
Wunstorf (ds). Mitglieder versucht die Feuerwehr auf vielen Wegen zu gewinnen. Die Jugendfeuerwehr ermöglicht einen fließenden Einstieg in den ehrenamtlichen Dienst, und schon die Kinderfeuerwehr macht bei den Jüngsten ein spielerisches Hineinschnuppern in Feuerwehrarbeit möglich. Auch Ältere, die ihre Blaulichtbegeisterung spät entdecken, finden einen leichten Einstieg bei der Feuerwehr. Aber manchmal kommen die Interessenten auch von weither: In diesem Fall aus Algerien. Eines der neuesten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in der Kernstadt emigrierte erst vor vier Jahren nach Deutschland – und lebt nun mit seiner Familie in Wunstorf. Djillali Kamel (betont im Nachnamen wird das a, nicht das e) wohnt in der Barne, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
In neuer Feuerwehr-Ausgehuniform zeigt Kamel stolz die Beförderungsurkunde zum Feuerwehrmann. Ausgesprochen flüssig und direkt verständigt sich der 40-Jährige im Gespräch mit der Auepost am Rande der Feuerwehr-Jahreshauptversammlung, auch wenn hier und da mal eine Vokabel noch nicht greifbar ist – keine Selbstverständlichkeit, wenn man in späteren Lebensjahren noch einmal ganz neu mit dem Lernen einer Sprache beginnt … und im Deutschen sowieso. „Nicht einfach“, bestätigt der Neu-Wunstorfer seine Erfahrungen mit dem Deutschlernen. Derzeit belegt Kamel weiter Deutschkurse an der Volkshochschule in Neustadt. Seine Muttersprache ist Arabisch, auch Französisch spricht er fließend. Er hofft, dass auch die Tätigkeit bei der Feuerwehr ihm hilft, die deutsche Sprache weiter zu trainieren. Mit seiner offenen Art dürfte ihm das nicht schwerfallen. Austauschen mit ehemaligen Landsleuten kann er sich nicht – laut seines Wissens ist er der einzige Algerier in Wunstorf.
Beruflich will er künftig an die alte Profession anknüpfen und strebt eine Stelle in der Sicherheitsbranche an. Früher war Kamel bei der algerischen Polizei und tat Dienst in einer Spezialeinheit. Warum hat er sich für das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr entschieden? „Ich möchte präsent sein in Deutschland“, sagt er, er wolle dem Land etwas zurückgeben, dafür, dass er nun hier lebe. Im März 2022 war er bei der Feuerwehr Wunstorf eingetreten, war bis jetzt Anwärter und darf sich nun, ein knappes Dreivierteljahr später, nach bestandenem Grundlehrgang und entsprechender Beförderung, Feuerwehrmann nennen. Es ist sein erster neuer Dienstgrad in der neuen Heimat.
Respekt super Aktion schade das es nicht mehr solcher Menschen gibt die sich super integrieren