Fräulein Fröhlich

Ein Second­hand-Laden für Kin­der­be­klei­dung

In der Süd­stra­ße, in der Fuß­gän­ger­zo­ne, eröff­ne­te vor­ges­tern „Fräu­lein Fröh­lich“. Die Betrei­ber hei­ßen in Wirk­lich­keit anders, aber Grund zur Freu­de ist durch­aus berech­tigt. Ein Besuch im neu­en Laden.

Fräu­lein Fröh­lich in der Süd­stra­ße | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Wunstorf (ds). Auf den ers­ten Blick sieht es so aus, als hät­te hier ein tren­di­ger Filia­list eine neue Depen­dance in Wunstorf eröff­net. Urba­nes Cor­po­ra­te Design, modisch abge­stimm­te Innen­ein­rich­tung. Doch das neue Geschäft ist ein rei­ner Fami­li­en­be­trieb – und qua­si alles wur­de auch selbst­ent­wi­ckelt und umge­setzt, vom Kon­zept über das Logo bis zur Raum­ge­stal­tung.

Hin­ter dem Kas­sen­t­re­sen ste­hen Dag­mar Gök­ce und Deniz Schrock – Mut­ter und Toch­ter. Trei­ben­de Kraft hin­ter dem Pro­jekt war Letz­te­re. Die Idee, gebrauch­te Kin­der­klei­dung dau­er­haft als Geschäfts­form aus­zu­bau­en, kam Schrock wäh­rend eines Kin­der­floh­markts in Luthe – über­lau­fen, sti­ckig, hek­tisch. Dem soll­te ein sta­tio­nä­res Ein­kaufs­er­leb­nis ent­ge­gen­ge­setzt wer­den, bei dem man bequem und in Ruhe nach gebrauch­ter Kin­der­klei­dung stö­bern kann.

Kin­der­floh­markt als Laden­idee umge­setzt

Die Räu­me sind auf­wen­dig designt, hell und freund­lich. Holz­gar­de­ro­ben und -schrän­ke beher­ber­gen die Ware, über­sicht­lich wie in den Kin­der­ab­tei­lun­gen ande­rer Mode­ge­schäf­te. Mit dem Kli­schee von Second­hand­lä­den, von voll­ge­stopf­ten Rega­len mit aller­lei Sam­mel­su­ri­en, hat die­ser Laden nicht viel zu tun. Im hin­te­ren Bereich gibt es eine Sitz­ecke, Geträn­ke wer­den aus­ge­schenkt. Eine Ram­pe für Kin­der­wa­gen führt zum abge­trenn­ten Wickel- und Still­be­reich.

Das Fräu­lein-Fröh­lich-Team: Inha­be­rin Dag­mar Gök­ce und Toch­ter Deniz Schrock | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Der Laden­na­me geht auf einen Ber­lin-Besuch zurück. Dort war Schrock ein­mal in einem Geschäft, das eben­falls ein „Fräu­lein“ im Namen trug. Soll­te sie ein­mal einen eige­nen Laden auf­ma­chen, müs­se es auch etwas mit Fräu­lein sein, war sie sich sicher. Ab 2016 wur­de geplant und nach und nach schon ein­mal ein Sor­ti­ment auf­ge­baut, im Mai die­ses Jah­res ging es dann los mit dem Auf­bau des Ladens. Die Ent­schei­dung für die Fuß­gän­ger­zo­ne als Stand­ort fiel ein­deu­tig aus, ein viel­leicht güns­ti­ge­res Laden­lo­kal irgend­wo am Ran­de wäre nicht in Fra­ge gekom­men. Ganz oder gar nicht, lau­te­te die Devi­se. An der­sel­ben Stel­le wur­de auch zuvor schon Mode ver­kauft.

Stolz auf den gan­zen Laden

Aus­ge­spro­chen stolz ist man nun auf das Ergeb­nis, dass alles geschafft wur­de – das merkt man dem Fräu­lein-Fröh­lich-Team im Gespräch an. Der ursprüng­lich anvi­sier­te Eröff­nungs­ter­min wur­de, aus stra­te­gi­schen Grün­den, nur mini­mal nach hin­ten ver­legt.

Der Schwer­punkt liegt auf Kin­der­klei­dung | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Die Betrei­be­rin­nen hof­fen auf viel Lauf­kund­schaft und set­zen vor allem auf Mund­pro­pa­gan­da – auf teu­re Wer­bung in Anzei­gen­blät­tern wur­de ver­zich­tet. Auch hier wur­de alles selbst in die Hand genom­men, z. B. Fly­er ver­teilt. Das hat offen­bar funk­tio­niert, denn schon zur Eröff­nung am Don­ners­tag war der Laden bereits früh­mor­gens rap­pel­voll. An die 200 Tei­le gin­gen am ers­ten Tag über den Laden­tisch.

Lie­ber mit Ter­min

Ver- und ange­kauft wird alles von 0 Jah­ren bis Grö­ße 152. Auch Kin­der­spiel­zeug gehört zum Sor­ti­ment, ein Kin­der­wa­gen und Wip­pen war­ten auf Käu­fer. Ein­schrän­kun­gen gibt es beim Ankauf nicht, nur in gutem Zustand muss die Ware sein. Wer eige­ne Sachen vor­bei­brin­gen will, soll­te sich daher am bes­ten vor­her einen Ter­min besor­gen, damit in Ruhe begut­ach­tet wer­den kann.

Gut besucht ab dem ers­ten Tag | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Inha­be­rin Schrock war es wich­tig, dass in Wunstorf etwas Eige­nes ent­steht, nicht wie­der ein Laden, den es über­all sonst auch gibt, son­dern etwas Indi­vi­du­el­les, mit Krea­ti­vi­tät und Herz­blut. Das dürf­te als gelun­gen gel­ten, Wunstorfs Ein­kaufs­mei­le hat mit Fräu­lein Fröh­lich einen Händ­ler mehr, der die Stadt für Fami­li­en attrak­tiv macht – und den es in die­ser Aus­for­mung nur hier gibt.

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Andreas Balleier Fotografie

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