
Der Kreis der Geschichte schließt sich. In den 1950er Jahren waren im Norden der Wunstorfer Kernstadt bereits Radsportler zu Gange. Dort war eine Radrennbahn in Betrieb und zog Sportler wie Zuschauer an. Doch aufgrund fehlender finanzieller Mittel konnte damals an dieser Stelle nur wenige Jahre Radsport betrieben werden.
Danach wurde das Gelände, das als Reiterkuhle bekannt ist, über viele Jahrzehnte zur De-facto-Brache. Die Asphaltbahn verschwand, auf den verbliebenen Wällen wuchsen Bäume. Am Rande wurde ein Spielplatz errichtet, und die ebene Freifläche zwischen der ehemaligen Radrennbahn konnte als riesiger Bolzplatz genutzt werden. Auf dem Spielplatzgelände hatte später auch Wunstorfs zweitlängste Kinderseilbahn ihren Platz gefunden.
Gut 70 Jahre später ist der Fahrradsport wieder zurück – dieses Mal in Form von vor allem jungen Sportbegeisterten. Den großen Spielplatz gibt es immer noch, aber der Bolzplatz ist stark geschrumpft. Dort steht nun Wunstorfs erster BMX- und Mountainbike-Park. Künstlich angelegte Rampen, Hänge und Pfade inklusive einer Sprungbrücke wurden hier an den Stadtrand ins Gelände gebaut. Das historisch bestehende Gelände wurde dabei in den Bau miteinbezogen: Ein großer Teil des Walles, auf dem früher die Radbahn lag, diente jetzt bei der Umgestaltung auch als Ausgangspunkt für erhöhte Rampen und Wege.



Entstanden ist damit eine Anlage, die auch aufgrund der Einbettung in das historische Gelände nun wirkt, als wäre sie schon immer dort gewesen. Die Standortwahl war insofern genial, als dass der Bikepark jetzt aussieht, als wäre er wirklich in einen Wald hineingebaut worden.
Man könnte beinahe von einer Art Mini-Deister-Fahrradstrecke sprechen. Unter und zwischen den alten Bäumen entsteht bisweilen der Eindruck, als würde man über hügeligen Waldboden brettern. Das stimmt streng genommen sogar – denn das Gelände des Bikeparks ist mittlerweile amtlich festgestellt ein Stückchen Wald.
Das verhinderte sogar vor drei Jahren den eigentlich geplanten Baustart, denn damals dachte man in der Stadtverwaltung noch, dass man einfach so loslegen könnte in der Nordstadt auf der bestehenden Brache.



Aber die übergeordnete Umweltschutzbehörde, angesiedelt auf Ebene der Region Hannover, hatte festgestellt, dass die aufgegebene Radrennbahnanlage inzwischen als Wald zu klassifizieren ist. Das hatte dann ein ganz neues Planungsverfahren erforderlich gemacht, das erst wieder durch Bauverwaltung und alle beteiligten Gremien gehen musste. Im Ergebnis hat sich nichts geändert, die Anlage ist trotzdem wie gewünscht entstanden – nur steht sie nun tatsächlich in einem kleinen Wunstorfer Waldstück.
Im Bikepark Wunstorf warten insgesamt 5 verschiedene Strecken auf die Besucher. Neben einem Pumptrack, der auch von Anfängern genutzt werden kann, gibt es auch stark modellierte einfachere wie schwierigere Parcours mit Geländesprüngen über Rampen und Abgründe.
Seit dem 1. August 2025 ist er offiziell für alle zur Benutzung freigegeben, nachdem die behördliche Bauabnahme erfolgt war. Eine Einweihungsfeier ist für Ende August angesetzt, wenn die Sommerferien beendet sind.
Erreicht werden kann der Fahrradpark über die Erich-Kästner-Straße, die als Sackgasse direkt auf die Anlage zuführt. Wer auf der B442 unterwegs ist, fährt fast direkt daran vorbei. Einen ausgewiesenen Parkplatz gibt es nicht, Autos können auf den öffentlichen Straßenparkbuchten stehen.

Die historische Chance, den alten geografischen Namen „Reiterkuhle“ einfach für die neue Radanlage weiterzunutzen, hat man jedoch nicht wahrgenommen. Offiziell heißt das Areal nun schlicht „Bikepark“.
siehe auch: Das bietet der Bikepark Wunstorf
Den Fahrern viel spaß hoffentlich gibt’s keine Knochenbrüche
Wer es braucht
Habe die Anlage noch nicht in Augenschein genommen. Grundsätzlich eine tolle Sache. Ich denke, dass nicht wenige begeistert sein werden.