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Die Wunstorfer Fledermausbrücke

06.05.2026 • Daniel Schneider • 3 Min.Kommentare: 24

Eine Brücke, über die nie jemand gehen wird, ist in Wunstorf entstanden. Stattdessen soll in Zukunft jemand darüberfliegen: Fledermäuse. Der Stahlbetonbau ist kein Straßenbauwerk, sondern eine Artenschutzmaßnahme, die am Ende bepflanzt wird.

06.05.2026
Daniel Schneider
3 Min.
Der Fledermausbrücken-Bau in Wunstorf | Fotos: Schneider

Im Moment sieht es noch so aus, als hätte jemand eine niegelnagelneue Straßenbrücke am Rande von Wunstorf gebaut – aber die dazugehörige Straße vergessen. Das wird sich aber auch in Zukunft nicht ändern, wenn die Nordumgehung fertiggestellt ist. Denn die Brücke steht zwar in Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Streckenabschnitts der B441, die im nächsten Jahrzehnt nicht mehr direkt durch die Wunstorfer Kernstadt führen soll – aber die Brücke wird kein Teil der Fahrbahn sein.

Im Gegenteil, Autos haben auf der Brücke nichts zu suchen, und auch für Radfahrer oder Fußgänger wurde sie nicht errichtet. Es ist eine Fledermausbrücke.

Die Brücke ist ein massives Bauwerk, das dort nun am Waldrand auf der alten Strecke von der Obi-Kreuzung zur Waldgaststätte steht. Wer seit Ende vergangenen Jahres dort nicht mehr vorbeigekommen ist, gerät jetzt ins Staunen. Es wirkt ein wenig so, als hätte man eine Verbindungsbrücke durchs Hohe Holz nach Steinhude bauen wollen. Und genau genommen stimmt das auch, aber die geplanten Nutzer sind eben nicht die Ausflügler, Fahrradfahrer und Tennisplatzbesucher, sondern Fledermäuse.

Eine Brücke, die nicht zu betreten ist

Für Autos wäre sie auch viel zu steil, für Radfahrer erst recht, und auch Fußgänger bräuchten wahrscheinlich eine Alpinausrüstung. Nur Kleintiere können sie später ebenfalls nutzen, um die Straßenseite zu wechseln, aber hauptsächlich ist sie für Fledermäuse gedacht, als eine Art Wegweiser für die Fledertiere über die künftige Bundesstraße. Es ist kein Straßenbauwerk, sondern eine Artenschutzmaßnahme.

Markant und weithin sichtbar steht die neue Brücke in der Landschaft am Ortsrand von Wunstorf – wo die Bäume zuvor durchgehend standen
Die künftige Strecke der B411 verläuft darunter, nicht darüber
Das Baujahr im Beton

Denn genau dort, wo die Brücke jetzt steht, ist eine Fledermausflugroute bekannt. Entlang der alten Alleebäume bewegen sich die Tiere in der Luft, sie nutzen die hohen Bäume als Orientierungspunkt, als Sensorecho im Flug.

Mit dem Bau der Bundesstraße an dieser Stelle geht ein Stück dieser Baumreihe verloren – und wo nun Bäume fehlen, fahren künftig Autos in hoher Geschwindigkeit. Die neue B441 kreuzt die Fledermausroute, und damit die Tiere nicht auf den Verkehr treffen und verenden, sondern weiterhin ungestört ihr gewohntes Habitat nutzen können, spannt sich schon jetzt die Brücke über die noch zu bauende Fahrbahn.

Historische Strecke verschwindet

Den alten Weg entlang der Bäume, den auch Menschen nutzen konnten, gibt es schon nicht mehr: Damit die Brücke gebaut werden konnte, wurde ein seitlicher Behelfsweg geschaffen, der um die jetzige Brücke herumführt. Auf diesem sind das Hohe Holz sowie Gaststätte und Tennisclub aus Richtung Kernstadt momentan weiter erreichbar. Später, wenn die Nordumgehung gebaut ist, wird es ein Stück entfernt einen neuen Übergang geben.

Entlang der alten Baumreihen überspannt die Brücke die künftig querende Fahrbahn

Es wird nach wie vor an der Brücke gebaut. Begonnen wurde mit dem Bau im Frühjahr 2025, betoniert wurde die Brücke im November 2025. Derzeit laufen Arbeiten an der Brückenoberfläche. Die Brücke selbst ist als Stahlbetonbauwerk ausgeführt, mit seitlich angebrachten sogenannten Irritationsschutzwänden. Die Brückenoberfläche, die „Fahrbahn“ für die Fledermäuse, wird am Ende zweireihig bepflanzt werden.

Brücke ist Plan B

Eigentlich sollte es die Brücke in der jetzigen Form gar nicht geben. Ursprünglich experimentierte man mit deutlich kleineren Lösungen zum Fledermausschutz: Seile und Netze waren zwischen den bestehenden Bäumen über die künftige Fahrbahnstrecke gespannt worden. Doch die Ergebnisse waren ernüchternd. Die Fledermäuse interessierten sich nicht großartig dafür.

Die Brücke schließt den entstandenen Baumreihendurchbruch

Deshalb wurde entschieden, ein großes Brückenbauwerk zu errichten, das die Tiere – vor allem die tieffliegenden Arten – sicher entlang ihrer Flugroute über die neue Bundesstraße hinweg leitet.

Auch ein Baupilotprojekt

Bei der Fledermausbrücke handelt es sich nicht nur um eine Artenschutzmaßnahme, sondern auch um ein BIM-Pilotprojekt. BIM steht für „Building Information Modeling“. Das ist eine kooperative Arbeitsmethode, bei der eine digitale Planungsmethode ein Bauwerk während seines gesamten Lebenszyklus begleitet. Die Methode kann für Planung, Bau und Betrieb von Bauwerken eingesetzt werden. Alle Beteiligten steuern dazu ihre Informationen bei, zum Beispiel Materialeigenschaften und geometrische Daten oder umweltrelevante Merkmale, die zu einem digitalen Bauwerksmodell zusammengefasst werden, sodass eine transparente Kommunikation am Modell stattfinden kann.

Die Wunstorfer scheinen unterdessen schon einen Spitznamen für die neue Brücke prägen zu wollen. Ein Radfahrer, der auf dem Behelfsweg das Bauwerk umrundet und die Bauarbeiter auf der Brücke beobachtet, schüttelt den Kopf und meint schließlich: „Raumschiff-Startrampe“.

siehe auch: Wie funktioniert die Wunstorfer Fledermausbrücke?
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Kommentare


  • Wunstorfer sagt:

    Bei der neuen Fledermausbrücke scheint man endlich einmal konsequent Prioritäten gesetzt zu haben.

    Während die tatsächlich von Menschen genutzte „Fahrradbrücke“ bereits im Auepost-Artikel „Frau prallt gegen Poller der Nordumgehungs-Fahrradbrücke“ vom 12.08.2024 in den Kommentaren wegen ihrer Breite, der Poller und der Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer im Gegenverkehr lebhaft diskutiert wurde, wirkt die neue Fledermausbrücke angenehm großzügig dimensioniert.

    Das ist nachvollziehbar. Fledermäuse sind schließlich dafür bekannt, mit kleinen Rucksäcken, Wanderstäben und gelegentlich auch Bollerwagen in größeren Gruppen unterwegs zu sein. Wenn dann eine Kolonne aus Richtung Hohe Holz kommt und eine zweite aus Richtung Wunstorf entgegenwandert, muss man Begegnungsverkehr einplanen. Besonders, wenn nebenbei noch Volkslieder gesungen werden.

    Dass Fledermäuse fliegen könnten, wäre dagegen vermutlich ein zu naheliegender Gedanke gewesen.

    Sehr erfreulich ist auch, dass man ihnen keine flache, langweilige Querung zumutet, sondern ein ordentliches Brückenbauwerk mit Steigung. Das hält fit, stärkt die Waden und sorgt dafür, dass die kleinen Wandergruppen nach der Überquerung auch wirklich etwas zu erzählen haben.

    Interessant ist nur: Die Brücke liegt offenbar genau in der alten Wegeachse von Wunstorf Richtung Altenruh, Hohe Holz, Waldgaststätte und Tennisclub. Für Fledermäuse wird diese Achse also erhalten und aufwendig über die künftige Straße geführt. Der alte Weg für Menschen ist dagegen bereits verschwunden; derzeit führt nur ein seitlicher Behelfsweg um die Brücke herum. Als Dauerlösung dürfte der kaum gemeint sein, denn dort soll später die Umgehungsstraße verlaufen.

    Damit bleiben ein paar naheliegende Fragen: Kommt daneben noch eine zweite Querung für Fußgänger, Radfahrer und vielleicht auch Fahrzeuge? Wird die direkte Verbindung für Menschen aufgegeben? Oder fahren und laufen Menschen künftig dauerhaft außen herum, während die alte Achse für Fledermäuse freigehalten wird?

    Beim Blick auf die Seitenansicht drängt sich zudem eine weitere Frage auf: Wo genau soll unter dieser Brücke später die Bundesstraße verlaufen – und mit welcher Durchfahrtshöhe? Bei der bekannten Fahrradbrücke ist die künftige Straße unter dem Bauwerk erkennbar tiefer geführt. Die Fledermausbrücke wirkt auf den Fotos eher wie ein großzügig bepflanzter Übergang in der Landschaft als wie eine Brücke über eine spätere Bundesstraße mit LKW-Begegnungsverkehr.

    Vielleicht täuscht die Perspektive. Vielleicht wird dort noch erheblich tiefer ausgekoffert. Vielleicht ist das alles längst sauber geplant. Aber genau deshalb wäre interessant zu wissen, wie die spätere Verkehrsführung für Menschen, Radfahrer, Fahrzeuge und Lastwagen dort konkret aussehen soll.

    Für die Fledermäuse hat man jedenfalls sichtbar vorgesorgt. Das ist beruhigend. Jetzt müsste man nur noch wissen, ob für Menschen ebenfalls eine Lösung geplant ist.

    • Anonym sagt:

      @Wunstorfer: „Besonders, wenn nebenbei noch Volkslieder gesungen werden.“
      Das geht ja gar nicht! Fledermäuse, die mit Bollerwägen Volkslieder singen. Rechtsextreme Fledermäuse sozusagen.
      Aber ich kann sie beruhigen. Erinnern wir uns:
      Die Planungen und Diskussionen für die Wunstorfer Nordumgehung (im Zuge der B 441) reichen über ein halbes Jahrhundert zurück. Erste Gespräche über eine solche Entlastungsstraße zur Verkehrsberuhigung begannen bereits Ende der 1960er Jahre. Und so wie ich Wunstorf kenne, wird diese großartige Brücke auch noch in einem halben Jahrhundert allein dort stehen und sich wundern, warum unter ihr kein Verkehr fließt…

  • Anonym sagt:

    Beim Lesen dieses Artikels musste ich mich mehrfach vergewissern, dass wir heute nicht den 1.April haben.

    **Fledermausbrücke in Wunstorf: Wenn Artenschutz zur Betonposse wird**

    Die sogenannte Fledermausbrücke im Zuge der B 441n bei Wunstorf ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus gut gemeintem Artenschutz ein groteskes Bauwerk werden kann, das bei vielen Bürgerinnen und Bürgern nur noch Kopfschütteln auslöst.

    Ein massives Bauwerk aus Beton und Stahl, errichtet nicht für Fußgänger, Radfahrer oder den Verkehr, sondern für Fledermäuse, die dort über die künftige Straße geleitet werden sollen. Natürlich ist Artenschutz wichtig. Aber genau deshalb muss man fragen dürfen: Ist diese Lösung wirklich verhältnismäßig? Ist sie fachlich überzeugend? Und steht der Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis zu Aufwand, Eingriff und Kosten?

    Nach öffentlich verfügbaren Angaben liegt die Verantwortung für die Umsetzung bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Nienburg. Öffentlich benannte Leitungs- und Fachfunktionen dort sind Britta Lux als Geschäftsbereichsleiterin, Nicole Lichtenscheidt mit Zuständigkeiten im Bereich Planung/Bedarfsplanmaßnahmen sowie Hans-Peter Dierksen als Leiter des Fachbereichs Bau. Die Bauausführung wurde nach Vergabeunterlagen an die Bauunternehmung Hofschröer GmbH & Co. KG vergeben; die örtliche Bauüberwachung liegt laut Vergabeangaben bei INROS LACKNER SE.

    Damit ist klar: Diese Brücke ist nicht „einfach passiert“. Sie ist geplant, geprüft, vergeben und gebaut worden. Und genau deshalb muss sich die zuständige Behörde auch kritische Fragen gefallen lassen.

    Warum wurde eine derart aufwendige Lösung gewählt? Welche belastbaren Nachweise gibt es, dass genau dieses Bauwerk die gewünschte Wirkung erzielt? Wer kontrolliert später, ob die Fledermäuse die Brücke überhaupt annehmen? Was passiert, wenn das Bauwerk seine ökologische Funktion verfehlt? Und wer übernimmt dann die Verantwortung?

    Besonders absurd wirkt die Maßnahme, weil der Normalbürger hier ein teures Spezialbauwerk sieht, während an anderer Stelle Straßen, Wege, Brücken, Radverbindungen und kommunale Infrastruktur oft jahrelang auf Sanierung warten. Für Menschen fehlt häufig Geld, Tempo und Pragmatismus — für eine Fledermausquerung entsteht dagegen ein eigenes Bauwerk.

    Das eigentliche Problem ist nicht der Schutz von Fledermäusen. Das Problem ist eine Planungs- und Genehmigungslogik, die manchmal jedes Maß verliert. Wenn Artenschutz zu Symbolbauwerken führt, die kaum noch vermittelbar sind, dann schadet das am Ende auch der Akzeptanz für echten Naturschutz.

    Die NLStBV sollte deshalb transparent offenlegen:

    Wer ist konkret fachlich projektverantwortlich?
    Wer hat die konkrete Bau- und Kostenentscheidung getroffen?
    Welche Gutachten belegen die Wirksamkeit?
    Wie hoch sind die Gesamtkosten inklusive Planung, Bauüberwachung, Pflege und Monitoring?
    Und wann wird überprüft, ob diese Brücke tatsächlich von Fledermäusen genutzt wird?

    Denn eines ist sicher: Wer öffentliche Gelder für ein derart auffälliges Bauwerk einsetzt, muss auch öffentlich erklären können, warum es nötig, wirksam und verhältnismäßig ist.

    Wunstorf braucht keinen Behördennebel, sondern klare Antworten.

  • John Doe sagt:

    Grotesk

  • Anonym 2 der Anonym 1 Zustimmt sagt:

    Mann ist das miese Steuergeld verschwendung.

  • Der Unbekannte sagt:

    So ein sinnloser Schwachsinn, ja völlig Grotesk, wie Vieles schon in Wunstorf. Nur diese Brücke, ist einfach nur von Steuergeldern, erbauter sinnloser Irrsinn. Das müssten diese ach so tollen Fledermausschützer aus eigener Tasche bezahlen, ganz einfach. Dieser Tinnef von Brücke ist nur unsinnig, für Schulen ist kein Geld da, um Sie zu sanieren, aber für solch eine schwachsinnige, Steuergelder finanzierte Brücke, pfui!!!!

  • Bernd-Michael Rosenbusch sagt:

    Hoffentlich wissen die Fledermäuse dieses Bauwerk auch zu schätzen. Ich schlage deshalb noch großflächiges Schild vor, auf dem steht: Feldermäuse only. Natürlich in mehreren Sprachen, denn es soll ja auch ausländische Feldermäuse geben. Außerdem muss auch die Vorfahrt geregelt werden . Wer darf beim Eintreffen an der Brücke zuerst fliegen und wer muss warten.

  • Basti g. sagt:

    Beton gilt als sehr umweltschädlich, primär durch die Zementherstellung, die für ca. 8 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist. Der Abbau von Sand und Kies für Beton zerstört zudem Ökosysteme. Zement wird bei hohen Temperaturen gebrannt, was chemisch und energetisch große Mengen CO2 freisetzt.Hier sind die wichtigsten Fakten zur Umweltbelastung durch Beton:Hoher CO2-Ausstoß: Die Produktion von Zementklinker verursacht CO2-Emissionen durch die chemische Reaktion von Kalkstein bei ca. \(1450^{\circ }\text{C}\).Klimakiller Beton: Die Betonindustrie ist für etwa 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, was die Klimabelastung des Flugverkehrs übersteigt

    • Pia sagt:

      Der Hinweis auf Beton ist nachvollziehbar, aber für mich liegt die noch grundlegendere Frage davor:

      Funktioniert so eine Fledermausbrücke überhaupt?

      Dass Fledermäuse schützenswert sind, ist unstreitig. Dass Beton ökologische Nebenwirkungen hat, ebenfalls. Aber entscheidend ist doch erst einmal, ob Fledermäuse ein solches Brückenbauwerk tatsächlich als sinnvolle Leitstruktur annehmen.

      Genau das wird hier fast wie selbstverständlich vorausgesetzt. Dabei wäre gerade diese Funktionsfrage der Kern: Welche Nachweise gibt es, dass genau solche Bauwerke tatsächlich wirksam sind?

      Ohne diese Antwort diskutiert man nur noch über Artenschutz oder Beton, aber nicht mehr über die eigentliche Maßnahme.

      • John Doe sagt:

        Keine Sorge die lichtbildgebende Wärmekamera in Verbindung mit einem durchfliegbaren Laserlichtschrankensystem inklusive Datapooling Vertrag für die Nutzerauswertung wird sicher noch installiert.

  • Armin Lange sagt:

    Die Kritiker:innen sind in dem Leserbrief anonym- Die Plannerinnen sind sogar im Leserbrief namentlich aufgeführt. Den ,, Behördennebel“ kann ich nicht SEHEN… .
    Es gibt sicherlich wirklich wichtige Dinge in Wunstorf. WOHNUNGSBAU, FEHLENDE ÖVP,HÄUSLICHE GEWALT, PFLEGENOTSTAND, ABSCHAFFUNG VIELER EXISTENZIELLER SOZIALEN ERUNGENSCHAFTEN DURCH AFD, CDU,FDP,SPD UND GRÜNE. Aber auch die täglichen Eingriffe in unser Tier und Pflanzenweld ist enorm und von uns Menschen nicht annähernd erkannnt und verstanden- leider!! Ich wünschte mir mehr Empörung durch Leeserinnenbriefe zu den wichtigen Themen bevor wir im September wieder das Wählerinnen-kreuz an der alten/falschen(?!) STELLE machen.

    • Pia sagt:

      Warum soll die Berechtigung einer Kritik davon abhängen, ob der Kritiker anonym schreibt oder mit Klarnamen?

      Entweder eine Frage ist sachlich berechtigt – oder sie ist es nicht. Der Name darunter ändert am Inhalt nichts.

      Deshalb wäre interessant: Welchem Zweck soll die Identifizierbarkeit dienen? Der besseren Sachprüfung? Oder eher der sozialen Zurechenbarkeit unbequemer Kritik?

      Auch beim „Behördennebel“ ist der Einwand, man könne ihn nicht sehen, etwas schwierig. Genau das ist ja das Wesen von Nebel: Man sieht eben nicht klar, wer konkret was entschieden, geprüft, verantwortet und später kontrolliert.

      Und der Hinweis auf Tier- und Pflanzenschutz ist selbstverständlich berechtigt. Nur ersetzt er nicht die konkrete Frage, ob genau diese Brücke an genau dieser Stelle in genau dieser Form verhältnismäßig, wirksam und sinnvoll ist.

      Artenschutz ist wichtig. Aber er ist kein Denkverbot.

    • Anonym sagt:

      @Armin Lange:

      Ihr Leserbrief wirkt unscharf, widersprüchlich und politisch schlecht sortiert.

      Schon die Sprache ist inkonsequent: Mal wird mit Doppelpunkt gegendert, mal mit weiblicher Form wie „Plannerinnen“ oder „Leserinnenbriefe“. Das wirkt nicht bewusst inklusiv, sondern sprachlich ungenau. Wer politisch pointiert schreiben will, sollte wenigstens die eigene Schreibweise konsistent halten.

      Auch inhaltlich überzeugt der Text nicht. Die AfD wird pauschal für die Abschaffung sozialer Errungenschaften mitverantwortlich gemacht, obwohl sie bisher auf Bundesebene keine Regierungsverantwortung getragen hat und deshalb selbst nichts abschaffen konnte. Das verwässert berechtigte Kritik an Parteien, die tatsächlich regiert und konkrete Sozial- oder Arbeitsmarktpolitik beschlossen haben.

      Gerade deshalb wäre eine präzisere Kritik nötig: Wenn etwa die CDU aktuell über eine Schwächung oder Abschaffung des Kündigungsschutzes in kleinen und mittleren Betrieben diskutiert, dann ist das ein konkreter politischer Angriffspunkt. Solche Beispiele wären deutlich belastbarer als ein pauschaler Rundumschlag gegen alle Parteien.

      Insgesamt bleibt der Text mehr Empörung als Argument. Er nennt viele große Probleme, belegt aber kaum etwas und springt thematisch hin und her. So entsteht kein überzeugender Leserbrief, sondern eher ein politischer Bauchladen mit moralischem Überschuss.

      Um noch einmal auf Ihr inkonsequentes Gendern zurückzukommen. Mit ihrer Ausdrucksweise diskriminieren sie alle anderen (bei Facebook) möglichen Geschlechter, weswegen ich Sie bitte, diese in Zukunft beim Gendern ebenfalls zu nennen: Agender, Androgyne, Androgynous, Bigender, Cis, Cisgender, Cis Female, Cis Male, Cis Man, Cis Woman, Cisgender Female, Cisgender Male, Cisgender Man, Cisgender Woman, Female to Male, FTM, Gender Fluid, Gender Nonconforming, Gender Questioning, Gender Variant, Genderqueer, Intersex, Male to Female, MTF, Neither, Neutrois, Non-binary, Other, Pangender, Trans, Trans*, Trans Female, Trans* Female, Trans Male, Trans* Male, Trans Man, Trans* Man, Trans Person, Trans* Person, Trans Woman, Trans* Woman, Transfeminine, Transgender, Transgender Female, Transgender Male, Transgender Man, Transgender Person, Transgender Woman, Transmasculine, Transsexual, Transsexual Female, Transsexual Male, Transsexual Man, Transsexual Person, Transsexual Woman, Two-Spirit.

  • Max Headroom Sender 23 sagt:

    Als nächstes kommt eine Regenwurm Unterführung….die ist nicht so hässlich und die sieht man wenigstens nicht sofort…..oh man was stimmt mit den Menschen nicht?

  • Pia sagt:

    Wenn fliegende Fledermäuse zur Orientierung eine eigene Brücke über die künftige Bundesstraße bekommen, sollte man konsequenterweise auch über eine A400M-Brücke nachdenken.

    Der Fliegerhorst Wunstorf liegt schließlich nördlich davon, und aus südlicher Richtung kommen regelmäßig A400M im Anflug. Bei etwa 42 Metern Spannweite müsste die Brücke natürlich großzügig geplant werden, idealerweise mindestens dreifach breit, damit auch Begegnungsverkehr und Formationsflug kein Problem darstellen.

    Tierschutz ist wichtig, keine Frage. Aber angesichts der Verteidigungslage sollte man die Orientierung unserer Transportflugzeuge nicht völlig dem Zufall überlassen.

    Nicht, dass sich am Ende noch ein A400M verirrt, während die Fledermäuse sicher über ihre eigene Brücke geleitet werden.

  • Anneliese B. sagt:

    Kurze Frage an die Redaktion:

    Es gibt bei der Auepost doch die Rubrik „WTF der Woche“ für besonders hinterfragenswerte Wunstorfer Planungen und Bauwerke.

    Warum läuft die Fledermausbrücke dann eigentlich nicht dort?

    Eine breite Brücke, die niemand betreten soll, für fliegende Fledermäuse gebaut wird, in der alten Wegeachse steht und als BIM-Pilotprojekt erklärt wird, wirft doch mindestens ähnliche Anschlussfragen auf wie ein Fußweg, der wie eine Parkbucht aussieht.

    Und bei „BIM“ müsste man vielleicht auch noch einmal ganz genau hinsehen: Steht das hier wirklich nur für „Building Information Modeling“ – oder möglicherweise doch eher für „Bullshit im Maximum“?

    Natürlich rein satirisch gefragt.

  • Brigitte sagt:

    Hauptsache die Fledermäuse wissen, dass sie die Brücke benutzen müssen. Ungeheuerliche Steuerverschwendung!!!

  • Gred sagt:

    weiter so, es geht uns noch sehr gut wenn ich das lese, ich hoffe sie wird viel genutzt, also von den darüber fliegendrn Fledermäusen. Die finden die brücke bestimmt cool, schade das wir menschen sie nicht nutzen können, so wirds auf der schmalen radwegbrücke daneben doch richtig eng. Der osteuropäische Nachbar wir mit seinen panzer aber auf dem weg zum fliegerhorst allerdings bestimmt rüberfahren. Bin auf das nächste Bauwerk gespannt, wunstorf hat schon viele Glanzlichter produziert.

  • Anonym sagt:

    Laut einer geleakten Meldung aus der Stadtspitze wird nun die Unternehmensberatung McKinsey damit beauftragt, die betroffenen Fledermäuse insoweit zu instruieren, dass diese das moderne Betonbauwerk auch annehmen und ausgiebig nutzen. Für diesen Zweck wurde eigens Ursula von der Leyen in Brüssel angefragt, da deren Sohn für diese Unternehmensberatung tätig ist. Für das Projekt ist darüberhinaus eine Zusammenarbeit mit der Rüstungsfirma Rheinmetall geplant, weil diese sich ja auch mit Flugkörpern auskennt. Wer irgendwelche Fakenews erkennt, darf diese behalten.

  • Anonym sagt:

    Es gibt bei dieser eklatanten Steuergeldverschwendung noch ein ganz anderes drastisches Problem:

    Fledermausschutz in Deutschland: Zwei Maßstäbe, ein Tier

    In Wunstorf entsteht für rund 2 Millionen Euro eine Stahlbetonbrücke, um eine Handvoll Fledermäuse sicher über die künftige Nordumgehung zu leiten. Ob sie funktioniert, wird sich frühestens nach 2030 zeigen.

    Gleichzeitig sterben in Deutschland jedes Jahr nach wissenschaftlichen Schätzungen 200.000 bis 250.000 Fledermäuse an Windrädern — durch Rotorschlag und Barotrauma (Lungenriß durch schlagartige Luftdruck-Änderung). Allein in der Region Hannover drehen sich 264 Windräder, von denen der überwiegende Teil noch immer ohne verpflichtende Abschaltzeiten betrieben wird(!).

    Pro ungeregelter Anlage sterben nachweislich 10 bis 12 Fledermäuse pro Jahr, an Zugstrecken bis zu 70 Tiere in zwei Monaten. Das ergibt für die Region Hannover allein eine konservative Hochrechnung von über 2.500 (!) toten Fledermäusen jährlich — Tendenz steigend, denn bis 2035 sind 370 neue Windräder geplant.

    Technisch lösbar wäre das Problem: Mit Abschaltzeiten sinkt die Opferzahl auf 1–2 Tiere pro Anlage und Jahr. Das Bundesamt für Naturschutz fordert einen Grenzwert von unter einem Tier. Verbindlich ist das bis heute nicht.

    Die Rechtslage erklärt die Schizophrenie: Beim Straßenbau greift das strikte Tötungsverbot des Bundesnaturschutzgesetzes — jede Beeinträchtigung muss teuer kompensiert werden. Für Windkraftanlagen existiert dagegen eine Ausnahmeregelung für öffentliches Interesse, unter die Energieprojekte regelmäßig fallen.

    Das Ergebnis: Für eine einzige Fledermausquerung über eine Landstraße – deren Fertigstellung in den Sternen steht – werden 2 Millionen Euro Beton aufgewendet, deren Wirksamkeit unbewiesen ist. Für das massenhafte Töten derselben Tiere durch Windräder reicht eine Interessenabwägung — und meistens gewinnt die Windkraft.
    Artenschutz gilt in Deutschland offenbar nicht für alle Projekte gleich. Er gilt vor allem für die, die politisch gerade unerwünscht sind und es zeigt die Heuchelei der selbsternannten Tierschützer.

    Für weitere Infos: https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Fledermausschutz__Bruecken_ueber_Strassen_nutzlos1771015588517.html

  • Thomas Peitmann sagt:

    Wie vielen Kommentatoren des Berichtes über die Fledermausbrücke ging es anfangs auch mir.
    Als ich Ende 2024 einen Anruf der Firma erhielt, die mit dem Bau der Fledermausbrücke beauftragt wurde und den TC Wunstorf um Unterstützung bei der Trinkwasserzufuhr bat, glaubte ich an einen Scherz.
    Nach kurzer Diskussion hatte ich mich schnell auf die Seite derer gestellt, die das Projekt – losgelöst von einer höheren Weltordnung – als irrwitzige Verschwendung von Steuergeldern anprangerte. Das sehe ich mittlerweile etwas differenzierter und entspannter.
    Aber lassen wir uns die Fledermausbrücke einmal im Kontext eingliedern.
    Die Gesamtkosten für die Ortumgehung wurden in 2021 auf ca. 63 Millionen € geschätzt ( https://www.auepost.de/stadtgespraech/erster-spatenstich-fuer-die-nordumgehung-49515 ).
    Wenn wir heute von 100 Millionen € ausgehen, liegen wir bestimmt noch unter dem realistischen Betrag.
    Die Kosten der Randprojekte ( z.B. Fledermausbrücke ) der Ortsumgehung fallen prozentual nur geringfügig ins Gewicht.
    Neben der Fledermausbrücke gibt es allerdings noch eine weitere Baumaßnahme, die bisher in den Kommentaren nicht erwähnt wurde, aber eine entscheidende Rolle spielt: die beiden nördlich der Ortsumgehung errichteten Biotope.
    Seit Einrichtung dieses biologischen Schlaraffenlandes für Kröten und Insekten kommen unsere Mitglieder des Tennisvereins bei Sonnenuntergang in den Genuss eines allabendlichen Schauspiels, dem Fledermausspektakel am TCW-Himmel.
    Im Klartext: Die im Hohen Holz wohnenden Fledermäuse jagen in den menschlich errichteten Biotopen nördlich der geplanten Ortsumgehung nach Beute und fühlen sich offensichtlich dort pudelwohl.
    Mit Spannung erwarte ich nun die Eröffnung der Fledermausquerung, die es den Fledermäusen ermöglichen soll, neben ihrer bewährten Hausmannskost eventuell auch andere Geschmacksrichtungen in den südlichen Gefilden auszuprobieren, wie es ihre Vorfahren gewohnt waren.
    Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass die künstlichen Biotope genügend Nahrung bieten und die Fledermausbrücke nur in Ausnahmefällen benutzt wird.
    Ich bleibe da sehr entspannt, wenn es um die augenscheinlich hohen Kosten der Fledermausbrücke geht und bin gespannt, ob Fledermäuse Abwechslung auf ihrer Speisekarte wünschen.
    Wunstorf fehlt aktuell ein knackiges Wahrzeichen. Etwas Positives, was man mit der Stadt in Verbindung bringen kann. Die Fledermausbrücke hätte das Zeug dazu und das zu einem relativ geringen Preis. London und Paris haben für so etwas viel mehr hingeblättert.
    Bei der Gelegenheit: Wer das abendliche Fledermausspektakel am TCW-Himmel live erleben möchte, kann sich gerne bei Sonnenuntergang auf der Terrasse des TC Wunstorf einfinden. Wer vorher noch Tennis spielen oder lernen möchte: wir freuen uns immer auf neue Tennisspieler.
    Weitere Informationen zum Tennis an der Fledermausbrücke gibt es auf https://tennisclub-wunstorf.de/ und https://www.teamplan.online/tg-wunstorf.html

    Euer Thomas, C-Trainer beim TC-Wunstorf

    • Anonym sagt:

      @Thomas:

      Okay – wenn Millionen Euro für eine Brücke für Sie Peanuts sind, deren Wirksamkeit nicht erwiesen ist, dann bezahlen Sie diese Brücke – ganz entspannt und differenzierter – selber. Aber lassen bitte meine Steuergelder dort, wo sie erwiesenermaßen sinnvoll ausgegeben werden: in Ganztages-Kindergärten und Schulbildung zum Beispiel oder richtigem Straßenbau oder Ausbau des Bahnnetzes.

      Sie schrieben:
      „Wunstorf fehlt aktuell ein knackiges Wahrzeichen. Etwas Positives, was man mit der Stadt in Verbindung bringen kann. Die Fledermausbrücke hätte das Zeug dazu und das zu einem relativ geringen Preis. London und Paris haben für so etwas viel mehr hingeblättert.“

      Genau Thomas: ich stelle mir gerade vor, wie Touristen – soeben mit dem Zug am Wunstorfer ZOB angekommen und die beiden Fahrradtürme bestaunend, sofort als allernächstes zu diesem knackigen Wunstorfer Wahrzeichen, namens Fledermausbrücke, gefahren werden und dann vom Glanz dieses Wahrzeichens direkt in Ohnmacht fallen werden.

      Okay – ich nehme einmal an, dass der Stadtteil Steinhude zu Wunstorf gehört – richtig? Und Ihnen, lieber Thomas Peitmann fehlt ein knackiges Wahrzeichen? Ein positives Wahrzeichen, was man mit der Stadt in Verbindung bringen kann? Ist Ihnen, lieber Herr Peitmann schon einmal aufgefallen, dass das Steinhuder Meer DAS Wunstorfer Wahrzeichen schlechthin ist? Das Erste, was man sieht, wenn man die Website http://www.wunstorf.de aufruft, ist das Steinhuder Meer.
      Auf dieser Webpräsenz der Stadt Wunstorf sieht man an allen Ecken und Enden den Begriff „Wunstorf – Stadt mit mee(h)r“. Und das ist auch richtig so.
      Welches größere, knackigere Wahrzeichen brauchen Sie denn noch?

      „Die Fledermausbrücke hätte das Zeug dazu und das zu einem relativ geringen Preis.“
      Sie leben offensichtlich in einer Parallelwelt. Die Fledermausbrücke hat einzig und allein das Zeug dazu, die Stadt Wunstorf weltweit der Lächerlichkeit preiszugeben und das auch noch zu einem eklatant hohen Preis. Ich gewinne bei Ihnen den Eindruck, dass sie etwas der Realität entrückt sind.

      Den Vogel aber schießen sie ab, mit dem Satz: „London und Paris haben für so etwas viel mehr hingeblättert.“
      Das ist meiner Meinung nach ein Zeichen von gefährlichem Größenwahn einerseits und von eklatanter Unkenntnis andererseits, Ihrerseits.
      Ich mache dazu folgende Feststellungen:

      1) Sie vergleichen ein Provinzstädtchen wie Wunstorf mit zwei der führenden europäischen Hauptstadt-Metropolen London und Paris. Kein normal denkender Mensch würde einen solchen Vergleich heranziehen.

      2) Woher haben Sie konkrete Zahlen, wieviel London und Paris für Fledermausbrücken ausgeben? Es gibt meiner Recherche nach solche Zahlen nicht. Bitte geben Sie Quellen an!

      3) Darüber hinaus scheint Ihnen vollkommen entgangen zu sein, dass Wunstorf an den Kosten weder der irrwitzigen Fledermausbrücke noch der Ortsumgehung irgendwie finanziell beteiligt ist – alle Kosten trägt der Bund. Das ist erstmal für die Wunstorfer gut, denn dann muss das Rathaus nicht gleich die Grundsteuer für die Finanzierung der Fledermausbrücke erhöhen, aber es ist vom Prinzip her egal, wer die Kosten von sinnloser Steuergeldverschwendung trägt bzw. noch schlimmer, weil undemokratischer. Irgendwo in Neustadt am Rübenberge wird festgelegt, dass eine Fledermausbrücke gebaut werden soll, aber die Kosten werden auf den Bund abgewälzt im Zuge eines Ortsumgehungs-Straßenbau-Projektes.

      4) Der kritische Punkt ist, ob die konkrete Maßnahme verhältnismäßig, notwendig, wirtschaftlich und transparent ist.
      „Wirtschaftlich“ heißt bei Behörden nicht: Die Brücke muss Geld verdienen
      Eine Fledermausbrücke erwirtschaftet natürlich keine Einnahmen. Aber das ist im öffentlichen Haushaltsrecht nicht der Maßstab.
      „Wirtschaftlichkeit“ bedeutet dort eher:
      Wird ein gesetzlich oder politisch gewolltes Ziel mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreicht?
      Und hier haben wir einen echten Knackpunkt:
      4.1) Wird das gesetzlich oder politisch gewollte Ziel wirklich erreicht?
      Keinesfalls können wir davon ausgehen, dass die Fledermäuse diese Brücke annehmen werden. Hier wird also das Risiko eingegangen, Millionen Euro zu verpulvern, ohne dass eine einigermaßen Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Mitteleinsatz zum Ziel führen wird.
      4.2) Von einem „möglichst geringem Mitteleinsatz“ kann keine Rede sein – es wurde die teuerste aller möglichen „Lösungen“ gewählt.
      4.3) Transparenz: Die konkrete Fledermausbrücke wurde dagegen für normale Bürger erkennbar erst deutlich später und eher indirekt kommuniziert: über einen Infomarkt 2022, Vergabebekanntmachungen 2024, eine Projektseite der Straßenbaubehörde 2025 und lokale Berichterstattung 2025/2026. Eine gezielte, breite Bürgerinformation nur zur Fledermausbrücke ist nirgends zu finden. Höchstwahrscheinlich deswegen nicht, weil sich die Verantowrtlichen vollkommen klar darüber waren, dass sie damit auf keinerlei Verständnis in der Bevölkerung stoßen würden. Daher wurde mutmaßlich der Ball ganz flach gehalten.
      4.4) Auch die Notwendigkeit des Bauwerkes ist nicht erkennbar, sind doch bundesweit bei ähnlichen Projekten nur sehr mäßige Erfolge zu verzeichnen.

      Daher erfüllt die Baumaßnahme weder die Verhältnismäßigkeit, noch die Notwendigkeit, noch die Wirtschaftlichkeit, noch die Transparenz und gehört sofort wieder abgerissen. Genauso, wie bei jedem Häuslebauer die Hütte wieder abgerissen wird, dessen Dachfirst auch nur 15 cm zu hoch steht.

      • Anonym 5 sagt:

        Muss man immer gleich persönlich werden, wenn jemand mit etwas Augenzwinkern an die Sache herangeht? Ich finde es großartig, wie entspannt der TCW mit diesem Klotz vor der Haustür umgeht: https://tennisclub-wunstorf.de/ortsumgehung/
        Da spielen offenbar echte Fledermausfans Tennis. Schauen Sie sich mal die Fotos an – das ist schon genial: https://hidrive.ionos.com/share/7n7nriw8yi#$/

        • Anonym sagt:

          @Anonym 5: Nichts für ungut, aber man darf eine Person doch sicher versuchen, in die Realität zurückzuholen? Thomas schrieb:

          „Wunstorf fehlt aktuell ein knackiges Wahrzeichen. Etwas Positives, was man mit der Stadt in Verbindung bringen kann. Die Fledermausbrücke hätte das Zeug dazu und das zu einem relativ geringen Preis. London und Paris haben für so etwas viel mehr hingeblättert.“

          Mir ist das Augenzwinkern der Ausführungen von Thomas nicht entgangen, aber im letzten Zitat ist jeder Satz falsch.

          1) Wunstorf hat ein knackiges Wahrzeichen – das Steinhuder Meer.
          2) Die Fledermausbrücke taugt nicht zu einem Wahrzeichen, sondern zu einem Zeichen der teuren Lächerlichkeit.
          3) Der Vergleich mit London und Paris ist komplett daneben.

          Nehmen wir einmal an, Sie sind Wunstorfer Hauseigentümer und das „Projekt“ Fledermausbrücke würde nicht vom Bund bezahlt, sondern von der Stadt Wunstorf. Dadurch kommt die Stadtspitze auf die Idee, z.B. die Grundsteuer zu erhöhen (oder die Parkgebühren, etc.).

          Sind Sie dann immer noch entspannt, augenzwinkernd und differenziert. Oder haben wir dann eher ein weiteres Loch in der privaten Haushaltskasse für ein Millionen teures Projekt, dessen Nutzen heute kein Mensch abschätzen kann?

          Ihre Krombacher Fledermaus im Sonnenschirm finde ich großartig – entweder auf Nahrungssuche oder nach einer durchzechten Nacht einfach hängengeblieben und eine seltene Gelegenheit, diese interessanten Tiere zu beobachten.

          Aber Sie sollten aufpassen, dass nicht irgendwelche selbsternannten Tierschützer auf Ihren Tennisplatz aufmerksam werden und auf den Gedanken kommen, dass diese dämmerungs- und nachtaktiven Tiere extrem gefährdet werden könnten, wenn Ihre Clubmitglieder auf Ihrem Tennisplatz in der Dämmerung noch schnell ein Match veranstalten mit Ballgeschwindigkeiten zwischen 50 km/h und 170 km/h. Da könnte es ganz schnell Auflagen geben, dass ab Beginn der Dämmerung oder vielleicht auch zu anderen Zeiten kein Tennis mehr gespielt werden darf. Spätestens dann ist es wahrscheinlich mit Ihrer Tiefenentspannung vorbei.

          Im Übrigen mag ich Fledermäuse und geniesse in den Sommermonaten auf meiner Terrasse in Idensen die teilweise sehr nahen Flüge dieser interessanten Tiere sehr. Auf jeden Fall schützenswert, unbedingt. Allein – ich bezweifle den Nutzen dieser Brücke – darum geht es…

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