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Bürgerinitiative „Wir für Kolenfeld“ startet Plakataktion

19.09.2023 • Redaktion • Aufrufe: 2447

Die Bürgerinitiative in Kolenfeld wird sichtbarer: Im Ort hängen nun verschiedene Plakate, die auf mögliche Folgen einer durch Kolenfeld führenden ICE-Trasse aufmerksam machen.

19.09.2023
Redaktion
Aufrufe: 2447
Bereiten die Plakataktion vor: Jörg Nohl, Simone Behne, Maik Brück und Timo Seegers (v. l.) | Foto: privat

Kolenfeld (red). Die Bürgerinitiative „Wir für Kolenfeld“ hat am vergangenen Samstag eine Plakataktion gestartet: Unter dem Motto „Wusstet ihr schon?“ hängen nun Plakate im Ort, die verschiedene Aspekte einer geplanten ICE-Neubaustrecke durch Kolenfeld veranschaulicht.

„8 Milliarden € für 17 Minuten“, „Millionen Tonnen CO2 für den Neubau“, „Jetzt wird‘s laut“ oder „Das wird riesig: Brücke über die A2 bis zu 15 Meter hoch!“ lauten z. B. die zugespitzten Aussagen auf den Plakaten. Platziert wurden die Motive an häufig frequentierten Stellen in Kolenfeld. Über den QR-Code erhalten die Betrachter direkt weiterführende Infos.

ICE-Trasse am Horizont

Ziel der Aktion ist es, die Bevölkerung Kolenfelds noch stärker auf das Vorhaben der Deutschen Bahn, den Bau einer ICE-Neubautrasse am Ortsrand, aufmerksam zu machen und weitere Mitglieder für die Bürgerinitiative zu gewinnen. „Vielen im Ort dürfte noch gar nicht klar sein, welche Auswirkungen die Neubautrasse auf Kolenfeld hat“, so Jörg Nohl, Vorstand der BI Kolenfeld. So plane die Bahn beispielsweise, nachts Güterzüge auf der Neubautrasse fahren zu lassen, was zusätzlichen Lärm bedeute.

„Vielen im Ort dürfte noch gar nicht klar sein, welche Auswirkungen die Neubautrasse auf Kolenfeld hat“

Jörg Nohl

Nohl betont auch, dass mit der Fertigstellung einer Neubautrasse erst deutlich nach 2040 zu rechnen ist und damit weder die dringend geforderte Verkehrswende noch der Weg zur Klimaneutralität bis 2040 unterstützt wird. Ganz im Gegenteil, erst kürzlich sei in einem Gutachten (KRBE GmbH und Bahnzentrum Bielefeld, 2023) veröffentlicht worden, dass der Bau einer Neubaustrecke ca. 1,3 Millionen Tonnen CO2 freisetzen werde. Nach heutigen Planungen der Bahn werde bis dahin nicht ein einziges Gramm CO2 durch die neue Strecke eingespart werden. Außerdem würden bis 2040 deutlich weniger Verbrenner auf Deutschlands Autobahnen fahren, womit das Einsparpotential durch eine Verlagerung auf die Schiene wesentlich geringer als von der Bahn geplant sei.

Die Bahn hat kürzlich angekündigt, am 5.10.2023 in einem regionalen Treffen die Fortschritte bei der Trassenfindung vorzustellen. Die BI Kolenfeld geht davon aus, dass die Bahn für den Ausbau der Bestandsstrecke ein deutlich schlechteres Nutzen-Kosten-Verhältnis ausweisen wird als für eine Neubautrasse. Das sei auch bei den Trassenvorstellungen Hannover–Hamburg der Fall gewesen. Eine solche Schlechterstellung des Bestandsausbaus wäre aus Sicht der BI verwunderlich, da vor 20 Jahren bei gleicher Diskussion der Bestandsausbau günstiger war als ein Neubau - ohne dass bereits von einer Hochgeschwindigkeitstrasse die Rede gewesen sei. 

Die Bürgerinitiative Kolenfeld hat angekündigt, auch auf dem Gemeindefest in Kolenfeld und weiteren Veranstaltungen präsent zu sein, um zu informieren und für das Anliegen der Bürgerinitiative zu werben.

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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Alle wollen und sollen zug fahren ! Es wird immer wieder Dörfer geben die dagegen sind also bauen und co2 sparen

  • Senior sagt:

    Mit der NIMBY (not in my back yard) Mentalität wird Deutschland den Anschluss verlieren. Aber was interessiert uns überalterte Gesellschaft, was in 20 Jahren sein könnte. Egoismus rockt

  • Nusspli sagt:

    Setzt euch gern dafür ein, dass die Trasse durch euren Hinterhof führt. Meine Unterstützung hättet ihr, denn durch Kolenfelds „Backyard“ führt bereits die A2 im Süden und der Mittellandkanal im Norden.

    Man könnte sich einfach mit den Fakten auseinandersetzen und erkennen, dass ein Ausbau der Bestandstrasse weitaus ressourcenschonender und nachhaltiger wäre als Prestigeprojekt und landschaftsfressendes Betonmonster, das Unmengen an CO2 freisetzen wird.

    Aber das interessiert wohl niemanden. Hautpsache, man kann mit 300 Sachen durch die Landschaft brettern. Oder, anders gesagt: Egoismus rockt.

  • s.novem@web.de sagt:

    Richtig: Egoismus rockt! Jetzt auch hier in Kolenfeld!

    Natürlich ist es wichtig, dass Züge mit mehreren hundert km/h fahren, wenn weite Strecken zurückgelegt werden sollen. Das versteht sich wohl von selbst.

    Daher ist auch ein trassennaher Ausbau völlig utopisch! Wer das ernsthaft behauptet, hat entweder keine Ahnung oder hetzt wider besseren Wissens die Leute auf. Warum sind wohl die Kernstädter so entspannt, die ganz andere Belastungen als wir haben? Weil sie wissen,der trassennahe Ausbau funktioniert nicht.

    Was ist denn bitte falsch am Mittellandkanal? Super Wasserstraße und super für die Freizeit! Heimliche Badeanstalt, spazieren gehen, radfahren,… Wir können uns dankbar schätzen!

    Autobahn? Ja, bitte! Irgendwo muss sie ja sein. Ein echter Standortvorteil. Warum wohl ist Kolenfeld so beliebt als Wohnort? Auch weil man so schnell nach Hannover und Umgebung kommt. Vom Wirtschaftsstandort und den Arbeitsplätzen fange ich jetzt gar nicht erst an zu reden.

    Ich erinnere einmal an die Diskussion um einen gewissen Hühnerstall auf der anderen Seite der Autobahn Richtung Großmunzel. Was wurde auch da für ein Quatsch im Dorf erzählt und Panik gemacht? Und was bekommen wir heutzutage davon mit? Genau gar nichts!

    Und nun kommt das nächste Panikorchester um die Ecke. Nach dem Motto: Ich will alles, aber bitte nicht zu nah dran. Zu weit weg soll es aber natürlich auch nicht sein. Eine 15m hohe Brücke am Horizont? Ja und? Wen stört das? Wer jetzt hier schreit, ist bitte so konsequent und meldet morgen sein Auto ab!

    Aber Egoismus ist ja groß in Mode gekommen und alles dauert in Deutschland unnötig lange. Jetzt auch wieder in Kolenfeld!

  • Senior sagt:

    Ein Ausbau der Bestandsstrecke käme wohl eher der Verlängerung der Hochstraße durch die Kernstadt gleich.
    Dann lieber Betonmonster in die verspargelte Landschaft. Ist vielleicht Geschmacksache.

    Ob eine glaubwürdige Diskussion über CO2 Einsparungen durch den Bestandsausbau überhaupt möglich ist, möchte ich bezweifeln. Das Ziel ist es doch einen hoch sensiblen Deutschland-Takt einzuführen, in welchem auch kleinste Verspätungen – auf der bereits heute überlasteten Strecke – zu Ausfällen und eine Verlagerung auf den Individualverkehr verursachen. Und ob elektrifiziert oder nicht, dessen CO2 Bilanz wird immer schlechter sein.

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