Klagen drohen

Verhandlungen zur Regionsumlage gescheitert

Der Konflikt zwischen der Region Hannover und ihren Kommunen eskaliert. Wunstorf und die übrigen Mitglieder der Region Hannover konnten keine Senkung der Regionsumlage erreichen. Nun könnte der Klageweg beschritten werden.

Rathaus von oben
Im Wunstor­fer Rat­haus berei­tet man recht­li­che Schrit­te vor (Sym­bol­bild) | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Die Gesprä­che der 21 Mit­glieds-Kom­mu­nen mit der Regi­on Han­no­ver über eine Neu­ge­stal­tung der Regi­ons­um­la­ge ist ohne Ergeb­nis zu Ende gegan­gen. Die Ver­hand­lun­gen sind damit geschei­tert. Die Regi­ons- und Stadt­spit­zen hat­ten bei der nun statt­ge­fun­de­nen Klau­sur­ta­gung ver­sucht, einen Kom­pro­miss zu fin­den. Die­ser konn­te trotz inten­si­ver Bera­tung jedoch nicht erreicht wer­den, teil­te die Stadt Wunstorf heu­te gemein­sam mit wei­te­ren Kom­mu­nen mit. Hin­ter­grund für die Gesprä­che ist der wach­sen­de Druck auf die Kom­mu­nen bei Inves­ti­tio­nen und Auf­wen­dun­gen in den kom­mu­na­len Haus­hal­ten. Die Städ­te und Gemein­den waren mit dem Ziel an die Regi­ons­spit­ze her­an­ge­tre­ten, ein deut­li­ches Ent­ge­gen­kom­men bei der Höhe des Haus­halts­an­sat­zes der Regi­on zu errei­chen.

Auch Wunstorf finanziert die Region

Die Regi­on Han­no­ver finan­ziert sich im Wesent­li­chen aus den Umla­gen der regi­ons­an­ge­hö­ri­gen Kom­mu­nen, zu denen die Lan­des­haupt­stadt Han­no­ver und die 20 Städ­te und Gemein­den des Umlan­des gehö­ren. Die Höhe der Regi­ons­um­la­ge wird durch die Regi­ons­ver­samm­lung mit­tels Hebe­satz fest­ge­setzt. Je höher die Ein­nah­men der jewei­li­gen Kom­mu­ne sind, des­to höher ist ihre Abga­be an die Regi­on. Dar­aus finan­ziert wer­den Leis­tun­gen, die in das Auf­ga­be­spek­trum der Regi­ons­ver­wal­tung fal­len. Die­se Hebe­satz­fest­le­gung soll sich nach Wil­len der Kom­mu­nen deut­lich ver­än­dern und eine spür­ba­re Ent­las­tung brin­gen. Die Kom­mu­nen erwar­te­ten nun von der Regi­on eine Ver­än­de­rung bei der Bemes­sung die­ser Umla­ge. Dabei ver­wei­sen die Bür­ger­meis­ter auf die ein­deu­ti­ge Rechts­la­ge und stän­di­ge Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­rich­tes, wonach Land­krei­se – wie die Regi­on Han­no­ver – ver­pflich­tet sind, bei der Bemes­sung ihrer Umla­ge den eige­nen Finanz­be­darf mit denen der Kom­mu­nen zwin­gend trans­pa­rent gegen­ein­an­der abzu­wä­gen.

Auf die Anwen­dung die­ser Form der Bedarfs­pla­nung für die Umla­ge hat­ten sich die 21 Städ­te und Gemein­den bereits im März 2019 ver­stän­digt. So wol­len die Kom­mu­nen künf­tig ihre Bedar­fe vor Auf­stel­lung des Ver­wal­tungs­vor­schla­ges an die Regi­ons­ver­wal­tung über­mit­teln, damit die Regi­ons­ver­wal­tung bereits vor Ein­brin­gung in die poli­ti­schen Bera­tun­gen ihre Bedar­fe an den kom­mu­na­len Anfor­de­run­gen ori­en­tie­ren kann.

Wunstorfs Bürgermeister kündigt rechtliche Schritte an

Die Bür­ger­meis­ter der Regi­on waren zu einer zwei­tä­gi­gen Klau­sur­ta­gung mit der Regi­ons­spit­ze mit dem Ziel ange­reist, dass doch noch nach mona­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen ein Kom­pro­miss gefun­den wer­den kann und es zu einer spür­ba­ren Sen­kung der Regi­ons­um­la­ge kommt. Regi­ons­prä­si­dent Hau­ke Jagau mach­te jedoch deut­lich, dass er kei­ne Mög­lich­keit sehe, den Wün­schen und Erwar­tun­gen der Kom­mu­nen ent­ge­gen­zu­kom­men. Eben­so lehn­te er es ab, einen alter­na­ti­ven Ver­fah­rens­vor­schlag zu unter­brei­ten, der der Rechts­la­ge ent­spricht. Der Regi­ons­prä­si­dent kün­dig­te im Gegen­zug an, nun­mehr die Regi­ons­um­la­ge im Jahr 2020 auf 799 Mil­lio­nen Euro fest­set­zen zu wol­len. Damit wür­de die Regi­on weit über ihre bis­he­ri­gen Pla­nun­gen hin­aus­ge­hen – die­se lag bei 768 Mil­lio­nen. Im Ver­gleich zum Rekord­jahr 2018 mit 703 Mio Euro liegt der neue Vor­schlag um 96 Mio Euro höher. Somit steht am Ende der Ver­hand­lun­gen kei­ne Ent­las­tung der Städ­te und Gemein­den, son­dern eine mas­si­ve Mehr­be­las­tung von fast 100 Mio Euro.

Wir bedau­ern die aktu­el­le Ent­wick­lung“, sag­te Bür­ger­meis­ter Rolf-Axel Eber­hardt und füg­te hin­zu: „Wir haben bis zuletzt ver­sucht, eine Eini­gung zu erzie­len, um die Finan­zie­rung von Kin­der­be­treu­ung, Schu­len und Feu­er­weh­ren auch zukünf­tig sicher­stel­len zu kön­nen. Wir müs­sen zur Kennt­nis neh­men, dass wir zum Schutz unse­rer Städ­te und Gemein­den nicht mehr anders kön­nen als uns recht­lich gegen die Regi­ons­um­la­ge zur Wehr zu set­zen, blei­ben aber gegen­über Poli­tik und Ver­wal­tung der Regi­on gesprächs­be­reit.“

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