Ausschreibung evtl. noch dieses Jahr

Vollautomatisches Fahrradparkhaus für Wunstorf geplant

Die Region Hannover will ein vollautomatisches Fahrradparkhaus am Wunstorfer Bahnhof bauen lassen. Schon im nächsten Jahr könnte es errichtet werden.

Fahrradparkhaus in Wunstorf
So könn­te das Fahr­rad­park­haus am Wunstor­fer Bahn­hof aus­se­hen | Bild­mon­ta­ge: Regi­on Han­no­ver

Hannover/Wunstorf (red). In Wunstorf könn­te im nächs­ten Jahr ein Leucht­turm der Ver­kehrs­wen­de ent­ste­hen – qua­si im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes: Die Regi­on Han­no­ver plant am Bahn­hof ein hoch­mo­der­nes, mehr­ge­schos­si­ges Fahr­rad­park­haus. Ver­kehrs­de­zer­nent Ulf-Bir­ger Franz stellt das Vor­ha­ben heu­te am 12. Sep­tem­ber im Ver­kehrs­aus­schuss vor. Stimmt die Regi­ons­ver­samm­lung am 24. Sep­tem­ber zu, kann die Aus­schrei­bung für das 1,5‑Millionen-Euro-Projekt bereits im Herbst star­ten.

Diebstahlgeschützt

Wunstorf ist nach dem han­no­ver­schen Haupt­bahn­hof der am stärks­ten von Pend­le­rin­nen und Pend­lern genutz­te Bahn­hof in der Regi­on Han­no­ver. Auch nicht­mo­to­ri­sier­te Nut­zer kon­kur­rie­ren dort um Platz für ihre Gefähr­te. Die Fol­ge: Die Abstell­an­la­gen sind chro­nisch über­las­tet, im Umfeld des Bahn­hofs wer­den meh­re­re Hun­dert Räder unge­ord­net abge­stellt, auch Fahr­rad­dieb­stahl im Bahn­hofs­um­feld ist ein Dau­er­the­ma.

In dem geplan­ten auto­ma­ti­sier­ten Park­haus am Bahn­hof könn­ten bis zu 240 Fahr­rä­der van­da­lis­mus­si­cher und dieb­stahl­ge­schützt unter­ge­bracht wer­den. Die Regi­on Han­no­ver hat bei dem Vor­ha­ben auch die E‑Bike-Besit­zer im Blick. E‑Bikes sei­en ins­be­son­de­re im Stadt-Umland-Gefü­ge sehr geeig­ne­te Fahr­zeu­ge und ergänz­ten den Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr her­vor­ra­gend, betont der Ver­kehrs­de­zer­nent: „Um Rad­ver­kehr zu för­dern, ist es erfor­der­lich, zeit­ge­mä­ße Stell­plät­ze anzu­bie­ten. Mit dem Fahr­rad­park­haus schaf­fen wir zusätz­li­che Anrei­ze, das Auto zu Hau­se ste­hen zu las­sen. Wenn sich das Modell bewährt, wer­den wir ein sol­ches Park­haus auch an ande­ren Stand­or­ten rea­li­sie­ren.“

Fahräder am Bahnhof
Die vor­han­de­nen Fahr­rad­stell­plät­ze am Bahn­hof sind oft über­be­legt | Foto: Dani­el Schnei­der

Rolf-Axel Eber­hardt, Bür­ger­meis­ter der Stadt Wunstorf, begrüßt den Bau der Anla­ge: „Ich freue mich wirk­lich sehr, dass die Regi­on Han­no­ver in wei­te­re Abstell­mög­lich­kei­ten für Fahr­rä­der an unse­rem Bahn­hof inves­tiert. Daher unter­stüt­ze ich die­ses Pro­jekt aus­drück­lich. Schließ­lich möch­ten die meis­ten von uns eine Ver­kehrs­wen­de und mehr Kli­ma­schutz. Dazu ist es erfor­der­lich, das ent­spre­chen­de Ange­bot vor­zu­hal­ten. Die vor­han­de­nen Fahr­rad­ab­stell­an­la­gen am Bahn­hof rei­chen schon län­ger nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Der Fahr­rad­turm wird hier wirk­sam Abhil­fe schaf­fen.“ Das Grund­stück, auf dem das Fahr­rad­park­haus errich­tet wird, ist im Besitz der Stadt Wunstorf.

Erste Anlage dieser Art in Norddeutschland

Bis­lang gibt es moder­ne Fahr­rad­ga­ra­gen, wie sie in Wunstorf gebaut wer­den sol­len, nur drei­mal in Deutsch­land – alle im Süden der Repu­blik. „Das Vor­ha­ben hat also nicht nur Modell­cha­rak­ter für die Regi­on Han­no­ver, son­dern für ganz Nord­deutsch­land“, betont Regi­ons­prä­si­dent Hau­ke Jagau. Um die Kos­ten in Höhe von etwa 1,5 Mil­lio­nen Euro zu decken, plant die Regi­ons­ver­wal­tung, För­der­an­trä­ge beim Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um und beim Land Nie­der­sach­sen zu stel­len.

So funk­tio­nie­ren auto­ma­ti­sche Fahr­rad­park­häu­ser (Her­stel­ler­vi­deo):

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5 Kommentare
  1. Grit Decker sagt

    Ich bin gespannt wie der berühm­te Flit­ze­bo­gen, wie die ‑hof­fent­lich mit greif­ba­ren Ergeb­nis­sen ver­se­hen- kom­men­den Sit­zun­gen und Ver­samm­lun­gen hier­zu ver­lau­fen wer­den.

    Dass es zwin­gend mehr siche­re (!!) Abstell­mög­lich­kei­ten für die immens vie­len Fahr­rä­der inklu­si­ve für die der zah­len­mä­ßig zuneh­men­den E‑Bikes braucht, da wer­den sich ‑so hof­fe ich- alle einig sein.

  2. Basti g. sagt

    1,5 Mil­lio­nen bin mal gespannt was die­se gute Inves­ti­ti­on am Ende wirk­lich gekos­tet hat

  3. T.Dinse sagt

    Guten Tag lie­be Poli­ti­ker, Pla­ner u. Ent­schei­der,
    mit Ver­wun­de­rung, fast schon Erschre­cken, habe ich die Mel­dung zum geplan­ten Fahr­rad­park­haus in Wunstorf
    am Bahn­hof gele­sen.
    Hier ste­hen Kos­ten (von min­des­tens; es wird ja doch nach­her immer mehr) 1,5 Mil­lio­nen Euro ledig­lich
    rund 240 Stell­plät­zen gegen­über.
    Wie kön­nen nur immer wie­der sol­che Sum­men an Steu­er­gel­dern ver­plant wer­den, denen qua­si nichts
    Wert­glei­ches gegen­über­steht.

    Ich fin­de es ein­fach nur unver­schämt, wie hier wie­der mit dem Deck­man­tel „Umweltschutz/Verkehrswende“
    Geld im gro­ßen Stil ver­schwen­det wird.
    Und das nur, weil man ein „schö­nes“ Pro­jekt zum Pro­fi­lie­ren haben möch­te, wel­ches nach­her wei­te­re nahe­zu
    unkal­ku­lier­ba­re Kos­ten nach sich zieht. Denn War­tung, lau­fen­der Betrieb und der in jedem Fall zu erwar­ten­de
    Van­da­lis­mus wer­den eine stol­ze Sum­me ver­schlin­gen.

    Gene­rell sind die Kos­ten gera­de für öffent­li­che Bau­ten enorm. Es wird hier mei­ner Mei­nung nach zu wenig
    auf den Preis geach­tet. Der Irr­witz an Auf­la­gen durch neue euro­päi­sche Bestim­mun­gen tut sein Übri­ges.

    Einer der größ­ten Steu­er­zah­ler im Lan­de, der Auto­fah­rer, wird immer mehr gegän­gelt und aus­ge­nom­men wie
    eine Weih­nachts­gans. Dafür darf er sich dann an schlech­ten Stra­ßen, Fahr­ver­bo­ten, Rück­bau­ten von Stra­ßen
    und immer weni­ger Park­plät­zen erfreu­en. Und Steu­er­gel­der wer­den dafür dann lie­ber in sol­che Luft­num­mern
    wie ein auto­ma­ti­sches Fahr­rad­park­haus fehl­in­ves­tiert.

    Es lie­ße sich sicher­lich eine ande­re Lösung für die siche­re Auf­be­wah­rung der Fahr­rä­der fin­den. Nur weil etwas
    schön und modern ist und Wunstorf „Modell­cha­rak­ter“ ver­schafft, soll­te der Steu­er­zah­ler (Wäh­ler!) nicht
    für sinn­los stra­pa­ziert wer­den.

  4. Scharringhausen sagt

    Eine Fahr­rad­ga­ra­ge ist im Grun­de nicht ver­kehrt, aller­dings sehe ich die gan­ze Akti­on kri­tisch weil wir für KiTas kein Geld haben (angeb­lich) aber hier wer­den wie­der ein­mal Mil­lio­nen „ver­bal­lert“.

  5. Grit Decker sagt

    Die Ein­wän­de, die hier Aus­druck fin­den, sehe auch ich.
    Die (Fol­ge-) Kos­ten die­ses Pres­ti­ge-Objekt der Stadt sind nicht kal­ku­lier­bar.
    Dass wir eine siche­re Abstell-/Un­ter­mög­lich­keit für die Fahr­rä­der drin­gend brau­chen, wird jedem klar sein.
    Doch ob es denn die­sen „Turm“ braucht, dar­über lässt sich treff­lich strei­ten.

    #Schar­ring­hau­sen spricht mir aus der See­le, wenn er anführt, dass für die so wich­ti­gen Kin­der­ta­ges­stät­ten angeb­lich(!) die finan­zi­el­len Mit­tel feh­len.

    Und das ist nur EIN Bei­spiel und lie­ße sich um etli­ches ergän­zen, wie Schaf­fung bezahl­ba­ren Wohn­raums.

    Also, wer­te Ver­ant­wort­li­chen, mei­ne Bit­te:
    Lasst euch in der so wich­ti­gen Ange­le­gen­heit eine güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ve ein­fal­len und ver­zich­tet auf das Pro­jekt!

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