
Sie ist nicht die älteste Schule in Wunstorf und nicht die jüngste, auch nicht die größte der weiterführenden Schulen – aber eine der vielseitigsten: Die Otto-Hahn-Schule im Barne-Schulzentrum, Wunstorfs Haupt- und Realschule, kurz: die OHS.
Am zurückliegenden Freitag, den 28. August 2026, wurde vor allem das groß gefeiert, mit einem riesigen Schulfest. Denn die Schule besteht nun seit bereits 60 Jahren.
Die Otto-Hahn-Schule ist eng mit dem ebenfalls damals neu entstandenen Barneviertel verknüpft, aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken, aber sie ist keineswegs eine Stadtteilschule: Für Schüler aus ganz Wunstorf, allen Ortsteilen und darüber hinaus ist sie der weiterführende Schulweg.
Zur Feier hatte sich das gesamte Schulareal in eine große Festmeile verwandelt, es ergab sich das Bild einer großen Gemeinschaft: Auf der Bühne in der Aula lief ein dichtes Programm.
Tanzvorführungen und ein Talentwettbewerb waren zu sehen. Eine der Teilnehmerinnen: Mia Sophie aus dem 7. Jahrgang, die allein vor der versammelten Schule Love is Gone von Dylan Matthew sang. Der Applaus von den Mitschülern war frenetisch. Der moderierende Lehrer konnte danach nur anerkennend sagen: „Das hätte ich mich nicht getraut.“





Für Begeisterungsstürme sorgten neben den Tanzgruppierungen auch Muhammed aus dem 5. Jahrgang, der zum Running Gag wurde: Zwischen den anderen Nummern tanzte er immer wieder Michael Jacksons Moonwalk über die Bühne.
In der Pausenhalle war von Kuchen über Slush-Eis bis zu bunten Tüten alles zu bekommen, die Festschrift wurde verkauft und die Historie und Gegenwart der Schule skizziert: Viele Fotos an Stellwänden gaben einen Einblick in Aktivitäten und Klassenfahrten.




Die Festschrift zeigt die aktuellen Klassen und das Kollegium und geht detailliert auf die vielen Aktivitäten, Projekte und Partnerschaften der Schule ein. Die Aufnahme ins Netzwerk der couragierten Schulen ist dabei nur das i-Tüpfelchen.

Auch das dunkle Kapitel der Schule wird in der Schrift gezeigt: Der Großbrand im Jahre 1985, als das Hauptschulgebäude der damals noch jungen Schule vollständig abbrannte. Das wirkt sich bis heute aus: Im Vergleich zu den anderen weiterführenden Schulen hat die Otto-Hahn-Schule aufgrund des damaligen Neubaus, der nun rund 35 Jahre alt ist, heute immer noch eines der modernsten Kerngebäude.
In der Aula und den Klassenräumen waren überall Spielstationen aufgebaut: Nerf-Gun-Schießen bis Blumenbasteln, Limbotanzen oder Flaggenraten waren nur einige Beispiele. Die Stationen wurden von den Schülern selbst geplant, organisiert und angeboten, alle wurden damit selbst zum Teil des Jubiläums.
Auf dem Schulhof wurde gegrillt und Döner zubereitet. Die Wunstorfer Moschee sorgte für Grillgut und Zubereitung. Auch im Lichthof der Schule wurde gegrillt, ebenfalls gab es Stockbrot.






Konrektor Steffen Walther managte die Feier – denn die Schule ist ausgerechnet im Jubiläumsjahr nun ohne offiziellen Schulleiter. Rektorin Radtke-Kreinest war noch vor den Ferien in den Ruhestand verabschiedet worden, und noch ist die Stelle nicht neu besetzt. Aber auch Walther feierte im Grunde paralleles Jubiläum: Seit 20 Jahren ist er an der Otto-Hahn-Schule.
Unter den Gästen aus Politik und Wirtschaft an diesem Tag war natürlich auch Wunstorfs Bürgermeister: Aber er kam nicht nur als Stadtoberhaupt zur Schule in städtischer Trägerschaft, sondern auch als Ehemaliger: Mit der Otto-Hahn-Schule verbindet der Bürgermeister ganz persönliche Erinnerungen. Piellusch wuchs nicht nur in der Barne auf, sondern besuchte einst auch selbst den Realschulzweig der Otto-Hahn-Schule, wechselte erst nach der Mittleren Reife aufs Gymnasium, um Abitur zu machen und schließlich Jurist zu werden.


Am Freitag begab sich Wunstorfs Bürgermeister daher nicht nur in die Rolle des Gratulanten, sondern auch noch einmal in die Schülerrolle: Während des Aulaprogramms nahm er direkt zwischen den heutigen Otto-Hahn-Schülern Platz.




Auf die Bühne kam in diesem Moment anderer prominenter Besuch: Susanne Umbach vom niedersächsischen Kultusministerium und Henning Bindzus, der Geschäftsführer von Hannover 96, waren zum Schulfest gekommen. Nicht für Slush-Eis und Döner, sondern um eine große Plakette zu überreichen: Die Otto-Hahn-Schule wurde offiziell ins Bündnis der Schulen ohne Rassismus und mit Courage aufgenommen. Hannover 96 übernahm hierfür die Patenschaft, Bindzus überreichte der Schule dazu symbolisch das Trikot des Vereins mit der Jubiläumszahl.
Spät am Nachmittag endetet das Jubiläumsschulfest. Es schien, als wären die Schülerinnen und Schüler am liebsten noch länger geblieben.
Schreibe einen Kommentar