nutzbar.

Die Gemeinde präsentiert an diesem Tag auch die virtuelle Version einer Ausstellung zum Jubiläum des Stifts, die in Kooperation mit dem historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover und der Klosterkammer entstanden ist. Zunächst ist die Arbeit einer Studentengruppe um den Historiker Anton Weise nur im Internet zu sehen. Die echte Ausstellung soll im nächsten Sommer am vorgesehenen Jubiläumswochenende, den 17. bis 19. Juni 2022, in der renovierten Stiftskirche in erweiterter Form zu sehen sein. Gottesdienst und Präsentation laufen unter „2G“-Bedingungen (Geimpfte und Genesene) ab. Um das Führen der Teilnehmerliste so einfach wie möglich zu machen, bittet die Stifts-Gemeinde um Anmeldung über die Homepage.

Ebenfalls am Donnerstag stellt die Stadt eine neue Chronik vor, die ein Arbeitskreis um Stadtarchivar Klaus Fesche monatelang erarbeitet hat. Im nächsten Jahr im Sommer soll auch ein wissenschaftlicher Sammelband erscheinen, in dem unter anderem neueste Erkenntnisse und Bewertungen zur Geschichte von Stift und Stadt Wunstorf vorgestellt werden. Das Werk ist in Zusammenarbeit von Klosterkammer, Landesamt für Denkmalpflege, Historischem Seminar der Uni Hannover und Stifts-Gemeinde entstanden.

Schöne Vielfalt

Pastor Volker Milkowski, Ludwig Büsing vom Kirchenvorstand und Anton Weise erläuterten am Montag den aktuellen Stand der Kirchensanierung, der Planungen für die Jubiläumsfeiern und der bevorstehenden Veröffentlichungen. Wegen der Pandemie seien die wesentlichen Veranstaltungen ins nächste Jahr verschoben worden. Er sei dankbar, dass unterschiedliche Organisatoren unterschiedliche Schwerpunkte setzten, sagte Milkowski. Das Programm verzahne die Vorhaben der diversen Initiatoren. Diese Vielfalt sei „schön“. Der Pastor räumte ein, dass einige Vorhaben wegen der Pandemie nicht zustande gekommen und auch nicht mehr möglich seien.

Milkowski
„Eine große Sause“ verspricht Pastor Volker Milkowski von der Stifts-Gemeinde für 2022: Viele bunte Aktionen von unterschiedlichen Anbietern sollen zum Jubiläum des Stifts Gelegenheit zum Informieren, Gedenken und Feiern geben. | Foto: Achim Süß

Sanierung aufwändiger

Die Sanierung des Kirchenschiffs habe sich als viel schwieriger und langwieriger erwiesen als erwartet. Vermutlich weit mehr als eine Million Euro wird es kosten, Leitungen und die Heizung zu erneuern, die Lautsprecheranlage auf den neusten Stand zu bringen und Internettechnik zu verlegen. Auch die Beleuchtung ist zu großen Teilen erneuert worden. Problematisch waren die unerwarteten Arbeiten an einer der Gewölbekuppeln. Erst bei der Sanierung ist entdeckt worden, dass sich die Decke über die Jahrhunderte gefährlich gesenkt hat. Fachleute befürchteten sogar, das Gewölbe könnte einstürzen. Also wurde ein riesiges Gerüst vom Boden des Kirchenschiffs bis zum Gewölbe errichtet. Die nicht erwartete Sanierung der Decke hat die Bauzeit erheblich verlängert und das Projekt stark verteuert.

Aufwändig waren auch die Vorbereitungen in der Stiftskantorei für ein Konzert am Freitag, 15. Oktober. Von 19.30 Uhr an in der Stadtkirche Musik aus dem Mittelalter zu hören sein. Das Leipziger Ensemble Nimmersêlich liefert „verlorene Klänge“ aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Da Gesang immer ein unverzichtbarer Bestandteil des mittelalterlichen Gottesdienstes war und das Damenstift in der Reformationszeit nicht aufgelöst wurde, feiert die Stifts-Gemeinde in diesem Jahr auch 1.150 Jahre kirchenmusikalische Tradition in Wunstorf. Kantorin Claudia Wortmann hat mit Arno Paduch, dem Leiter des Johann Rosenmüller Ensembles, eine Konzertreihe erarbeitet, die sich der Rolle widmet, die Musik in Wunstorf seit Jahrhunderten spielt. Anmeldungen sind ebenfalls über die Webseite der Stifts-Gemeinde möglich.

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