
Wunstorf (as). Kartoffelkisten bis zur Decke, Bierzeltgarnituren, Maisstengel zur Dekoration. In dieses bäuerliche Ambiente einer großen Halle auf dem Hof der Familie Wegener bringt ein Gastredner aus Berlin den Glanz der Hauptstadt: Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister und Brückenkopf der CSU in Berlin, kommt zur Aufstellungsversammlung für den CDU-Landtagskandidaten für die Wahl im nächsten Jahr nach Liethe.
Einziger Kandidat ist Sebastian Lechner, für seine Freunde der „Sebi“. Der 46-jährige Volkswirt lebt in Neustadt, hat sich als Kommunalpolitiker einen Namen gemacht und ist seit 2013 Landtagsabgeordneter. Seit 2022 führt er die Fraktion der CDU. Im nächsten Jahr ist er der Herausforderer von Ministerpräsident Olaf Lies (SPD).
Der Abstimmungsabend wird für ihn zum Triumph: 59 von 60 Stimmberechtigten nominieren ihn. Lechner strahlt und verspricht, weiter hart für den Erhalt des Steinhuder Meeres zu kämpfen und die Entschlammung endlich nachhaltig voranzubringen.
Zweiter Höhepunkt der vom Kreisvorsitzenden Hendrik Hoppenstedt ungewohnt launig geleiteten Veranstaltung ist das Grußwort des Bundesinnenministers. Dobrindt kommt gerade aus Sachsen-Anhalt. Dort hat er nahe Magdeburg eine Forschungseinrichtung des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt eröffnet. Das Zentrum hat nur einen Zweck: die Abwehr von Drohnen.
Damit ist Dobrindt gleich bei einem seiner Schwerpunkte, und schnell wird klar: Was der Redner zu sagen hat, geht über Grußformeln hinaus. Drohnenangriffe gebe es jetzt täglich und ständig – eine Zeitenwende auch das. Grenzkontrollen, Zurückweisungen und Abschiebungen sind weitere Themen. Deutschland sei ein weltoffenes Land und werde es bleiben, sagt er mit Betonung. Humanität und Ordnung bleiben nach seiner Darstellung wichtige Prinzipien: „Wir stellen die Balance wieder her.“ Starker Applaus. Der Abend geht mit Smalltalk, Selfies und Erinnerungsfotos zu Ende.
Der frühere niedersächsische Ministerpräsident und jetzige Europaabgeordnete McAllister, bisher nicht unbedingt als Umweltexperte bekannt, offenbarte ein paar Tage zuvor in den Strandterrassen ein profundes Wissen europäischer Regelungen, die sich auf das Steinhuder Meer auswirken. Vor 80 Zuhörerinnen und Zuhörern sagte der CDU-Politiker mehrfach zu, die Zukunft der bedrohten Wasserfläche zu seinem Anliegen zu machen: „Ich habe auch die Handynummer von Ursula von der Leyen. Meldet euch!“

Am Freitag unterstützte die neue Generalsekretärin der CDU den Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel: Hoppermann besuchte den Wochenmarkt und führte Gespräche mit Geschäftsleuten. Ursprünglich war eine Stippvisite ihres Vorgängers Carsten Linnemann geplant. Der Paderborner ist aber inzwischen Bundesgesundheitsminister. Die Bundestagsabgeordnete Hoppermann führt das Konrad-Adenauer-Haus erst seit Juli 2026.
Den vorläufigen Schlusspunkt in der Veranstaltungsreihe der CDU mit prominenten Rednern setzt am Donnerstag, den 3. September, Außenminister Johann Wadephul. Von 18 Uhr an spricht er auf Stilles Hof am See in Luthe.
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