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Neue Gesellschaft für künftiges Fernwärmenetz in Wunstorf entsteht: Stadtwerke, Bauverein und Avacon Natur vereinbaren Gründung von „MeerWärme“

19.08.2025 • Redaktion • 3 Min.Kommentare: 6

Das Wunstorfer Hallenbad, das KRH und viele Wohnviertel in Wunstorf werden künftig keine Gasheizung mehr benötigen: In der Stadt soll ein Fernwärmenetz entstehen. Tiefengeothermie oder Flusswärme könnte als Energieträger dafür genutzt werden.

19.08.2025
Redaktion
3 Min.
Marit Müller (Vorständin Avacon AG), Angela Kröger (Geschäftsführerin Avacon Natur); Viktor Rosenfeld (Avacon Natur), Tim Rudloff, Ralf Melzer und Henning Radant (Stadtwerke Wunstorf) sowie Jost Kemmerich (Wunstorfer Bauverein) (v. l.) | Foto: Avavon

Wunstorf (red). Die kommunale Wärmeplanung in Wunstorf ist abgeschlossen – nun beginnt die Umsetzung: Die Stadtwerke Wunstorf, der Bauverein Wunstorf und Avacon Natur haben mit der Unterzeichnung eines sogenannten Letter of Intent die Gründung einer gemeinsamen Wärmegesellschaft mit dem Namen „MeerWärme“ vereinbart.

Ziel ist der Aufbau einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in den drei Bestandsquartieren Barne, Innenstadt und Oststadt. Insgesamt rund 1.600 Gebäude – darunter Schulen, das Hallenbad, das KRH-Klinikum sowie zahlreiche Wohngebäude – sollen künftig über ein neues, sogenanntes „warmes“ Fernwärmenetz versorgt werden.

„Die kommunale Wärmeplanung hat klare Potenziale aufgezeigt, jetzt setzen wir sie gemeinsam in die Tat um“, sagt dazu Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD). „Mit der geplanten Wärmegesellschaft schaffen wir die organisatorische und technische Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung, die unsere Stadt zukunftsfest macht.“

Geothermie, Flusswärme, Groß-Wärmepumpen

In den kommenden Monaten wird nun untersucht, welche Energiequellen am besten für die Wärmeversorgung geeignet sind. Im Mittelpunkt der Prüfungen stehen erneuerbare und lokal verfügbare Optionen wie Geothermie, Flusswärme, Abwasserwärme sowie kaskadierte Groß-Wärmepumpensysteme. Eine finale Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung steht noch aus, das Ziel bleibt allerdings eine wirtschaftliche, zuverlässige und CO₂-arme Versorgungslösung.

„Die Wärmewende gelingt nur gemeinsam“, betont Henning Radant, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunstorf. „Als Stadtwerke bringen wir unsere lokale Expertise ein und freuen uns, Teil dieser starken Partnerschaft zu sein. Viele Gebäude in Wunstorf werden aktuell noch mit Erdgas beheizt. Mit dem Aufbau eines nachhaltigen Wärmenetzes schaffen wir eine klimafreundliche Alternative und sorgen dafür, dass unsere Kundinnen und Kunden auch in Zukunft sicher, verlässlich und bezahlbar mit Wärme versorgt werden.“

Gemeinschaftsprojekt

Die geplante Projektgesellschaft wird von den Stadtwerken Wunstorf, dem Bauverein Wunstorf und Avacon Natur gegründet. Die Gesellschaft übernimmt Planung, Bau und Betrieb des Wärmenetzes und steuert die technische Umsetzung der Wärmewende vor Ort.

Viktor Rosenfeld, Leiter Vertrieb Wohnungswirtschaft & Kommunen von Avacon Natur, sagt dazu: „In Wunstorf entsteht ein Vorzeigeprojekt für die kommunale Wärmewende. Wir freuen uns, unsere Erfahrung im Bereich klimafreundlicher Nah- und Fernwärmelösungen einzubringen und gemeinsam mit den Partnern eine nachhaltige Infrastruktur aufzubauen.“

Marit Müller, Vorständin der Avacon AG, hebt den Modellcharakter des Vorhabens hervor: „Wunstorf geht den Wandel ganz konkret an und genau das brauchen wir, wenn die Wärmewende gelingen soll. Mit ‚MeerWärme‘ setzen wir ein starkes Zeichen für eine dezentrale, partnerschaftliche Energiewende vor Ort. Dieses Projekt zeigt, wie kommunale Verantwortung, technisches Know-how und unternehmerische Umsetzungsstärke Hand in Hand gehen können. Solche Kooperationen wollen wir als Avacon gezielt fördern, nicht nur in Wunstorf, sondern in der ganzen Region Hannover.“

Lösung auch für die älteren Bauvereinhäuser

Auch der Wunstorfer Bauverein, als wichtiger Akteur in der lokalen Wohnungswirtschaft, sieht großes Potenzial in dem Vorhaben: „Für die Wohnungswirtschaft ist die Wärmewende eine zentrale Herausforderung – besonders im Bestand“, erklärt Jost Kemmerich, Vorstand des Wunstorfer Bauvereins. Denn während Neubauten beim Bauverein beispielsweise bereits mit Wärmepumpentechnik ausgestattet werden, gibt es noch viele Mehrfamilienhäuser aus den 1960er Jahren, die einst über Öl und aktuell über Gas Warmwasser und Heizung erhalten.

„Wir sehen in der geplanten Wärmegesellschaft eine große Chance, gemeinsam eine zukunftssichere, sozial verträgliche und klimafreundliche Lösung für unsere Quartiere zu entwickeln. Als Bauverein wollen wir dazu beitragen, dass unsere Mieterinnen und Mieter auch in Zukunft bezahlbar und nachhaltig wohnen können.“

Die Gründung der Projektgesellschaft ist für die kommenden Monate geplant. Zeitgleich starten die vertiefenden technischen Untersuchungen und die wirtschaftliche Bewertung des Vorhabens. Die Einbindung der Öffentlichkeit ist von Beginn an vorgesehen.

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Kommentare


  • Anonym sagt:

    Okay – die Planung und eventuelle Umsetzung bezieht also zunächst auf die Bestandsquartiere Barne, Innenstadt und Oststadt.
    Wie sieht es mit den Ortsteilen Blumenau (mit Liethe), Bokeloh, Großenheidorn, Klein Heidorn, Idensen (mit Idensermoor und Niengraben), Kolenfeld, Luthe, Mesmerode und Steinhude aus?
    Bei Fernwärme in der Innenstadt befürchte ich darüber hinaus, dass wir die nächsten 10 Jahre eine ewige Baustelle bekommen…

    • nette Bürgerin sagt:

      wie es mit den Ortsteilen aussieht kann man sehr gut im Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzepts Wunstorf nachlesen. Das Dokument ist als PDF im Rats- und Bürgerinformationssystem verfügbar.

      • Anonym sagt:

        Im Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzepts Wunstorf steht überhaupt gar nichts zu konkreten Maßnahmen bezüglich der Fernwärmeversorgungvor allem der anderen Ortsteile. Von sehr gut kann da gar keine Rede sein.

    • Neustädter sagt:

      Solange der Strom aus der Steckdose kommt und das Toilettenabwasser noch durch das Rohr verschwindet sind die größten Sorgen des Wunstorfers, dass er durch Baustellen in seinem Frieden gestört wird oder nicht mehr mit dem Auto zum Wochenmarkt fahren kann.
      Aber wehe, die Bude bleibt kalt, oder die braune Soße fließt nicht mehr ab – dann haben die bösen Ver- und Entsorger ihren Job nicht gut gemacht, gar fahrlässig gehandelt. Aber keine Angst, solange das Internet noch geht, kann er wenigstens noch bei der Auepost davon berichten ;)
      Freut euch doch endlich mal, dass in eurer Stadt so viele gute Sachen gemacht werden – dass in eure Stadt investiert wird!

  • freds sagt:

    ewige Baustellen mit breiten Gräben, Ansclusszwang für Neubauten, Preise werden dann immer schön erhöt und man kann nicht wechseln. fazit wer kann kauft oder hat bereits eine Wärmepumpe und ist sein eigener (preis)herr. geschossbautenmieter sind abhängig, waren sie aber vorher auch.

    Mein Rat. Dämmen, dämmen, dämmen, dann wir auch mit Gas wenig verbraucht und git ists. Wass nützt die WP wenn das Haus die Wärme verliert weil nicht gedämmt.

  • Badke, Heinz-Dieter sagt:

    Danke

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