
Sportlerehrungen gibt es in Wunstorf schon lange, doch im Jahr 2024 änderte man etwas. Waren die Auszeichnungen bisher passenderweise in einer Turnhalle des Hölty-Gymnasiums in feierlichem Rahmen überreicht worden, finden sie seitdem im Stadttheater statt – und statt Sportlerehrung heißt die Veranstaltung jetzt Sportgala.
Der Bürgermeister und die Erste Stadträtin persönlich überreichen die Auszeichnungen für herausragende Leistungen von Wunstorfer Sportlern. Die Vereine und Sportler melden entsprechend erreichte Platzierungen und Siege des Vorjahres – etwa bei nationalen Erfolgen und Meisterschaften – im Vorfeld und werden dann persönlich zur Sportgala eingeladen.
Zum bereits dritten Mal fand die Sportgala nun am vergangenen Samstag, den 7. März am Nachmittag im Stadttheater statt. 86 Sportler wurden in diesem Jahr ausgezeichnet – für sich selbst betrachtet bereits ein erreichter Rekord bei der Veranstaltung. Ebenfalls Rekord: Bald die Hälfte der Auszeichnungen entfielen auf den ASV Wunstorf Südaue.
Entsprechend sportlich führte Moderator Tobias Rademacher auch durchs Programm der Gala, um all die zu Ehrenden mit Preisen zu versorgen: Einzelsportler, Gruppen und Mannschaften kamen auf die Bühne. Die Sportlerinnen und Sportler wurden in vier „Ehrungsblöcken“, in die die Veranstaltung unterteilt war, auf die Bühne gebeten.
Zwischendurch gab es zur Auflockerung ein Showprogramm: Thomas Janke jonglierte auf Weltklasseniveau, das Duo SuN zeigte atemberaubende Partnerakrobatik und „Herr Benedict“ rotierte mit dem Cry Wheel über die vernebelte Stadttheaterbühne. Die Little Dancer vom MTV Großenheidorn waren der lokale Überraschungs-Act.


Erste Stadträtin Wiebke Nickel, Bürgermeister Carsten Piellusch und Moderator Rademacher ließen die Grenzen zum Rahmenprogramm jedoch verschwimmen und sorgten bereits selbst für viel Unterhaltung: Mit witzigen Kommentaren, spontanen Einlagen und echtem Interesse an den Leistungen und Biographien der Wunstorfer Sportler.
Es blieb trotz der zahlreichen Ehrungen auch genug Zeit, um die Sportler selbst zu Wort kommen zu lassen. So bekamen die Zuschauer nicht nur einen ganz persönlichen Eindruck von den Athleten, sondern erfuhren auch von Disziplinen und Sportarten, die mancher vielleicht noch gar nicht kannte.
Die Jüngeren vom ASV Wunstorf Südaue erklärten beispielsweise ausführlich, was man beim Schülergruppenwettkampf alles macht. Radsportler Sascha Furche erklärte ganz ohne Allüren, wie man beim Tourenfahren gewinnt („Auf den Sattel setzen, treten“), und Nico Brenke gab Hintergrundinfos zur Sportart Beach-Tennis.






Brenke, der für einen Celler Verein startet, wurde gleich als Anlass genommen, die Regularien der Sportlerehrung anzureißen: Die zu Ehrenden müssen nicht in Wunstorfer Vereinen den entsprechenden Erfolg verbucht haben – alle Sportler, die ihren Wohnsitz in Wunstorf haben, können zu den Geehrten gehören.
Emelie Günther wurde von Nickel als „Wiederholungstäterin“ begrüßt – die junge Bogenschützin vom BSC Wunstorf hatte bereits im vergangenen Jahr auf der Sportgalabühne gestanden und war ausgezeichnet worden.


Günther erzählte, weshalb sie mit diesem Sport begonnen hatte und was das Besondere daran sei: Man müsse etwa 25 Dinge gleichzeitig beachten, um mit dem Pfeil auch ins Ziel zu treffen. Auch würden Bögen in Wirklichkeit ganz anders aussehen, als man es beispielsweise aus Filmen kenne.

Die beste und einleuchtendste Antwort gab während der Sportgala jedoch Sportschütze Fritz Hüssin, der beim Schützenverein Kolenfeld wiederholt großen Erfolg als Pistolenschütze erzielt hatte, auf die Frage, wie man zum sportlichen Erfolg komme, trocken: „Man muss das Ziel vor Augen haben.“
Elly Jellen hatte bei den Deutschen Meisterschaften im Boxen die Bronzemedaille geholt – und war deshalb nun natürlich auch bei der Sportgala dabei. Gemeinsam mit ihrem Trainer Alex Moor kam sie auf die Bühne – und auch Boxhandschuhe brachten die beiden gleich mit.
Damit gab es direkt einen kleinen Box-Crashkurs im Stadttheater für den Moderator und den Bürgermeister. Jellen erklärte Rademacher und Piellusch, wie man boxt – was spontan darin mündete, dass Trainer Moor ein paar Schläge der beiden einstecken musste.







Dass der Bürgermeister den Sportlerpreis boxend auf der Bühne „verteidigte“, blieb die Ausnahme – die übrigen Geehrten konnten ihre Trophäe direkt mitnehmen.
Die diesjährige Sportgala bewies endgültig, dass es keine schlechte Idee gewesen war, die Sportlerehrungen ins Stadttheater zu verlegen. Die Sportgala ist zu etwas Großem geworden, zu einer Mischung aus attraktiver Show und glanzvoller Verleihung, die die erreichten Erfolge der Wunstorfer Sportlerinnen und Sportler angemessen spiegelt.
Schreibe einen Kommentar