Wohin in Wunstorf als Jugend­li­cher?

Am 11. Sep­tem­ber ist Kom­mu­nal­wahl. Auch in Wunstorf wer­den Regi­ons­ver­samm­lung, die Orts­rä­te und ein neu­er Stadt­rat gewählt. 6 Par­tei­en und ein Ein­zel­kan­di­dat wol­len ins Wunstor­fer Rat­haus ein­zie­hen. Wir haben den Par­tei­en ein knap­pes Dut­zend Fra­gen zu The­men gestellt, die die Wunstor­fer beson­ders inter­es­sie­ren. Wir ver­öf­fent­li­chen täg­lich bis zur Wahl jeweils eine der Fra­gen samt Ant­wor­ten – und geben einen Über­blick, wer wel­che Posi­tio­nen ver­tritt.

Skater-Anlage an der Emanuel-Grund-Straße | Foto: Daniel Schneider
Ska­ter-Anla­ge an der Ema­nu­el-Grund-Stra­ße | Foto: Dani­el Schnei­der

In Wunstorf sei nichts los, hört man oft. Für die Jüngs­ten wer­de viel getan, die Älte­ren hät­ten auch ihre Mög­lich­kei­ten, aber gera­de für die Her­an­wach­sen­den wäre Wunstorf nicht son­der­lich attrak­tiv. Wor­an liegt das und was könn­te man dage­gen tun? Das woll­ten wir von den Par­tei­en wis­sen.

wunstorfwaehlt

Unterm Strich gibt es nach Ansicht der Par­tei­en in Wunstorf bereits vie­le Mög­lich­kei­ten, die auch wei­ter­hin unter­stützt wer­den. Her­aus­ra­gend sei vor allem auch das Ver­eins-/Sport­an­ge­bot in Wunstorf. Die SPD und Die Lin­ke fin­den den­noch, dass es noch mehr Frei­räu­me für Jugend­li­che geben müss­te. Letz­te­re sähe auch gern mehr öffent­li­che Sport­ge­län­de außer­halb von Ver­ei­nen. Par­tei­über­grei­fend sind sich jedoch alle einig, dass vor allem die Jugend­li­chen selbst etwas tun müs­sen für ein pas­sen­des Jugend- und Frei­zeit­an­ge­bot in Wunstorf. Mit vor­ge­kau­ten Lösun­gen wäre nie­man­dem gehol­fen. Finan­zi­el­le För­de­run­gen für eige­ne Pro­jek­te und Ide­en gibt es.

Fra­ge und Ant­wor­ten

Wir haben die Par­tei­en kon­kret gefragt: „Das Frei­zeit­an­ge­bot für Kin­der in Wunstorf (z. B. Spiel­plät­ze) ist über­durch­schnitt­lich, im Gegen­satz zum Ange­bot für älte­re Jugend­li­che. Was tun Sie für ein bes­se­res Jugend- und Frei­zeit­an­ge­bot in Wunstorf?”

logo-fdpAnt­wort der FDP: Die Stadt för­dert zahl­rei­che Pro­jek­te auch für Her­an­wach­sen­de und jun­ge Erwach­se­ne. Im Stadt­ju­gend­ring kön­nen Sport- und ande­re Ver­ei­ne, aber auch ande­re Grup­pie­run­gen Anträ­ge auf För­de­run­gen stel­len. Dies wird auch wahr­ge­nom­men. Die Mann­schaft im Stadt­ju­gend­ring um Hol­ger Bat­ter­mann leis­tet hier zum Bei­spiel her­vor­ra­gen­de Arbeit. Jun­ge Men­schen soll­ten und kön­nen dar­über hin­aus, wenn sie sich dar­über bekla­gen, die Stadt täte zu wenig für sie, selbst initia­tiv wer­den. Unse­re Welt erfor­dert Selbst­stän­dig­keit und Krea­ti­vi­tät, unse­re FDP steht für die­se Form der Frei­heit.

logo-spdAnt­wort der SPD: Die bestehen­den Ein­rich­tun­gen für Jugend­li­che, also das Kin­der- und Jugend­zen­trum Der Bau­hof, das Pro­jekt Kur­ze Wege, das Küs­ter­haus in Stein­hu­de oder auch die Wohn­welt, sind teil­wei­se auf unse­re Initia­ti­ve ent­stan­den und wir unter­stüt­zen sie seit vie­len Jah­ren. Den­noch feh­len zusätz­li­che Frei­räu­me für Jugend­li­che. Wir sind der Mei­nung, dass Jugend­li­che sich die­se Frei­räu­me selbst gestal­ten soll­ten, und sind bereit, kon­kre­te Pro­jek­te zu unter­stüt­zen. Wir haben das Jugend­par­la­ment instal­liert, damit Jugend­li­che eine Betei­li­gungs­mög­lich­keit erhal­ten und Ide­en eigen­stän­dig erar­bei­ten kön­nen. Es reicht nicht, etwas vor­zu­set­zen, ein Pro­jekt für Jugend­li­che soll­te immer von Jugend­li­chen selbst gestal­tet wer­den, damit es auch ange­nom­men wird. Zwei Bei­spie­le dafür sind die Ska­ter­an­la­ge am Neu­bau­ge­biet Bar­ne-Süd oder der Graf­fit­ti­tun­nel in der Hin­den­burg­stra­ße – bei­des Pro­jek­te, die die Jugend­li­chen selbst ent­wi­ckelt und die wir unter­stützt haben.

Ant­wort von Ste­fan Sau­er: Wich­tig ist, die Mobi­li­tät, den öffent­li­chen Nah­ver­kehr zu erhal­ten, der gera­de für Jugend­li­che eine wich­ti­ge Bedeu­tung hat. Älte­re Jugend­li­che sol­len die Mög­lich­keit haben, sich sel­ber um ihr Frei­zeit­an­ge­bot zu küm­mern. Sie sol­len die Mög­lich­keit haben, auch Ver­an­stal­tun­gen sel­ber zu orga­ni­sie­ren. Dafür sind dann auch För­der­mit­tel bereit­zu­stel­len. Die Wohn­welt bie­tet z. B. solch einen Rah­men der Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on

logo-afdAnt­wort der AfD: Das Frei­zeit­ver­hal­ten der älte­ren Jugend­li­chen und auch jun­gen Erwach­se­nen hat sich die letz­ten Jah­re sehr ver­än­dert. Das Smart­pho­ne bestimmt oft­mals das Leben, so dass Ange­bo­te weni­ger ange­nom­men wer­den. Feh­len­de Ange­bo­te wer­den zwar beklagt, aber vor­han­de­ne Ange­bo­te nicht ange­nom­men. Ange­bo­te ent­spre­chen oft nicht den Bedürf­nis­sen der Jugend­li­chen, aber sind durch recht­li­che Gege­ben­hei­ten nicht anders zu regeln. Wenn was schief­geht, wird immer gleich nach dem Ver­ant­wort­li­chen geru­fen, dar­um kön­nen wün­schens­wer­te Ange­bo­te in der Pra­xis oft­mals nicht gemacht wer­den.

logo-cdu-offiziellAnt­wort der CDU: Wir haben in Wunstorf bereits attrak­ti­ve Ange­bo­te für Jugend­li­che. Ins­be­son­de­re der „Bau­hof e. V.“ steht exem­pla­risch für die über­ra­gen­de (offe­ne) Jugend-Arbeit vor Ort. Aber auch die Pro­jek­te „Kur­ze Wege“ und „Küs­ter­haus“ sind gute Bei­spie­le dafür. Die CDU ist wei­ter­hin dafür, die­se Ein­rich­tun­gen finan­zi­ell zu unter­stüt­zen. Auch das Sport­an­ge­bot, das die Ver­ei­ne anbie­ten, ist aus unse­rer Sicht her­vor­ra­gend. Zudem tre­ten wir dafür ein, dass das „Wohn­welt-Gebäu­de“ am Bahn­hof allen Jugend­li­chen für Akti­vi­tä­ten zur Ver­fü­gung steht. Auch der Roll­sport­ver­ein und die neu eröff­ne­te öffent­li­che Ska­ter-Anla­ge bie­ten gute Mög­lich­kei­ten, die Frei­zeit sinn­voll zu gestal­ten.

logo-linkeAnt­wort von Die Lin­ke: Die Wohn­welt war schon immer unge­liebt, das ist über­all völ­lig nor­mal für Ein­rich­tun­gen für älte­re Jugend­li­che. Die Wohn­welt muss in ihren Mög­lich­kei­ten finan­zi­ell und räum­lich viel stär­ker geför­dert wer­den, als das bis­her der Fall ist. Durch die bis­he­ri­gen räum­li­chen Beschrän­kun­gen wird der Weg nach Han­no­ver wesent­lich reiz­vol­ler für die Jugend­li­chen. Wir soll­ten den Jugend­li­chen mehr Raum geben und auch ande­re Sport­stät­ten, wie Beach­vol­ley­ball, Skate­board­bah­nen, Pad­del­stre­cken, ver­stärk­te Was­ser­sport­an­ge­bo­te für Jugend­li­che, BMX-Gelän­de und vie­le ande­re neue­re Sport­ar­ten außer­halb der Ver­eins­welt ein­rich­ten.

Die Grü­nen haben uns nicht auf die­se Fra­ge­stel­lung geant­wor­tet.

Alle wei­te­ren Fra­gen, Ant­wor­ten und Posi­tio­nen: Hier in unse­rem Schwer­punkt zur Wunstor­fer Kom­mu­nal­wahl 2016!


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