
Wunstorf (red). Die AfD ist in Wunstorf aktuell mit zwei Personen im Stadtrat vertreten: Neben Nicolas Lehrke sitzt Andreas Niepel, der im vergangenen Jahr für den überraschend verstorbenen Detlev Ulrich Aders nachgerückt war. Zur vergangenen Wahl hatten sich die Sitze halbiert, vor 2021 hatte die AfD im Stadtrat noch vier Sitze gehabt.
Zur Wahl 2021 waren für die Partei 5 Kandidaten auf den Stimmzetteln vermerkt. Nun, zur Kommunalwahl im Herbst 2026, tritt die Wunstorfer AfD mit doppelt so vielen Personen an.
Anfang des Jahres hatte der Stadtverband der AfD Wunstorf seine Kandidaten für die diesjährige Kommunalwahl aufgestellt. Für den Wahlbereich I treten an: Bernd Wachlinger, Andreas Prinz, Diana Henzen, Siegfried Heimann, Andreas Niepel. Im Wahlbereich II werden Nicolas Lehrke, Jessica Schülke, Marco Kossakowski, Christoph Scholz und Alexander Scholz auf den Wahlzetteln stehen. Zum Wahlbereich I zählen die Kernstadt Wunstorf, Klein Heidorn und Blumenau, im Wahlbereich II sind die übrigen Wunstorfer Ortsteile zusammengefasst.
Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der AfD Wunstorf Jessica Schülke sagt dazu: „Ich freue mich sehr, dass wir mit einem starken, dynamischen Team bestehend aus insgesamt zehn Männern und Frauen bei der diesjährigen Kommunalwahl antreten. Der anhaltend steigende Zuwachs an Mitgliedern, die beachtlichen Wahlergebnisse der letzten Jahre sowie die aktuellen Umfragewerte zeigen, dass es für die AfD in Niedersachsen und auch hier in Wunstorf steil bergauf geht. Wir freuen uns wirklich sehr auf den Wahlkampf und gehen davon aus, viele Sitze im Stadtrat dazuzugewinnen.“
Im Wunstorfer Kommunalparlament ist neben dem Bürgermeister Platz für 40 Personen. Die AfD tritt dementsprechend mit einer Bewerberzahl an, die maximal genau ein Viertel der Sitze einnehmen könnte.
Ja, für die AfD sieht es nicht schlecht aus. Zumal sie für den desaströsen gesellschaftlichen wie auch wirtschaftlichen Zustand des Landes, und in Wunstorf läuft es auch nicht rund, nicht verantwortlich gemacht werden kann. Das ist vielen zwischenzeitlich (unausgesprochen) bewusst. Nicht umsonst ist bisher nur ein erheiternder Kommentar (bingobine) in der Kommentarspalte ersichtlich.
Mit dem ersten Kommentar kann ich wenig anfangen, deshalb lasse ich den beiseite.
Herr Badke, mich würde eher interessieren, ob Ihnen aufgefallen ist, dass die AfD bzw. ihr Parteivorstand die UN-Agenda 2030 bis etwa Ende 2018 noch deutlich thematisiert und kritisiert hat, danach aber weitgehend verstummt ist.
Gerade dieser Bruch ist für mich der entscheidende Punkt. Genau dort wirkte die Partei für mich einmal so, als würde sie an Ursachen herangehen und nicht nur an Folgen herumkommentieren. Dass sie ausgerechnet das später fast fallenlässt, hat mich eher gewarnt als überzeugt.
Mein Schluss daraus ist nicht, dann eben die anderen zu wählen. Mein Schluss ist eher, bei allen Abstand zu halten. Deshalb würde mich interessieren, ob Ihnen dieser Einschnitt ebenfalls aufgefallen ist oder ob Sie sich damit bislang gar nicht näher beschäftigt haben.
@AFD Wunstorf
Vielleicht sollte die AfD hier vor Ort den Bürgermeister einfach einmal direkt fragen, wie er sich die Umsetzung der Agenda 2030 in Wunstorf konkret vorstellt und warum man darüber in Wunstorf politisch praktisch nichts offen beim Namen hört.
Auf Ebene der Region Hannover wird das Thema offen benannt, in Gehrden ebenfalls. Nur in Wunstorf scheint man lieber alles Mögliche umzusetzen, ohne den Rahmen klar auszusprechen.
Gerade wenn man Opposition sein will, müsste man an genau dieser Stelle doch nachhaken statt mitzuschweigen.
Pia. Danke für Ihre Hinweise und Betrachtungen. Ist mir in der Tat nicht aufgefallen und bietet damit für mich Anlass zur „Nacharbeit“.
Gern. Genau hier beginnt mein Misstrauen: Auf Ebene der Region Hannover wird die Agenda 2030 mit den 17 SDGs offen benannt. In Wunstorf selbst verschwindet derselbe Rahmen fast vollständig aus der politischen Sprache.
So erleben Bürger am Ende nur noch die Folgen, etwa bei Themen wie Verkehrswende, ohne dass der übergeordnete politische Rahmen vor Ort klar ausgesprochen oder bewusst zur Wahl gestellt wird. Statt offener Benennung sieht man eher Ersatzbegriffe und die Übersetzung in Einzelmaßnahmen. Für mich wirkt das wie eine Vorprägung politischer Richtung über Selbstverpflichtungen und Verwaltungslogiken, während die eigentliche Rahmung aus dem normalen Bürgerdiskurs herausgehalten wird.
Und auffällig ist eben auch: Nicht nur der Bürgermeister spricht darüber nicht offen, sondern auch die angebliche Opposition greift genau diesen Punkt praktisch nie ernsthaft an. Dass die AfD-Führung das Thema früher deutlich eher auf dem Schirm hatte und später einfach fallenließ, macht es für mich nicht harmloser.
Dann gute Nacht und kein Bett.