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AfD greift mit Nicolas Lehrke nach dem Amt des Präsidenten der Region

01.06.2026 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 8

Zwei Repräsentanten der Wunstorfer AfD greifen nach hohen Ämtern in der Landeshauptstadt: Nach Jessica Schülke, die sich um das Amt der Oberbürgermeisterin von Hannover bewirbt, wird nun auch Nicolas Lehrke von seiner Partei ins Rennen geschickt. Der 61-Jährige soll Regionspräsident werden.

01.06.2026
Achim Süß
2 Min.
Nicolas Lehrke (61) von der AfD will Präsident der Region werden | Foto: privat

Wunstorf (as). Mit dem Wunstorfer Ratsherrn Nicolas Lehrke erhöht sich die Zahl der Bewerber für das Amt des Regionspräsidenten auf sechs: Am 13. September treten Eva Bender für die SPD, Oliver Junk für die CDU, Mizgin Ciftci für Die Linke, Robert Reinhardt-Klein für die FDP und Sinja Münzberg für die Grünen an.

Lehrke – ein ehemaliger Polizeibeamter – ist seit knapp neun Jahren persönlicher Referent eines Landtagsabgeordneten der AfD. In Wunstorf kandidiert er für den Ortsrat Steinhude, den Stadtrat und die Regionsversammlung – und das Präsidentenamt.

Die „Baustellen in der aktuellen Regionalpolitik“ beschreibt Lehrke in einer Stellungnahme für die Auepost wie folgt: „Da wäre zum Beispiel die ideologisch dominierte Umgestaltung des Straßenraums, etwa durch Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen, der Rückbau und die Abschaffung von Parkplätzen, insbesondere in der City, die endlich ein Ende haben muss.“

Die Umsetzung des „Sustainable Urban Mobility Plan“ in der Region, der aus der EU komme und den Verkehrsentwicklungsplan 2035+ ergänze, gehört seiner Meinung nach auf den Prüfstand. Lehrke hält „die von den anderen Parteien (…) so gesehenen zentralen politischen Herausforderungen wie Strukturwandel, Klimaschutzziele, Transformation der Wirtschaft, bezahlbarer Wohnraum, Mobilitätswende und soziale Infrastruktur“ für eine „bunte Mischung aus zum großen Teil selbst gemachten Problemen“.

Klinikausdünnung

Ein anderes Beispiel sei die „Medizinstrategie 2030“ für das Klinikum Region Hannover. Diese habe Kahlschlag und gefährliche Ausdünnung der Klinik-Standorte zur Folge. So sei der klassische Krankenhausbetrieb im Klinikum Lehrte aufgegeben worden. Das bedeute für Menschen im Osten der Region, dass sich die Anfahrtswege zur nächsten Akutklinik verlängerten und wertvolle Zeit verstreiche.

Lehrke hat wegen seines überregionalen Engagements laut Politikjournal „rundblick“ wiederholt Schlagzeilen gemacht: 2022 legte er sein Amt als Generalsekretär der AfD Niedersachsen aus Protest nieder. Dem Landesvorsitzenden Jens Kestner warf er mangelnde Kommunikationsbereitschaft vor. Der Streit mit Kestner gründete auf Meinungsverschiedenheiten bei der Vorbereitung eines Landesparteitags in Lüneburg.

Ein Jahr zuvor war Lehrke massiv vom AfD-Bundesvorstand attackiert worden: In einem Brief an alle niedersächsischen Mitglieder wurde ihm vorgehalten, falsche Behauptungen aufgestellt zu haben. Anlass für die Vorwürfe war Lehrkes Äußerung, eine unkorrekte Auskunft der Bundesgeschäftsstelle habe dazu geführt, dass etwa 40 Mitglieder nicht vorschriftsmäßig zu einer Versammlung zur Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl eingeladen worden waren. Der „rundblick“ berichtete auch, Lehrke sei, bevor er in der AfD aktiv wurde, Mitglied der Linkspartei gewesen.

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Kommentare


  • Reinhard Hüttermann sagt:

    Es sei ergänzt, das Sinja Münzberg für die B90/Die Grünen ins Rennen um die Regionspräsidentschaft geht.

  • Basis-Demokrat sagt:

    Mir fällt hier weniger die Kandidatur selbst auf, sondern die unterschiedliche sprachliche Rahmung.

    Beim Artikel vom 01.06.2026 heißt es: „AfD greift mit Nicolas Lehrke nach dem Amt des Präsidenten der Region“. Im Text wird diese Formulierung noch einmal aufgenommen: Zwei Repräsentanten der Wunstorfer AfD „greifen nach hohen Ämtern“. Das ist keine völlig neutrale Kandidatur-Sprache, sondern klingt nach Zugriff, Angriff oder Übergriff.

    Vergleicht man das mit anderen Artikeln, fällt der Unterschied deutlich auf. Am 22.01.2021 hieß es schlicht: „Steffen Krach kandidiert zum Regionspräsidenten“. Beim SPD-Artikel vom 22.03.2026 lautete die Überschrift neutral: „Innenministerin und Regionspräsident-Kandidatin beim Frühjahrsempfang der SPD“. Dort ist von Kandidatur, Empfang, Austausch und Zukunftsthemen die Rede.

    Man muss keine Sympathie oder Antipathie für irgendeine Partei haben, um diesen Unterschied zu bemerken. Wenn demokratische Kandidaturen beschrieben werden, sollte die Sprache möglichst gleichmäßig sein. Wer bei der einen Partei von „kandidiert“ spricht und bei der anderen von „greift nach dem Amt“, setzt bereits durch die Wortwahl einen Rahmen.

    Gerade Lokaljournalismus sollte hier sauber trennen: Kritik an politischen Positionen ist selbstverständlich zulässig. Aber die bloße Teilnahme an einer Wahl ist zunächst keine „Machtergreifung“, sondern eine Kandidat

    • Anonym sagt:

      @Basis-Demokrat: sehr gut beobachtet – genau dies war mir beim Lesen der Schlagzeile ebenfalls aufgefallen. Dieser Sprachstil ist meiner Meinung nach nicht zufällig, sondern soll die demokratische Teilhabe einer Partei negativ deuten.

      • Frank sagt:

        @Anonym:

        Genau dieser Punkt ist interessant: Die sprachliche Rahmung fällt manchen sofort auf, andere erklären sie sofort für völlig unproblematisch.

        Dabei muss man für diese Beobachtung weder Sympathisant der einen Partei noch Gegner der anderen Partei sein. Es reicht, die Formulierungen nebeneinanderzulegen. Wenn bei der einen Kandidatur von „greift nach dem Amt“ gesprochen wird und bei anderen Kandidaturen von „kandidiert“, „startet in den Wahlkampf“ oder „wirbt um Vertrauen“, dann ist das zumindest ein erkennbarer Unterschied im sprachlichen Rahmen.

        Natürlich kann auch die Wahrnehmung solcher Unterschiede selbst selektiv sein. Es gibt sicher Menschen, die solche Dinge nur dann bemerken, wenn es der eigenen politischen Seite nützt, und sie in anderen Fällen großzügig übersehen würden. Das macht die Beobachtung aber nicht automatisch falsch.

        Entscheidend ist deshalb nicht, wer welche Partei mag, sondern ob man bereit ist, denselben Maßstab auf alle anzuwenden. Wenn alle Parteien nach Ämtern, Einfluss und Macht streben, dann kann man das auch bei allen so benennen. Wenn man aber nur bei bestimmten Parteien eine Zugriffssprache verwendet und bei anderen eine Sprache von Verantwortung, Aufbruch und demokratischem Werben, dann ist der Unterschied zumindest diskussionswürdig.

    • FK5 sagt:

      Politiker aller Parteien greifen nach Macht und Ämtern, das ist eine sehr verbreitete Redewendung. Dem Autor daraus einen Vorwurf zu machen oder auch noch einen Zusammenhang mit Machtergreifung zu konstruieren, sagt meiner Meinung nach mehr über den Kommentierenden aus als über den kritisierten Text.

      • Frank sagt:

        @FK5:

        Der Punkt ist nicht, dass die Formulierung „nach Macht oder Ämtern greifen“ sprachlich völlig unbekannt oder grundsätzlich unzulässig wäre.

        Der Punkt ist der Vergleich.

        Wenn bei einer Partei von „greift nach dem Amt“ und „greifen nach hohen Ämtern“ gesprochen wird, während andere Kandidaturen in vergleichbaren Artikeln als „kandidiert“, „startet in den Wahlkampf“, „wirbt um Vertrauen“ oder „übernimmt Verantwortung“ beschrieben werden, dann geht es nicht mehr nur um die Existenz einer Redewendung, sondern um deren selektive Verwendung.
        Gerade darauf bezog sich der Kommentar: Nicht auf ein einzelnes Wort im luftleeren Raum, sondern auf die unterschiedliche Rahmung derselben demokratischen Handlung.
        Dass Politiker aller Parteien Macht, Einfluss und Ämter anstreben, ist banal richtig. Dann könnte man diese Sprache aber auch konsequent bei allen verwenden. Auffällig wird es erst, wenn die eine Kandidatur als normales demokratisches Werben erscheint und die andere als machtpolitischer Zugriff klingt.
        Diesen Unterschied zu benennen, ist kein Vorwurf aus dem Nichts und auch keine Konstruktion von „Machtergreifung“, sondern schlicht ein Hinweis auf journalistische Rahmung.

      • Anonym sagt:

        @FK5: Gähn… Sachliche Kritik umkehren zu wollen, dass sie auf den Kritisierenden zurückfällt, ist eine ganz alte rhetorische Nullnummer, welcher jeder einigermaßen denkende Mensch sofort erkennen kann. Also lieber FK5, geh nach Hause und langweile uns hier nicht. Solltest Du ein Hirn haben, dann vergleiche einfach die Berichterstattung über die AfD, welche ja kurz vor der Machtergreifung steht, mit der Berichterstattung über die SPD, welche mit über 80 (!) Kandidaten nicht etwa nach der Macht greift, wie dies die AfD tut, sondern sie STARTET mit über 80 Kandidaten. Merkst Du was, FK5? Oder merkst Du nichts?

      • Wunstorfer sagt:

        JA. Genau. Und zufällig ist IMMER bei einer bestimmten Klientel gerade zufällig der Wortlaut so gewählt. Einfach mal tauschen. Dieses Wording bei allen die mit B90/G zu tun haben verwenden und bei den unbeliebten die netten Worte auswählen. Ich vermute einfach mal dass das Geschrei dann groß ist. Aber das ist „demolratie“.

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