AfD ver­liert wei­ter­hin Wahl­pla­ka­te

Der Kampf um den Ein­zug in die Regio­nal­ver­tre­tun­gen wird in Wunstorf zuneh­mend mit här­te­ren Ban­da­gen geführt. Die AfD beklagt inzwi­schen nicht nur den Ver­lust fast aller ihrer auf­ge­häng­ten Wahl­pla­ka­te, son­dern sieht sich auch direk­ten Kon­fron­ta­tio­nen aus­ge­setzt.

Nicolas Lehrke auf einem Wahlplakat der AfD | Foto: Mirko Baschetti
Nico­las Lehr­ke auf einem Wahl­pla­kat der AfD | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Zunächst hat­te es die AfD mit eher sub­ti­lem Aktio­nis­mus zu tun: Den regel­mä­ßig öffent­lich statt­fin­den­den Stamm­tisch muss­te die AfD Wunstorf bereits vor Wochen ein­stel­len, nach­dem Wir­te nach Druck von außen ihre Räum­lich­kei­ten nicht mehr zur Ver­fü­gung stell­ten.

38 Pla­ka­te zer­stört oder ent­wen­det

Nun, im Wahl­kampf, wird die poli­ti­sche Kon­fron­ta­ti­on hand­fes­ter: Von den von der AfD in Wunstorf auf­ge­häng­ten Pla­ka­ten befin­det sich mitt­ler­wei­le kaum noch eines an sei­nem Platz. Im Ver­gleich zu ande­ren Par­tei­en rela­tiv wenig Pla­ka­te hat­te die Wunstor­fer Alter­na­ti­ve für Deutsch­land zunächst im Stadt­ge­biet ange­bracht. Knapp vier Dut­zend Pla­ka­te waren es, die in wei­ser Vor­aus­sicht rela­tiv hoch an den Later­nen­mas­ten auf­ge­hängt wur­den. Genutzt hat es nichts, ins­ge­samt 38 Pla­ka­te wur­den bis­lang ent­we­der ent­wen­det oder bis zur Unkennt­lich­keit zer­stört. Wer aktu­ell durch Wunstorf wan­dert, sieht daher fast nur Pla­ka­te von FDP, SPD, Links­par­tei und CDUwobei die Grü­nen frei­wil­lig auf das Pla­ka­tie­ren ver­zich­ten.

Direk­te Kon­fron­ta­ti­on wird gesucht

Ein Plakat wie dieses wurde zum Streitgegenstand | Foto: privat
Ein Pla­kat wie die­ses wur­de zum Streit­ge­gen­stand | Foto: pri­vat
Der­weil ver­schärft sich der Umgang auf der Stra­ße wei­ter. Am ver­gan­ge­nen Mon­tag wur­de AfD-Kan­di­dat Nico­las Lehr­ke unver­mit­telt beschimpft, als er an der Hoch­stra­ße in Wunstorf neue Pla­ka­te anbrach­te. Anschlie­ßend ver­such­te der Beschimp­fen­de, ein Pla­kat der AfD zu zer­stö­ren. Lehr­ke glaub­te dabei ein Mit­glied einer kon­kur­rie­ren­den Par­tei zu erken­nen, das eben­falls zur Wahl für den Wunstor­fer Stadt­rat antritt. Der AfD-Kan­di­dat konn­te die Beschä­di­gung die­ses und wei­te­rer Pla­ka­te durch sei­ne Anwe­sen­heit zunächst ver­hin­dern.

AfD wehrt sich gegen Baga­tel­li­sie­rung

Für die AfD hat das Wahl­pla­kat-Hijacking damit ein Aus­maß ange­nom­men, das jen­seits der übli­chen Beschä­di­gun­gen durch Van­da­lis­mus liegt. Den bis jetzt ent­stan­de­nen Scha­den bezif­fert die Par­tei als drei­stel­lig. Die geziel­te Zer­stö­rungs­wut scheint sich dabei auf die Wahl­kampf­mit­tel der AfD zu beschrän­ken, Pla­ka­te der „Han­no­ve­ra­ner“ etwa, die eben­falls im Stadt­ge­biet pla­ka­tie­ren und mit ähn­li­chen Pla­ka­t­in­hal­ten um Stim­men wer­ben, sind bis­lang ver­schont wor­den. Bernd Wisch­hö­ver, Spit­zen­kan­di­dat der AfD in Wunstorf, wehrt sich gegen eine Baga­tel­li­sie­rung der Vor­fäl­le und schließt nicht aus, dass Rela­ti­vie­run­gen, wie sie aus Rich­tung des poli­ti­schen Geg­ners kamen, wei­te­re Taten begüns­ti­gen könn­ten. So äußer­te etwa Wunstorfs SPD-Vor­sit­zen­der Bernd Masch­ke kürz­lich Unver­ständ­nis über die gestell­te Straf­an­zei­ge der AfD wegen der ver­schwun­de­nen Pla­ka­te.

Trotz des Hase-und-Igel-Spiels, das sich der offen­bar bis­wei­len gut aus­ge­stat­te­te „Wahl­kampf­mit­tel­räum­dienst“ mit der AfD lie­fert, hat die Par­tei ange­kün­digt, in der kom­men­den Woche noch ein­mal ver­stärkt pla­ka­tie­ren zu wol­len.

- Anzeige -
1 Kommentar
  1. Jens Böning meint

    (ZITAT) “ Die geziel­te Zer­stö­rungs­wut scheint sich dabei auf die Wahl­kampf­mit­tel der AfD zu beschrän­ken, Pla­ka­te der „Han­no­ve­ra­ner“ etwa, die eben­falls im Stadt­ge­biet pla­ka­tie­ren und mit ähn­li­chen Pla­ka­t­in­hal­ten um Stim­men wer­ben, sind bis­lang ver­schont wor­den.“ DAS ENT­SPRICHT NICHT DER WAHR­HEIT! Wir HAN­NO­VE­RA­NER haben in Wunstorf zahl­rei­che Pla­ka­te auf­ge­hängt. Die meis­ten davon sind spur­los ver­schwun­den / gestoh­len.

    Jens Böning

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.