Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel in Stein­hu­de

Der Wahl­kampf­auf­tritt von Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel am Stein­hu­der Meer war der ein­zi­ge in der Regi­on – und fiel nicht ins Was­ser. Aber auch in Feri­en­or­t­at­mo­sphä­re muss­te sich die Kanz­le­rin gegen laut­star­ken Pro­test behaup­ten.

Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel spricht in Stein­hu­de | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Am Frei­tag­nach­mit­tag trat die Bun­des­kanz­le­rin u. a. in Beglei­tung von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin von der Ley­en, den CDU-Bun­des­tags­kan­di­da­ten Hop­pen­stedt und Flachs­barth sowie Minis­ter­prä­si­dent­be­wer­ber Althus­mann am Stein­hu­der Meer auf.

Die gro­ße Poli­tik im klei­nen Stein­hu­de

Hun­der­te Men­schen hör­ten sich an, was Kanz­le­rin, Minis­te­rin und Bun­des­tags­kan­di­da­ten zu sagen hat­ten, neben den gela­de­nen Gäs­ten und CDU-Unter­stüt­zern auch vie­le Zaun­gäs­te, die sich rund um den Ein­lass­be­reich die Aus­füh­run­gen der Poli­ti­ker auf der Über­tra­gungs­lein­wand ansa­hen.

Zuhö­rer in Stein­hu­de | Foto: Dani­el Schnei­der

Stein­hu­de war als Ver­an­stal­tungs­ort geschickt gewählt – der Ort zählt nicht nur zu den Wunstor­fer Stadt­tei­len mit der höchs­ten Zustim­mung für die CDU, son­dern beher­bergt aktu­ell auch man­chen Gast in Urlaubs­stim­mung. Es durf­te zumin­dest damit gerech­net wer­den, dass der Kanz­le­rin unterm Strich in Wunstorf mehr Zuspruch wider­fährt als bis­wei­len an ande­ren Kund­ge­bungs­or­ten in ande­ren Städ­ten. Die schö­nen Bil­der vor male­ri­scher Kulis­se blie­ben jedoch aus, der ver­reg­ne­te Som­mer mach­te auch für die Kanz­le­rin kei­ne Aus­nah­me. Wer Ange­la Mer­kel live hören woll­te, reis­te bei Regen an und bei Regen wie­der ab, nur die Ver­an­stal­tung selbst blieb tro­cken.

Mer­kel-muss-weg-Rufe

Die Zahl der akti­ven Kri­ti­ker blieb tat­säch­lich über­schau­bar: Nur ver­ein­zelt stan­den Grüpp­chen von laut­stark Pro­tes­tie­ren­den am Ran­de und blie­sen in Tril­ler­pfei­fen und Hör­ner. Die weni­gen Dau­er­pro­tes­tie­rer waren jedoch genug an der Zahl, um eine deut­lich ver­nehm­ba­re Stör­ku­lis­se zu erzeu­gen – die jedoch nicht die gan­ze Ver­an­stal­tung über auf­recht­erhal­ten wur­de und von der Laut­spre­cher­an­la­ge mühe­los kom­pen­siert wur­de. Mer­kels Auf­tritt schränk­te es nicht ernst­lich ein.

Berit­te­ne Poli­zei sichert die Kund­ge­bung | Foto: Dani­el Schnei­der

Neben „Mer­kel muss weg”-Sprechchören skan­dier­ten auch Ein­zel­per­so­nen spon­tan Unmuts­be­kun­dun­gen aus der Men­ge her­aus und tra­ten so bei­na­he in einen gefühl­ten Dia­log mit der Kanz­le­rin ein. Der Pro­test reich­te ins­ge­samt aus, um Mer­kel Gele­gen­heit zu geben, wie schon auf ande­ren Kund­ge­bun­gen den Ball auf­zu­grei­fen und die Stö­rer indi­rekt als Schrei­häl­se ohne ernst­li­ches Inter­es­se an poli­ti­schem Gestal­tungs­wil­len abzu­qua­li­fi­zie­ren – was von der Men­ge ent­spre­chend gou­tiert wur­de.

Lin­ke-Wahl­wer­bung neben I-love-Rau­te-Schild­chen

Auch der poli­ti­sche Geg­ner war wäh­rend der CDU-Ver­an­stal­tung aktiv. Lin­ke-Anhän­ger über­lie­ßen die Sze­ne­rie vorm Stein­hu­der Meer nicht allein den Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen für die Kanz­le­rin, son­dern ver­teil­ten rund um die Ver­an­stal­tung Wahl­kampf­zei­tun­gen der Links­par­tei.

Wahl­kampf vor dem Stein­hu­der Meer | Foto: Dani­el Schnei­der

Die Anwe­sen­den, die trotz Regen­ge­fahr gekom­men waren, hör­ten eine Kanz­le­rin, die vie­le The­men ansprach, von der Sicher­heits-, Wirt­schafts- über die Fami­li­en­po­li­tik bis zu regio­na­len Belan­gen, und am Ende dazu auf­rief, sich mit dem CDU-Pro­gramm aus­ein­an­der­zu­set­zen und dann natür­lich mög­lichst ihrer Par­tei die Stim­me zu geben. Mer­kel koket­tier­te mit ihrer Erfah­rung, sie habe schon „ein wenig” davon – ern­te­te fröh­li­ches Lachen – und bekräf­tig­te, die­se in einer wei­te­ren Amts­zeit zur Bewäl­ti­gung neu­er Her­aus­for­de­run­gen ein­brin­gen zu wol­len.

Schwei­ge­mi­nu­te für spa­ni­sche Ter­ror­op­fer

Dabei stan­den der Auf­tritt in Stein­hu­de und die wei­te­ren Kund­ge­bun­gen kurz­zei­tig in Fra­ge: In Anbe­tracht der Ter­ror­an­schlä­ge von Spa­ni­en ent­schloss man sich in Abspra­che mit ande­ren Par­tei­en jedoch dazu, den Wahl­kampf wie geplant fort­zu­füh­ren – nur auf das Musik­be­gleit­pro­gramm wur­de ver­zich­tet und eine Schwei­ge­mi­nu­te für die Opfer ein­ge­legt.


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