Jahrhundertschauspiel am Himmel

Blut­mond über Wunstorf – tota­le Mond­fins­ter­nis

Spek­ta­ku­lä­res Him­mels­er­eig­nis: Ab ca. 21.30 Uhr kann über Wunstorf eine beson­ders lan­ge tota­le Mond­fins­ter­nis beob­ach­tet wer­den. Gleich­zei­tig wird der Mars beson­ders gut zu sehen sein. Hin­ter­grün­de, Fak­ten und Tipps.

Mondfinsternis
Auch über Wunstorf wird heu­te Nacht der Blut­mond zu sehen sein.

Wunstorf (nr). Heu­te kann ein beson­de­res Schau­spiel am Him­mel über Wunstorf beob­ach­tet wer­den – eine tota­le Mond­fins­ter­nis. Es gibt kaum einen ande­ren Him­mels­kör­per, der eine sol­che Fas­zi­na­ti­on auf den Men­schen aus­übt, wie der Mond. Umso beein­dru­cken­der ist es dann, Zeu­ge eines sol­chen extrem sel­te­nen astro­no­mi­schen Ereig­nis­ses zu sein. Mit einer Dau­er von 103 Minu­ten wird es die längs­te Mond­fins­ter­nis des 21. Jahr­hun­derts wer­den. Erst am 9. Juni 2123 wird es eine drei Minu­ten län­ge­re Mond­fins­ter­nis geben. Der Mond wird rot am Him­mel leuch­ten (sog. Blut­mond).

Neben der tota­len Mond­fins­ter­nis wird heu­te Nacht eine zwei­te außer­ge­wöhn­li­che Kon­stel­la­ti­on am Nacht­him­mel zu beob­ach­ten sein: Der Mars ist nur etwa 58 Mil­lio­nen Kilo­me­ter (üblich sind 200 bis 250 Mil­lio­nen Kilo­me­ter) von der Erde ent­fernt. Am Him­mel wird er beson­ders hell und ver­gleichs­wei­se groß zu sehen sein. Nur etwa alle 15 Jah­re ist das der Fall.

Die Kon­stel­la­ti­on einer der­art lan­gen tota­len Mond­fins­ter­nis in Ver­bin­dung mit einer beson­ders güns­ti­gen Mars­op­po­si­ti­on ist äußerst sel­ten. Eine Info-Sei­te zur Mond­fins­ter­nis hat berech­net, dass wir im Durch­schnitt etwa 105.000 Jah­re war­ten müs­sen, bis sich ein Ereig­nis, wie wir es heu­te erle­ben wer­den, wie­der­holt.

Wann kann man die Mond­fins­ter­nis sehen?

Die Pha­sen der Mond­fins­ter­nis 2018 sind an unter­schied­li­chen Orten zu ver­schie­de­nen Zei­ten zu sehen. Doch wann beginnt die Mond­fins­ter­nis in Wunstorf?

Ein Blick auf die vom Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt emp­foh­le­ne Fins­ter­nis-Kar­te ver­rät, dass der Mond um 21.13 Uhr über Wunstorf auf­geht. Eine Vier­tel­stun­de spä­ter, um 21.30 Uhr, beginnt auch schon die tota­le Mond­fins­ter­nis. Für eine Stun­de und 43 Minu­ten taucht der Mond voll­stän­dig in den Erd­schat­ten ein, bevor er die­sen um 23.13 Uhr wie­der ver­lässt und die tota­le Mond­fins­ter­nis endet. Die maxi­ma­le Ver­dun­ke­lung ist um 22.21 Uhr. Das gesam­te Spek­ta­kel endet kurz nach 1.00 Uhr. Dann leuch­tet der Mond, zusam­men mit dem Mars, röt­lich am Him­mel. Der Mars ist dage­gen die gan­ze Nacht lang, schräg rechts unter­halb des Mon­des, zu sehen.

Was pas­siert eigent­lich bei einer Mond­fins­ter­nis?

Eine tota­le Mond­fins­ter­nis (auch tota­le Kern­schat­ten­fins­ter­nis genannt) fin­det nur bei Voll­mond statt. Der Mond taucht dabei voll­stän­dig in den Schat­ten der Erde ein. Dies kann nur gesche­hen, wenn die Erde ziem­lich genau zwi­schen Son­ne und Mond steht. (Fun­fact: Auf dem Mond könn­te man eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis sehen.) Bei einer tota­len Mond­fins­ter­nis leuch­tet der Mond rot und bleibt als soge­nann­ter Blut­mond noch schwach sicht­bar. Aber war­um leuch­tet er rot? Das Son­nen­licht, wel­ches den Mond erreicht, hat einen teil­wei­se meh­re­re hun­dert Kilo­me­ter lan­gen Weg durch die Erd­at­mo­sphä­re hin­ter sich. Durch Streu­ung in der Erd­at­mo­sphä­re wer­den die kurz­wel­li­gen blau­en Antei­le stär­ker gedämpft als die lang­wel­li­gen roten Antei­le. Dadurch besteht das Licht fast nur noch aus röt­li­chen Antei­len. Die­ses lang­wel­li­ge rote Licht wird in der Erd­at­mo­sphä­re gebro­chen und in Rich­tung Mond gelenkt. Im Ergeb­nis leuch­tet der Mond rot.

Mondfinsternis
Die Pha­sen der tota­len Mond­fins­ter­nis. Lang­wel­li­ges rotes Licht wird in der Erd­at­mo­sphä­re gebro­chen und in Rich­tung Mond gelenkt. Der Mond leuch­tet rot. | Foto:

Was ist bei der Beob­ach­tungs­pla­nung zu beach­ten?

Zum Beob­ach­ten einer Mond­fins­ter­nis wer­den kei­ne beson­de­ren Hilfs­mit­tel benö­tigt. Sie ist mit dem blo­ßen Auge erkenn­bar. Mit einem Fern­glas (ein Opern­glas tut’s auch) ist der Anblick des ver­fins­ter­ten Mon­des am Däm­me­rungs­him­mel noch beein­dru­cken­der zu beob­ach­ten. Astro-Fans soll­ten bei der Beob­ach­tungs­pla­nung berück­sich­ti­gen, dass der Mond nach sei­nem Auf­gang nur sehr lang­sam an Höhe gewinnt. Zum Ende der Kern­schat­ten­pha­se hat er sich erst 14˚ vom Hori­zont ent­fernt. Exper­ten emp­feh­len daher, sich einen Beob­ach­tungs­platz zu suchen, der einen frei­en Blick auf den Hori­zont in süd­öst­li­cher Rich­tung ermög­licht. Außer­dem soll­te der Platz weit­ge­hend frei von stö­ren­den Licht­quel­len sein. Beson­ders gut geeig­net sind daher länd­li­che­re Gegen­den am Stadt­rand.

Spielt das Wet­ter mit?

Der Wet­ter­gott scheint gnä­dig zu sein. Laut aktu­el­len Vor­her­sa­gen des Deut­schen Wet­ter­diens­tes ist es nachts nur gering bewölkt – wenn über­haupt. Die Chan­cen, das Him­mels­spek­ta­kel zu sehen, sind daher sehr gut.

Wie gelingt das per­fek­te Blut­mond-Bild?

Neben dem rich­ti­gen Stand­ort sind für beein­dru­cken­de Blut­mond-Fotos zwei Din­ge nötigt: eine Sys­tem- oder Spie­gel­re­flex­ka­me­ra mit Tele­ob­jek­tiv und ein Sta­tiv. Ein Tele­ob­jek­tiv mit 200 mm, bes­ser noch 400 mm, Brenn­wei­te sorgt dafür, dass der Mond schön groß auf dem Bild abge­lich­tet wird. Die Emp­find­lich­keit (ISO-Wert) der Kame­ra soll­te nicht zu hoch ein­ge­stellt wer­den. Hohe ISO-Wer­te ver­schlech­tern die Bild­qua­li­tät, es kommt zu dem soge­nann­ten Bild­rau­schen. Eine gerin­ge­re Emp­find­lich­keit und eine etwas län­ge­re Belich­tungs­zeit sind daher der Schlüs­sel für schö­ne Blut­mond-Fotos. Und damit das Bild nicht ver­wa­ckelt, soll­te ein Sta­tiv ver­wen­det wer­den. Manch­mal reicht auch schon ein fes­ter Unter­grund, wie eine Mau­er, aus.

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1 Kommentar
  1. Michael Kaufmann meint

    Jetzt hab ich Angst

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