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SPD will Fußgängerzone in Steinhude

02.05.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 9

Die „Verkehrswende“ soll nun auch am Steinhuder Meer stattfinden: Die SPD schlägt eine Fußgängerzone für Steinhude vor. Ein entsprechender Masterplan „Steinhude“ ist in Arbeit.

02.05.2026
Redaktion
2 Min.
Ortskern Steinhude | Foto: Schneider

Steinhude/Wunstorf (red). Die SPD Wunstorf bringt gemeinsam mit der SPD-Ratsfraktion und der SPD-Abteilung Steinhude die Prüfung einer Fußgängerzone im Ortskern von Steinhude ins Gespräch. Zugleich arbeitet die SPD im Rahmen der Erarbeitung ihres Kommunalwahlprogramms an einem Masterplan für Steinhude, der konkrete Zukunftsideen für den Ort bündeln soll.

„Ein lebendiger Ortskern braucht Raum für Menschen. Wer nach Steinhude kommt, soll entspannt bummeln, einkaufen und verweilen können. Deshalb wollen wir die Einführung einer Fußgängerzone ernsthaft prüfen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten. Besonders wichtig ist uns dabei der enge Austausch mit den Ladenbesitzern und Ladenbesitzerinnen“, erklärt Nils Hoffmann, SPD-Ortsratsfraktionsvorsitzender.

Steinhude sei mit dem Steinhuder Meer, seiner touristischen Strahlkraft, engagierten Betrieben, Gastronomie und hoher Lebensqualität weit über Wunstorf hinaus bekannt. Nach Auffassung der SPD brauche es nun zusätzliche Impulse, damit der Ort sein großes Potenzial in Zukunft noch besser nutzen könne. Gerade an stark frequentierten Wochenenden und in den Ferien stießen Straßen und Plätze regelmäßig an ihre Grenzen. Hoher Autoverkehr belaste Anwohner, erschwere den Aufenthalt für Gäste und beeinträchtige die Attraktivität des Zentrums.

Schrittweise Umsetzung

Die SPD spricht sich deshalb für ein schrittweises und pragmatisches Vorgehen aus. Denkbar seien zunächst zeitlich begrenzte Testphasen, etwa an Wochenenden, Feiertagen oder in Ferienzeiten. Die Belange von Anwohnern, Lieferverkehr, Ladenbesitzern, Rettungsdiensten sowie Barrierefreiheit müssten dabei selbstverständlich berücksichtigt werden.

Zugleich betont die SPD, dass die Fußgängerzone kein Einzelprojekt sei, sondern Teil eines umfassenden Zukunftskonzepts. Im Rahmen der derzeit laufenden Erarbeitung eines Masterplans für Steinhude sollen konkrete Vorschläge für Verkehr, Ortskernentwicklung, Tourismus, Wirtschaft und die nachhaltige Entwicklung rund um das Steinhuder Meer zusammengeführt werden.

„Steinhude hat enormes Potenzial. Vieles ist bereits gut entwickelt. Jetzt geht es darum, die nächsten Schritte entschlossen anzugehen und neue Dynamik zu schaffen. Wir wollen, dass sich Steinhude weiterhin positiv entwickelt, mit klaren Ideen, konkreten Projekten und einem verlässlichen politischen Kurs“, sagt Stadtratsfraktionsvorsitzender Martin Ehlerding.

Die SPD kündigte an, in den kommenden Monaten weitere Inhalte für den Masterplan vorzustellen und diese in die politische Diskussion sowie in die Ratsarbeit einzubringen.

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Kommentare


  • Anneliese B. sagt:

    Schon die Überschrift ist aufschlussreich: „SPD will Fußgängerzone in Steinhude“.

    Nicht: Steinhuder Bürger wünschen sich eine Fußgängerzone. Nicht: Anwohner und Geschäftsleute fordern eine neue Verkehrsregelung. Sondern: Die SPD will.

    Damit stellt sich die entscheidende Frage: Warum steht der Wille einer Partei am Anfang – und die Bürgerbeteiligung erst danach?

    Eigentlich müsste es umgekehrt laufen. Erst müssten Anwohner, Ladenbesitzer, Gastronomen, Lieferdienste, Rettungsdienste, ältere Menschen, mobilitätseingeschränkte Menschen und Besucher gefragt werden, welches konkrete Problem sie sehen und welche Lösung sie für tragfähig halten. Erst danach dürfte eine Partei daraus einen Vorschlag entwickeln.

    Hier wirkt es anders: Eine Partei formuliert bereits ein Ziel, versieht es mit Begriffen wie „Verkehrswende“, „Zukunft“ und „Aufenthaltsqualität“ – und danach soll die Bevölkerung offenbar in diesen Rahmen eingebunden werden.

    Das ist keine neutrale Ausgangslage. Wer zustimmt, gilt schnell als modern und konstruktiv. Wer zweifelt, steht ebenso schnell als rückständig, autofixiert oder gegen Lebensqualität da.

    Genau so sollte Bürgerbeteiligung nicht funktionieren. Beteiligung heißt nicht, Bürger nachträglich an einen Parteiwillen heranzuführen. Beteiligung heißt, den Bürgerwillen zuerst zu ermitteln – offen, konkret und ohne moralische Vorsortierung.

    • Mike sagt:

      Kommst du überhaupt aus Steinhude?

      Hast du berücksichtigt, dass die SPD in Wunstorf von den Bürgerinnen und Bürgern mit knapp 40 % der Stimmen legitimiert wurde? Auf welcher Grundlage behauptest du, dass die Menschen vor Ort sowie die Gastronomiebetriebe nicht einbezogen worden seien? Genau das Gegenteil ist der Fall. Es gab entsprechende Rückmeldungen, und der Wunsch nach dieser Maßnahme ist vorhanden – daraus ist auch der Antrag entstanden.

      • Wunstorfer sagt:

        @Mike

        Ich habe mir den Artikel und die Kommentare noch einmal genau angesehen. Gerade deshalb bleibt der Einwand von Anneliese B. aus meiner Sicht berechtigt.

        Im Artikel heißt es, die SPD wolle die Einführung einer Fußgängerzone „ernsthaft prüfen“ und „gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten“. Das klingt nach einem Prozess, der jetzt erst beginnen oder weitergeführt werden soll.

        Sie schreiben dagegen, es habe bereits entsprechende Rückmeldungen gegeben, der Wunsch nach dieser Maßnahme sei vorhanden und daraus sei der Antrag entstanden.

        Das ist nicht dasselbe.

        Wenn der Wunsch tatsächlich schon vorher konkret aus Steinhude kam, müsste genau das transparent dargestellt werden: Wer wurde gefragt, wann, in welcher Form und mit welchem Ergebnis?

        Dann wäre die Überschrift „SPD will Fußgängerzone“ zumindest missverständlich. Dann ginge es nicht um einen Parteiwillen, der anschließend mit Beteiligung flankiert wird, sondern um einen bereits vorhandenen Bürger- oder Gewerbewillen, den die SPD politisch aufgreift.

        Genau diese Unterscheidung ist der Punkt. Es geht nicht darum, ob jemand direkt aus Steinhude kommt, sondern darum, ob der politische Wille nachvollziehbar von unten kommt – oder erst von einer Partei formuliert und danach über Beteiligung legitimiert werden soll.

      • Pia sagt:

        @Mike

        40 % Stimmenanteil sind doch kein Freifahrtschein für alles, was einer Partei nach der Wahl einfällt. Gewählt wird eine Partei auf Grundlage dessen, was sie vorher als Programm und Ziele erkennbar gemacht hat. Wenn die Fußgängerzone dort klar angekündigt war, kann man sagen: Dafür gab es ein Mandat. Wenn nicht, muss man die Bürger eben vorher sauber fragen und nicht erst ein Ziel formulieren und danach Beteiligung dranhängen. Eine Wahl ersetzt keine konkrete Zustimmung zu jeder späteren Einzelmaßnahme. Alles andere wäre ein ziemlich seltsames Demokratieverständnis.

        • Steinhuder sagt:

          Es geht nicht um einen Freifahrtschein; Kommunalpolitiker haben aber kein imperatives Mandat. Sie müssen daher nicht exakt das umsetzen, was einzelne Bürger zu einzelnen Maßnahmen fordern. Auch Wahlprogramme sind keine verbindlichen To‑do‑Listen, sondern zeigen lediglich die grundsätzliche politische Richtung einer Partei. Während der Wahlperiode müssen Entscheidungen immer wieder neu anhand von Fakten, Gesetzeslage und Gemeinwohl abgewogen werden.

      • Rudolf sagt:

        40 % der Wahlbetechtigten in steinhude?
        40 % der Whlbetechtigten in Gesamt WU ?
        Betonung liegt auf Wahlberechtigten!

  • Steinhuder sagt:

    Und?
    Haben sie schon bei einer Partei vorgesprochen um Ihre Wünsche zu äußern?
    Oder sind sie auch so ein Konsument, der glaubt, es müssten sich andere alles kümmern und sie müssten natürlich stets vorab persönlich gefragt werden und alles mundgerecht serviert bekommen.

    Genau dieses Verständnis lässt vieles den Bach runtergehen. Schon im Vorfeld nörgeln ohne etwas zu wissen aber nicht selbst mal etwas proaktiv angehen.

    • Sabine sagt:

      @Steinhuder

      Ihre Sichtweise ist interessant, trifft aber den Kern des Kommentars von Anneliese B. aus meiner Sicht nicht.

      Es ging dort nicht darum, dass jeder Bürger persönlich vorab gefragt werden müsste. Es ging um die politische Reihenfolge.

      Die Überschrift lautet: „SPD will Fußgängerzone in Steinhude.“ Das ist zunächst ein Parteiwille. Danach ist von Prüfung, Masterplan und Beteiligung die Rede.

      Genau an dieser Stelle entsteht die berechtigte Frage: Ist diese Beteiligung noch ergebnisoffen – oder soll der Bürger nachträglich an ein bereits formuliertes Ziel herangeführt werden?

      Bürgerbeteiligung ist keine Holschuld des Bürgers bei einer Partei. Sie ist eine Bringschuld der Politik, wenn erhebliche Veränderungen im öffentlichen Raum geplant werden.

      Natürlich kann und soll sich jeder Bürger selbst einbringen. Aber das ersetzt nicht die Pflicht der Politik, vor einer Zielsetzung offen zu ermitteln, welche Probleme tatsächlich bestehen, welche Gruppen betroffen sind und welche Lösungen vor Ort überhaupt gewollt oder tragfähig sind.

      Wer diese Nachfrage sofort als „Nörgeln“ oder „Konsumhaltung“ einordnet, verschiebt die Sachebene auf die Person. Genau dadurch bestätigt sich aber das eigentliche Problem: Kritik am Verfahren wird nicht beantwortet, sondern abgewertet.

  • Basis-Demokrat sagt:

    „SPD will Fußgängerzone in Steinhude“

    Bei solchen Formulierungen sollte man sehr genau hinsehen: Eine Partei ist nicht der Eigentümer politischer Ziele, sondern nur Träger eines zeitlich begrenzten Auftrags.
    Vor der Wahl kann sie anbieten, was sie für richtig hält. Nach der Wahl muss sie erklären können, worauf sich ihr konkretes Mandat stützt. Das gilt besonders dort, wo alltägliche Nutzung des öffentlichen Raums verändert wird. Wenn eine Maßnahme erst als Parteiprojekt erscheint und die offene Klärung mit den Betroffenen danach kommen soll, verschiebt sich etwas Wesentliches: Aus demokratischer Willensbildung wird nachträgliche Akzeptanzbeschaffung.
    Genau darüber sollte man sprechen – unabhängig davon, ob man eine Fußgängerzone am Ende gut oder schlecht findet.

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