Sendelizenz wird wegen finanzieller Unstimmigkeiten widerrufen

Radio Leinehertz vor dem Aus

Die Landesmedienanstalt entzieht dem hannoverschen Bürgerradio die Lizenz. Abgeordnete aus der Regionsversammlungsgruppe „Die REGION“ setzen sich unterdessen für den Erhalt des Senders ein.

Radio Leinehertz
Web­sei­te von Radio Lei­ne­hertz | Screen­shot: Aue­post

Han­no­ver (red). Die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­me­di­en­an­stalt hat am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag beschlos­sen, die Zulas­sung für Radio Lei­ne­hertz zu wider­ru­fen. Die finan­zi­el­le För­de­rung soll zum 1. April enden. Als Grund wur­den u. a. feh­len­de Nach­wei­se einer zweck­ent­spre­chen­den Ver­wen­dung öffent­li­cher Mit­tel genannt. Der Sen­der hat­te dar­auf­hin ange­kün­digt, Insol­venz anmel­den zu wol­len. Der­zeit sen­det Radio Lei­ne­hertz wei­ter – so lan­ge, bis der Bescheid der Lan­des­me­di­en­an­stalt zuge­stellt wor­den ist.

INFO: Radio Lei­ne­hertz
Radio Lei­ne­hertz ist das Bür­ger­ra­dio der Regi­on Han­no­ver und sen­det über UKW auf 106,5 MHz. Es über­nahm 2009 den Sen­de­platz von Radio Flo­ra, das seit­dem als Inter­net­ra­dio wei­ter­lebt. Der Bür­ger­funk wur­de zuletzt jähr­lich mit 281.300 Euro geför­dert. Das Pro­gramm ist wer­be­frei.

Die Ver­samm­lung der Lan­des­me­di­en­an­stalt habe sich die har­te Ent­schei­dung nicht leicht­ge­macht, der Sen­der wäre jedoch anhal­tend nicht in der Lage gewe­sen, die kor­rek­te Ver­wen­dung der Gel­der nach­zu­wei­sen, hieß es von­sei­ten der Lan­des­me­di­en­an­stalt.

Des­halb ist eine wei­te­re För­de­rung nicht mehr zu ver­ant­wor­ten.“Gerald Hee­re, stell­ver­tre­ten­der Ver­samm­lungs­lei­ter

Regionspolitiker intervenieren

Die Grup­pe „Die REGI­ON“ in der Regi­ons­ver­samm­lung will in der heu­ti­gen Regi­ons­aus­schuss­sit­zung einen Eil­an­trag stel­len: Ziel ist die Ver­mitt­lung durch den Regi­ons­prä­si­den­ten Hau­ke Jagau. Der Geschäfts­füh­rer der „REGI­ON“, Bru­no Adam Wolf, sag­te, dass es nicht sein kön­ne, dass Ver­feh­lun­gen der ehe­ma­li­gen Geschäfts­füh­rung die jah­re­lan­ge Arbeit vie­ler enga­gier­ter Men­schen kaputt­ma­che; das Radio gäbe durch viel­sei­ti­ges ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment den Bür­gern der Regi­on eine Stim­me. Seit 2017 steht der Sen­der unter der Lei­tung zwei­er Inte­rims­ge­schäfts­füh­rer.

Was Radio Lei­ne­hertz für die Regi­on Han­no­ver leis­tet, ist nicht mit Gold auf­zu­wie­gen, aber manch­mal droht es eben genau dar­an zu schei­tern, und genau da müs­sen wir ran.“Juli­an Klip­pert (Die REGI­ON)

Nach dem Wil­len der Grup­pe soll das Bür­ger­ra­dio für die Regi­on erhal­ten blei­ben und den Ehren­amt­li­chen ihre Tätig­keit wei­ter ermög­licht wer­den. Insti­tu­tio­nen wie Radio Lei­ne­hertz sei­en unbe­dingt zu erhal­ten, es wäre eine Schan­de, dass es damit jetzt aus sein sol­le, sag­te auch der Wunstor­fer Regi­ons­ab­ge­ord­ne­te in der „REGI­ON“, Rüdi­ger Hergt.

INFO: „Die REGI­ON“ in der Regi­ons­ver­samm­lung
Die Grup­pe „Die REGI­ON bil­de­te sich nach der Kom­mu­nal­wahl 2016. Ihr gehö­ren Par­tei­mit­glie­der aus Pira­ten­par­tei, Die PAR­TEI und Die LIN­KE an, u. a. der Wunstor­fer Poli­ti­ker Rüdi­ger Hergt.
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1 Kommentar
  1. Michael aus Burgdorf sagt

    Radio Lei­ne­hertz darf nicht ster­ben. Es ist mein täg­li­cher Beglei­ter in den letz­ten Jah­ren. Ich höre den Sen­der so oft ich kann . Die Bei­trä­ge und vor allem der Musik­mix ist nach mei­nen Geschmack. BIT­TE den Sen­der nicht abschal­ten. Der Radio­sen­der aus Han­no­ver darf nicht enden.

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