Wunstorfer Kriminalstatistik vorgestellt

Dieb­stahl bleibt Kri­mi­na­li­täts­schwer­punkt in Wunstorf

Das Wunstor­fer Kom­mis­sa­ri­at gab die Kri­mi­nal­sta­tis­tik für das Vor­jahr bekannt. Dieb­stahl bleibt trotz sin­ken­der Zah­len das Haupt­de­likt­feld in Wunstorf, doch Betrü­ge­rei­en neh­men wei­ter zu …

Schrift­zug und Dienst­schild am Wunstor­fer Kom­mis­sa­ri­at | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Die Zahl der Dieb­stäh­le ging im ver­gan­ge­nen Jahr zurück, doch Woh­nungs­ein­brü­che und Dieb­stäh­le aus Autos und von Fahr­rä­dern blei­ben ein erns­tes The­ma für die Wunstor­fer Poli­zei. Vor allem pro­fes­sio­nell orga­ni­sier­te Die­bes­ban­den machen den Wunstor­fern das Leben schwer, wenn sie Fahr­rä­der steh­len, aus Autos klau­en und in Woh­nun­gen ein­bre­chen. Viel Arbeit besche­ren den Ermitt­lern vom Wunstor­fer Kom­mis­sa­ri­at auch die zuneh­men­den Betrugs­de­lik­te. Immer mehr Anzei­gen wer­den z. B. gestellt wegen bestell­ter „Inter­net­schnäpp­chen“, die in Wirk­lich­keit gar nicht exis­tie­ren. Ins­ge­samt zieht das Kom­mis­sa­ri­at Wunstorf jedoch eine posi­ti­ve Bilanz: Die Zahl der Straf­ta­ten ging zurück (um 138 Fäl­le auf 2.470) und die Auf­klä­rungs­quo­te stieg um 6,19 % (auf 61,21 %).

Ver­hält­nis der Straf­ta­ten in Wunstorf

Schaut man auf das Ver­hält­nis der Delik­te zuein­an­der, dann nimmt der Dieb­stahl den weit­aus größ­ten Stel­len­wert ein. Zählt man alle Dieb­stahls­ar­ten zusam­men, dann fal­len knapp die Hälf­te der Straf­ta­ten in Wunstorf in die­sen Bereich. 876-mal wur­de 2017 in Wunstorf gestoh­len, dazu kom­men 496 schwe­re Dieb­stäh­le, 59-mal gewerb­li­cher Dieb­stahl und 133 Laden­dieb­stäh­le.

Anteil der Straf­ta­ten in Wunstorf 2017 | Gra­phik: Aue­post

Dieb­stahl

Die Zahl der Ein­brü­che ging zwar zurück, was die Poli­zei auf erhöh­te Prä­senz zurück­führt. Die ver­such­ten Woh­nungs­ein­brü­che lie­gen jedoch wei­ter­hin kon­stant bei 40 %, trotz Straf­ver­schär­fun­gen im letz­ten Jahr, nach­dem Ein­brü­che nun stets als Ver­bre­chen behan­delt wer­den. Auch Fahr­rä­der wur­den sel­te­ner gestoh­len als noch 2016, näm­lich 218-mal. Gan­ze Autos ver­schwan­den 10-mal. Die Auf­klä­rungs­quo­te bei Dieb­stäh­len, Ein­bruch etc. ist ver­gleichs­wei­se gering und liegt in der Regel zwi­schen 6 und 9 Pro­zent. Mehr Hoff­nung, den Täter zu schnap­pen, besteht bei PKW-Dieb­stäh­len: hier liegt die Auf­klä­rungs­quo­te bei 30 %.

Kaum eine Rol­le in Wunstorf spie­len Raub­straf­ta­ten, hoch fällt jedoch der Anteil an Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­ten aus, bei denen die Auf­klä­rungs­quo­te aller­dings 90 % beträgt. 214 Kör­per­ver­let­zun­gen wur­den im letz­ten Jahr regis­triert, davon waren 40 gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zun­gen. 12-mal wur­de Gewalt gegen Poli­zei­be­am­te aus­ge­übt. Wegen Sach­be­schä­di­gun­gen wur­de 221-mal ermit­telt.

Betäu­bungs­mit­tel

Mari­hua­na-Kon­sum für vie­le zur Nor­ma­li­tät gewor­den“

In Sachen Dro­gen­de­lik­ten hat die Poli­zei im letz­ten Jahr ver­stärkt kon­trol­liert, vor allem im Stra­ßen­ver­kehr. Das erklärt den star­ken Anteil in der Sta­tis­tik, es gab einen Anstieg um 33,47 % zum Vor­jahr. Dabei bestä­tig­te sich, was schon als Ten­denz erkenn­bar war: Mari­hua­na-Kon­sum ist für vie­le inzwi­schen zur Nor­ma­li­tät gewor­den. In 271 Fäl­len wur­den Ver­fah­ren wegen Betäu­bungs­mit­tel­kri­mi­na­li­tät ein­ge­lei­tet.

Can­na­bis-Plan­ta­ge. Bild: Poli­zei Nienburg/Schaumburg

Betrug und Ver­mö­gens­de­lik­te

Das zweit­größ­te Delikt in Wunstorf neh­men aber wei­ter­hin die Betrugs- und Ver­mö­gens­de­lik­te ein. Hier stie­gen die Fall­zah­len auch im letz­ten Jahr wei­ter an. 515-mal wur­den Fäl­schun­gen, Betrü­ge­rei­en, Kre­dit­kar­ten­miss­brauch und Ähn­li­ches akten­kun­dig.

Sor­gen macht der Poli­zei die Ver­trau­ens­se­lig­keit man­cher Wunstor­fer, die ohne aus­rei­chen­des Miss­trau­en per­sön­li­che Daten sogar am Tele­fon preis­ge­ben oder, wenn der Preis nur güns­tig genug ist, im Inter­net ver­meint­li­che Schnäpp­chen bestel­len – bei gefälsch­ten Shops oder Ver­käu­fern, die zwar kas­sie­ren, aber nicht lie­fern. Die Gier macht blind – und gedan­ken­los wird vor­ab Geld über­wie­sen, ohne dar­auf zu ach­ten, ob die Geschäf­te tat­säch­lich exis­tie­ren oder der Ver­käu­fer ver­trau­ens­wür­dig ist.

Ver­tei­lung der Natio­na­li­tät an Straf­ta­ten in Wunstorf 2017 | Gra­phik: Aue­post

Über­durch­schnitt­lich hoher Aus­län­der­an­teil

Von den Tat­ver­däch­ti­gen waren 26,2 % Aus­län­der. Das erstaunt zunächst, denn in Wunstorf leben nur 8,99 % Aus­län­der, ihr Anteil in der Kri­mi­nal­sta­tis­tik wäre dem­nach über­pro­por­tio­nal hoch. Doch es sind natür­lich nicht nur Orts­an­säs­si­ge, die Straf­ta­ten bege­hen, ein gro­ßer Teil ent­fällt auch auf rei­sen­de Täter und Ban­den, die etwa aus dem EU-Aus­land ope­rie­ren. Auf der ande­ren Sei­te ent­steht die hohe Zahl durch Mehr­fach­tä­ter. Glei­ches gilt für Taten von Flücht­lin­gen, die in Wunstorf tat­ver­däch­tig wur­den. Nicht alle woh­nen in Wunstorf selbst, man­che kamen von außer­halb für Straf­ta­ten in die Auestadt oder sind wie­der­um Mehr­fach­tä­ter. Die Straf­ta­ten von Asyl­su­chen­den nah­men außer­dem ab: Waren es 2016 noch 157 Taten gewe­sen, so weist die Sta­tis­tik nun nur noch 125 Taten aus.

- Anzeige -
Werben auf auepost.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.