Zwei Frauen an der Spitze der Fraktion

Neue grü­ne Köp­fe und Ide­en in Wunstorf

Bei den Wunstor­fer Grü­nen herrscht nun Pa(a)rität: Die Stadt­rats­frak­ti­on wird künf­tig von zwei Frau­en ange­führt, den Par­tei­vor­sitz tei­len sich wei­ter­hin zwei Män­ner.

Frak­ti­ons­mit­glie­der, Vor­sit­zen­de und Schatz­meis­ter der Wunstor­fer Grü­nen: Wolf-Rüdi­ger Leit­ner, Lothar Por­cher, Orhan Güner, Andre­as Litz­ke, Anne Dalig, Wolf­gang Schulz-Binz und Bir­git Mares (v. l.) | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Am ver­gan­ge­nen Frei­tag infor­mier­ten die Wunstor­fer Grü­nen über Ver­än­de­run­gen in der ört­li­chen Par­tei­hier­ar­chie. Nach dem Weg­gang von Bernd Rein­hold, der aus Wunstorf fort­zog, waren der Frak­ti­ons­vor­sitz im Stadt­rat und der ört­li­che Par­tei­vor­sitz neu zu beset­zen gewe­sen. Außer­dem kamen die aktu­el­len The­men der Par­tei­en­ar­beit zur Spra­che.

Weib­li­ches Füh­rungs­duo hat Pre­mie­re

Den Frak­ti­ons­vor­sitz in Wunstorf haben nun Anne Dalig als Vor­sit­zen­de und Bir­git Mares als ihre Stell­ver­tre­te­rin inne. Eine weib­li­che Frak­ti­ons-Dop­pel­spit­ze gab es in der Geschich­te der Wunstor­fer Grü­nen bis­lang nicht, doch auch regi­ons­weit scheint es ein Novum zu sein, wie Dalig bemerk­te.

Güner als Nach­rü­cker im Stadt­rat

Als Nach­rü­cker kommt zudem Orhan Güner in den Stadt­rat, der vor einem Jahr erst wie­der den Grü­nen bei­ge­tre­ten war, nach­dem er vor knapp 20 Jah­ren bereits für eini­ge Jah­re Par­tei­mit­glied gewe­sen war. Güner ist das zwei­te Rats­mit­glied mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund.

Info: Orhan Güner
Orhan Güner, Jahr­gang 1965, wur­de in Anka­ra gebo­ren, besuch­te dort die Schu­le und Uni­ver­si­tät. Anschlie­ßend arbei­te­te er in der Süd­ost­tür­kei als Tür­kisch­leh­rer. Wäh­rend die­ser Zeit sam­mel­te er kur­di­sche Mär­chen und Sagen und ver­öf­fent­lich­te sie als Buch. 1992 kam er durch sei­ne Frau nach Bokel­oh, arbei­te­te in Deutsch­land wei­ter als Leh­rer und stu­dier­te neben­bei isla­mi­sche Reli­gi­ons­päd­ago­gik an der Uni­ver­si­tät Osna­brück. Seit­dem gibt er neben Tür­kisch­un­ter­richt auch Islam­un­ter­richt auf Deutsch. Güner ist Mit­glied der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft sowie 2. Vor­stand der tür­ki­schen Leh­re­rin­nen und Leh­rer des tür­ki­schen Leh­rer­ver­ban­des Nie­der­sach­sen.

Wolf-Rüdi­ger Leit­ner und Andre­as Litz­ke tei­len sich wei­ter­hin den Vor­sitz im Orts­ver­band. Neu­er Schatz­meis­ter ist Lothar Por­cher.

ÖPNV-Bür­ger­ti­cket, Wohn­raum und Defi­bril­la­to­ren für Wunstorf

Inhalt­lich haben die Grü­nen für die nächs­te Zeit vor allem The­men aus dem Bereich Sozia­les und Umwelt auf die Agen­da gesetzt. Neben Über­le­gun­gen zur Hand­ha­bung der Phos­phor­be­las­tung, für die auch Wunstorf bald ein Kon­zept vor­le­gen muss, wird ein Pes­ti­zid­ver­bot auf städ­ti­schen Flä­chen ange­strebt. Bezahl­ba­rer Wohn­raum soll eben­so grü­ne Chef­sa­che wer­den: Denn rech­ne­risch sei zwar aus­rei­chend Wohn­raum vor­han­den, in der Pra­xis hät­ten den­noch vie­le Gering­ver­die­ner Pro­ble­me, bezahl­ba­re Woh­nun­gen in Wunstorf zu fin­den, auch weil sozia­ler Woh­nungs­bau nicht mit bezahl­ba­rem Wohn­raum gleich­ge­setzt wer­den kön­ne. Es sei daher zu begrü­ßen, wenn wei­te­re Inves­ti­ti­ons­för­de­run­gen in Anspruch genom­men wer­den könn­ten.

Auf Neu-Frak­ti­ons­mit­glied Güner geht der Vor­schlag zurück, sich für eine flä­chen­de­cken­de­re Anbrin­gung von Defi­bril­la­to­ren im Stadt­ge­biet ein­zu­set­zen, nach­dem er erle­ben muss­te, dass an sei­ner Schu­le trotz Kran­ken­haus­nä­he ein­mal jede Hil­fe zu spät kam. Die (teil-)automatischen Defi­bril­la­to­ren, die bei schnel­lem Han­deln hel­fen kön­nen, lebens­ge­fähr­li­che Herz­ryth­mus­stö­run­gen zu been­den, soll­ten idea­ler­wei­se an öffent­li­chen Gebäu­den wie z. B. Schu­len in jedem Orts­teil vor­han­den sein.

Im Bereich Nah­ver­kehr soll die Ver­wal­tung prü­fen, ob ein „Ein­woh­ner­ti­cket“ in Wunstorf eta­bliert wer­den kann. Das Ticket, das der­zeit in Wey­he (Land­kreis Die­p­holz) in einem Pilot­pro­jekt erprobt wird, ermög­licht es Pend­lern, zu ver­güns­tig­ten Pau­schal­prei­sen Bus­se und Bah­nen zu nut­zen. Ähn­lich wie bei Fir­men-Tickets wür­de die Stadt ein fes­tes Kon­tin­gent von GVH-Jah­res­a­bos kau­fen, dafür Rabatt erhal­ten und die­sen an die Wunstor­fer in Form der ver­bil­lig­ten Tickets wei­ter­ge­ben kön­nen. Auf die­se Wei­se wür­den nicht nur Pend­ler ent­las­tet, die über ihre Fir­men kei­ne Job­ti­ckets erhal­ten könn­ten, son­dern auch die Haupt­ver­kehrs­stra­ßen ent­las­tet. Die Idee des Ein­woh­ner­ti­ckets ver­fol­gen die Grü­nen gemein­sam mit der SPD und der FDP in der Mehr­heits­grup­pe.

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