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Ein Skyloop wächst am Steinhuder Meer

08.08.2026 • Daniel Schneider • 4 Min.Kommentare: 0

Was da in Mardorf gerade am Horizont auftaucht, könnte auch ein Ufo-Landeplatz sein, hat aber eine andere Aufgabe: Ein Aussichtsturm mitsamt Abenteuererlebnissen entsteht direkt neben dem bekannten Hochseilgarten am Steinhuder Meer. Technisch wie touristisch betrachtet ist es für die Gegend ein Projekt der Superlative. Vom Besuch auf der Baustelle.

08.08.2026
Daniel Schneider
4 Min.
Der entstehende Skyloop | Fotos: Schneider

Auch von Steinhude aus ist gut zu sehen, was in Mardorf, auf der anderen Seite des Steinhuder Meeres, momentan in den Himmel wächst. Eine Stahlkonstruktion ist dort in diesem Sommer neu am Horizont aufgetaucht. Aus der Ferne wirkt sie wie ein Teil eines Rohbaus irgendeines Gebäudes.

In Mardorf selbst jedoch verschieben sich die Dimensionen. Wer an der Meerstraße vorbeikommt, sieht dort auf Höhe der Jugendherberge plötzlich ein Gebilde, das auch zu einem Science-Fiction-Film gehören könnte.

Im Film „Contact“ mit Jodie Foster baut die Menschheit an einer riesigen Maschine, nachdem Außerirdische den Erdlingen Konstruktionspläne für einen interstellaren Transporter geschickt haben. Und in Mardorf scheint man so eine Maschine auf den ersten Blick nun auch bauen zu wollen – die Anlage erinnert aus bestimmten Blickwinkeln optisch durchaus ein wenig an die berühmte Filmvorlage. Der offizielle Name bestärkt diesen Eindruck: Skyloop.

Aber mit dem Mardorfer Konstrukt sollen keine Menschen durchs All transportiert werden – nur ein wenig in den Himmel. Die Konstruktion wird auch nicht in sich rotieren – sondern die Besucher in Aktion versetzen: Stahlbögen, Treppen und ein Fahrstuhl ergeben am Ende zusammen einen Aussichts- und Abenteuerturm mit verschiedensten Möglichkeiten, Höhe zu erleben.

Ausblick am Boden: So soll es am Ende aussehen

Ein Unikat

Anfang Juni hatte die Schattenspringer GmbH eingeladen, sich den Baufortschritt anzusehen. Es ist ihr zweites großes Projekt am Steinhuder Meer. Direkt neben dem entstehenden Skyloop existiert bereits der Hochseilgarten „SeaTree“. Der „SkyLoop“ soll noch mehr Abenteuer ermöglichen und in ganz neue Höhen führen.

Bereits die Geschichte, wie es zum Projekt kam, ist spannend: Die Stadt Neustadt hatte den Schattenspringern das Gelände zur Entwicklung angeboten – und das Freizeitunternehmen griff gerne zu. Man hatte also zuerst da Gelände – und suchte nun nach einer Idee, was man damit machen könnte. In den zurückliegenden zwei Jahren wurde deshalb konzeptioniert und geplant. Heraus kam die Idee zum Skyloop, einem kombinierten Aussichts- und Erlebnisturm als neues Tourismusprojekt direkt am Steinhuder Meer.

Schattenspringer-Chef Christoph Brand erklärt
Wie im Science-Fiction-Film wirkt der Skyloop im Bau aus der Ferne
Das Bild führt in die Irre: Christoph Brand und Grant Hendrik Tonne (re.) sitzen nicht im Skyloop, sondern im Miniatur-Nachbau, der für Werbezwecke genutzt wird. Niedersachsens Wirtschaftsminister war persönlich zum Baustellenfest gekommen.
Das ist die richtige Größe: Ein Fundament an einem der Stahlbögenenden
Begutachtung vom Boden

In Mardorf entstünde eines der „spannendsten neuen Tourismusprojekte in Niedersachsen“, heißt es in der Selbstbeschreibung. Und das ist kein Marketing-Blabla, sondern trifft ins Schwarze.

Etwas Vergleichbares gibt es in dieser Form bislang nicht, und schon gar nicht rund ums Steinhuder Meer. Das liegt auch daran, dass Schattenspringer hier mit eigener Expertise arbeitet – der Skyloop ist nichts „von der Stange“, sondern eine Eigenentwicklung.

Entsprechend staunten die Gäste, die sich zum Baustellenfest – mangels Dach konnte es kein Richtfest geben – im Juni den Baufortschritt ansahen und teils ehrfürchtig unter den bereits verankerten Stahlbögen standen. Dass die Anlage bereits wenige Wochen später schon mit Besuchern bevölkert sein sollte, die sich in der Höhe ins Abenteuer begeben, das war fast nicht vorstellbar. Schattenspringer-Chef Christoph Brand erklärte den Interessierten die Anlage genauer.

Adrenalin auf 40 Metern Höhe

Die beiden Stahlbögen sind das Herzstück des 40 Meter hohen Bauwerkes. Sie sind Trägerstruktur für die angebotenen Attraktionen und halten auch den Treppenturm. In diesem befindet sich ein Fahrstuhlschacht, ein Aufzug führt ebenso nach oben.

Mit Höhenangst könnte es schwierig werden
Winzig wirkt ein Mensch unter dem Skyloop
Die Gäste schauen sich genauer um
Willi Rehbock von der SMT bestaunt die Konstruktion …

Ein großartiger Blick übers Steinhuder Meer und die Naturparklandschaft ist aber nur das Eine – das andere ist der geplante Nervenkitzel, den man optional ebenfalls am Skyloop wird bekommen können. Denn dass sich ein Unternehmen mit dem Namen Schattenspringer mit einer gemütlichen Aussichtsplattform zufriedengibt, das wäre wohl seltsam gewesen. Natürlich wird es auch sportlich rund um den Turm.

Vereint Rekordrutsche, Basejumping, Riesenschaukel und Höhenwanderung

Eine Riesenschaukel wird es dort geben zwischen den Bögen („GiantSwing“), eine überdimensionale Rutsche, die sich von oben bis zum Boden schlängelt, und eine Seilrutsche („ZipLine“). Zudem wird auf der Anlage auch eine Form des Basejumpings möglich sein – 30 Meter in die Tiefe. Das war eine der ursprünglichen Ideen, die den Skyloop formten.

Und man wird die Konstruktion über die Stahlbögen auch erklettern können, über den „SkyTrail“: über den höchsten Punkt der Stahlbögen hinweg wird es dann auf die Ankunftsplattform gehen. Das werden sich dann aber wohl nur die ganz Mutigen trauen.

Der Skyloop-Grundbau von Weitem, hier noch ohne Plattformen an der Spitze
Der noch leere Fahrstuhlschacht
Aufzug im Bau
Der Aufzug macht die Anlage später auch barrierefrei nutzbar
Die Ausgangsdrehkreuze für die Besucher, im Juni noch eingepackt

Eröffnung Ende August 2026

Im Juni hieß es, dass der Skyloop noch in diesem Jahr, noch in diesem Sommer eröffnet werden soll. August wurde als Eröffnungsmonat genannt und anvisiert. Auch das war nicht zu viel versprochen: Für den 28. August ist nun die Eröffnung angesetzt.

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