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Unbekannte dringen ins Naturerlebnisbad ein

Unbekannte sind in der Nacht von Sonntag auf Montag ins Naturerlebnisbad Luthe eingedrungen und haben möglicherweise die Becken verunreinigt. Das Freibad muss nun geschlossen bleiben.

Naturerlebnisbad
Das Naturerlebnisbad Luthe (Archivbild) | Foto: Mirko Baschetti

Luthe (red). Das Naturerlebnisbad Luthe bleibt die kommenden Tage geschlossen, nachdem das Gesundheitsamt eine starke Belastung mit E.-coli-Bakterien festgestellt hat. Das Ergebnis der Wasserprobe sollte heute eigentlich dazu führen, dass das Nichtschwimmerbecken wieder freigegeben werden kann, nachdem es wegen zu hoher Keimbelastung gesperrt werden musste – vermutlich hatte hier Entenkot die Verunreinigung verursacht.

INFO: E.coli-Bakterien
E.-coli-Bakterien sind Darmbakterien, die bei Tieren und beim Menschen vorkommen. Die Bakterien sind überwiegend harmlos, können bei zu hoher Konzentration jedoch Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. Ein starkes Vorkommen von E.coli-Bakterien ist ein Indiz für fäkale Verunreinigung von Gewässern.

Ãœberwachungskameras filmen Eindringlinge

Doch nun wurde in allen Becken eine noch höhere Belastung festgestellt, die kaum noch durch einzelne Wasservögel verursacht worden sein kann. Die Mitarbeiter des Naturerlebnisbads begaben sich daher auf Spurensuche, um die mögliche Ursache zu ermitteln. Auch ein Rückstau durch Starkregen wurde in Betracht gezogen, doch alle möglichen Fehlerquellen konnten letztlich ausgeschlossen werden. Bei der weiteren Suche wurden aber auch noch einmal die Aufzeichnungen der Ãœberwachungskameras durchgesehen. Dabei stellte sich dann heraus, dass das Naturerlebnisbad zu Wochenbeginn ungebetenen Besuch hatte. Auf den Aufzeichnungen ist zu sehen, wie mehrere junge Männer oder Jugendliche über eine hingestellte Bank auf das Gelände des Naturerlebnisbades einsteigen.

Nichtschwimmerbereich Naturerlebnisbad
Im Nichtschwimmerbecken hielten sich die Eindringlinge auf (Archivbild) | Foto: Mirko Baschetti

Einer aus der Gruppe verdeckte sein Gesicht und drehte dann eine Ãœberwachungskamera zur Seite – die Eindringlinge fühlten sich danach offenbar unbeobachtet. Allerdings befindet sich im Freibad nicht nur eine Kamera – die übrigen Ãœberwachungskameras filmten die Situation weiter und zeigten, dass die Besucher sich unter anderem im Nichtschwimmerbecken offenbar in Bierlaune aufhielten.

Polizei ist eingeschaltet

Das Naturerlebnisbad hat Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Gewässerverunreinigung gestellt, die Polizei ermittelt und hat die Ãœberwachungsaufzeichnungen zur Verfügung gestellt bekommen. Die Ehrenamtlichen vom Naturerlebnisbad traf die Nachricht von der womöglich absichtlichen Verunreinigung stark, die Nerven liegen blank. Denn statt bei bestem Wetter wieder vollständig zu öffnen, muss nun komplett geschlossen werden. Bis die nächsten Wasserproben wieder einen normalen Wasserzustand bestätigen, darf das Naturerlebnisbad nicht öffnen. Am Freitag wird das nächste Ergebnis vorliegen, wie Vorstandsmitglied Reinhard Gräpel der Auepost sagte. Man hoffe, dass man dann zum Wochenende das Naturerlebnisbad wieder öffnen könne.

INFO: Behördliche Wasserkontrolle
Das Naturerlebnisbad wird wie jedes andere öffentliche Naturbad von den Behörden streng kontrolliert. Im zweiwöchentlichen Rhythmus prüft das Gesundheitsamt Hannover die Wasserqualität durch Probenentnahmen. Wird im Labor eine zu hohe Keimbelastung festgestellt, wird umgehend eine weitere Kontrollprobe genommen. Ist auch diese sogenannte B-Probe positiv, wird das Bad für Badegäste gesperrt. Erst wenn die Wasserqualität wieder stimmt und eine oder mehrere Folgeproben negativ bleiben, darf das Bad erneut öffnen.

Update, 7.6.: Das Naturerlebnisbad hat am Freitag wieder geöffnet, die Wasserwerte liegen wieder im normalen Bereich.

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7 Kommentare

  1. Mir schwillt der Kamm!
    Und dazu braucht’s Einiges.

    Hier jedoch ist mein Zorn mehr als angebracht.
    Dass vielen Menschen -im Ãœbrigen nicht zwangsläufig “der böse Jugend von heute”- jeglicher Respekt abgeht, ist ansich bereits Ärgernis genug.
    Doch wenn der selbst bei der Allgemeinheit Guttuendem alleine im Ansatz gänzlich fehlt, werde ich Friedliebende im Inneren zu ‘ner Art “rasenden Wildsau”.

    Danke dafür an die Vollpfosten im Luther Erlebnisbad, die meinten, hier ihrem Vandalismus frönen zu müssen.

  2. Es scheint, dass diese Jugendlichen mal wieder nicht richtig ausgelastet sind. Wenn die Täter bekannt sind, sollte man die härteste Strafen (ohne Bewährung) aussprechen, die unser Gesetz dafür vorsieht. Mit Kuschelpädagogik kommt man einfach nicht mehr weiter. Die Kosten für die Reinigung des Bades gehen natürlich auf Kosten der Jugendlichen, respektive deren Eltern. Dieser Vorfall zeigt, dass gewisse Kreise unsere Gesellschaft und deren Einrichtungen nicht ernst nehmen. Und dagegen muss mit aller Härte (ohne Pardon) geantwortet werden.

    1. Ja, #bernd-Michael R., ich stimme Ihnen ohne Wenn und Aber zu!

      Auch wenn ich nicht mehr im pädagogischen Bereich tätig bin, so weiß ich, dass es Grenzen gibt, über Gespräche und auf die eher sanfte Art und Weise mache der jugendlichen Straftäter -und nichts anderes sind die hier- noch irgendwie zu erreichen.

      Da muss durchaus auch mal zwingend ein Machtwort gesprochen werden.
      Und hier bedeutet das ganz klar, neben den Schaden ersetzen zu müssen, für einige Wochen “einzufahren”.
      Hoffentlich sehen das die Jugendrichter genauso und nutzen ihre Möglichkeiten, KEINE Bewährungsstrafen zu verhängen.

      Und Ja: ich weiß sehr wohl um die Risiken, die Gefängnisaufenthalte für Jugendliche bergen. Doch diese Diskussion gehört hier eher nicht hin.

  3. Echt eine Frechheit von den Jugendlichen wie kann man nur mit Fäkalien im schwimmbad rumsauen ! Hoffentlich gibt es eine angemessene strafe

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