
Region (red). Manche haben sich zwischenzeitlich gefragt: Was ist eigentlich aus den Plänen, eine asphaltierte Radroute entlang des Mittellandkanals zu bauen, geworden?
Anfang des vergangenen Jahres war die Idee in Wunstorf vorgestellt worden, nach niederländischem Vorbild eine „Fahrradautobahn“ zu errichten, die das Zurücklegen größerer Distanzen mit dem Fahrrad in der Region attraktiver macht. Grundlage dafür bilden die Betriebswege der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung am Mittellandkanal, einer Bundeswasserstraße.
Die Antwort gibt es in diesen Tagen: Mit den ersten Arbeiten wird nun begonnen. Bis im Bereich Wunstorf davon etwas zu sehen ist, wird es aber noch eine Weile dauern – gestartet werden die Bauarbeiten Mitte April 2026 am Stichkanal Linden. Die jetzt beginnende Baumaßnahme erstreckt sich über den Abschnitt zwischen Letter und der Schiffstankstelle im Bereich der Hafenstraße in Lohnde und wird voraussichtlich bis zum Jahresende andauern.
Es ist damit der erste 7-Kilometer-Abschnitt des insgesamt 54 Kilometer langen Betriebsweges. Die Fahrbahnbreite beträgt in diesem Abschnitt rund zweieinhalb Meter. Die Baukosten für den Ausbau des Abschnitts am Stichkanal Linden belaufen sich auf rund 3,8 Millionen Euro inklusive einer innovativen und umweltfreundlichen Beleuchtungstechnik: Denn für mehr Sicherheit ist in diesem Abschnitt geplant, auch Beleuchtung mit adaptiver Steuerung zu installieren, die sich nur bei Bedarf einschaltet. Das soll die Lichtverschmutzung in der Umwelt reduzieren.
Die Arbeiten werden dabei in drei Bauabschnitte aufgeteilt, wobei zunächst der östliche Bereich zwischen der Seelzer Straße und der Ahlemer Straße 6 bearbeitet wird. Die bauvorbereitenden Maßnahmen dazu haben bereits am 16. März mit dem Aufstellen eines Schutzzauns begonnen. Ab Ende März werden die Zufahrten zur Baustelle für den ersten Abschnitt vorbereitet.
Ab Mitte April starten dann die Hauptarbeiten: Dazu zählen der vorsichtige Aushub unter Schutz der Bäume und Wurzeln, die Verlegung von Kabeln und Leerrohren, der Bau von Fundamenten für die neue Beleuchtung sowie die Anlage von Entwässerungsmulden und -strängen. Abgeschlossen wird das Projekt mit dem Einbau der Asphaltschichten und den Wegemarkierungen. Der aktuelle Radverkehr muss deshalb nun zunächst auf Umleitungen ausweichen.
Seelzes Bürgermeister Alexander Masthoff sagt dazu: „Der Ausbau und die Beleuchtung der Betriebswege am Stichkanal Linden mit komfortablen Zugängen für unser Stadtgebiet sind eine große Bereicherung für unser Radwegenetz. Zusammen mit dem weiteren Ausbau entlang des Mittellandkanals entsteht eine attraktive und sichere Verbindung für viele Berufspendlerinnen und Berufspendler nach Hannover sowie für alle Radfahrenden. Neben dem Alltagsverkehr profitieren auch Freizeitradfahrende von dieser Strecke, die zu entspannten Ausflügen einlädt. Das ist ein wichtiger Meilenstein für die Stärkung des Radverkehrs und eine nachhaltige Mobilität.“
„eine große Bereicherung für unser Radwegenetz“
Für Fußgänger soll sich allerdings auch nichts ändern. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hatte im vergangenen Jahr klargestellt, dass die Strecken nicht in reine Fahrradrouten umgewandelt werden: Fußgänger beispielsweise dürfen dort auch weiterhin unterwegs sein, auch wenn die Baumaßnahmen auf Radfahrer abzielen. Das ist auch der Grund, weshalb offiziell von Betriebswegen die Rede ist – und nicht von neuen Fahrradwegen oder Fahrradrouten gesprochen wird.
Der jetzige Ausbau am Stichkanal Linden ist damit Teil des umfassenden Konzepts der Region Hannover, um die Betriebswege entlang des Mittellandkanals zu einer durchgehenden Verbindung auch für Radfahrer auszubauen.
Die Wege sind bisher eher klassische Wirtschaftswege: Geschottert, bei Regen matschig und in der Dunkelheit für Radfahrer verbesserungswürdig. Sie sind beliebt bei Spaziergängern, Touren- und Ausflugsradlern, aber für Alltagsradverkehr und hohe Geschwindigkeiten im wahrsten Wortsinne ausbaufähig. Künftig sollen die Wege als attraktive Pendelroute für den Alltagsradverkehr dienen und damit einen Beitrag zur ausgerufenen Verkehrswende und Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 leisten.
Nach dem Beginn in Hannover wird stufenweise weitergebaut, abhängig von Finanzierung und Planung. Fortgesetzt werden die Arbeiten nach aktueller Planung dann zunächst weiter Richtung Westen: Nach dem Stichkanal wird entlang des Mittellandkanals nach Garbsen, Seelze und Wunstorf gebaut. Wenn Wunstorf erreicht ist, folgt anschließend der Ausbau der Strecke auch noch nach Osten in Richtung Sehnde.
siehe auch: Vorbild Holland: Auf der Fahrradtrasse am Mittellandkanal von Wunstorf bis Hannover
siehe auch: Region Hannover will in den nächsten 12 Jahren den Autoverkehr halbieren
Arme Natur.
Beginn der Bauzeit in der Brut- und Setzzeit.
Schön einmal etwas davon gehört?
Anscheinend wissen die Projektführenden nichts von einer Vögelbrutzeit.
Traurig.
Wie wird es bald dann aussehen?
Nicht nur, dass nachts Lampen brennen, die Flora und Fauna stören, auch Fußgänger werden nicht mehr viel Freude haben.
Radboomrennen ohne Ende.
Und die meisten Pendler greifen sowieso zum Altbewährten auf vier Rädern.
Sich „einen Namen“ machen zu wollen gleich dem Fahrradturmprojekt in Wunstorf?
Wo bleiben die Einsprüche der Naturschützer?
Sie fehlen anscheinend.
Für die Natur, zur Entlastung der Umwelt wird das ganze ja durchgeführt. Die Natur muss angänglich sicher etwas zurückstecken, WENN denn aber der Autoverkehr abnimmt, wird die Natur zukünftig weniger belastet.
Wie bei einer Operation am Menschen. Um den Blinddarm rauszunehmen, der entzündet ist, müssen ein paar Löcher in den Bauch gestochen werden. Diese Löcher verschwinden nie, aber der kranke Blinddarm ist weg und das Ökosystem „Mensch“ kann weiterleben. Halt mit Löchern im Pelz.
Toll, endlich wird mal etwas sinnvolles gemacht, da kommen solche negativen Kommentare – typisch deutsch.
Ich bin früher oft mit dem Rad von Wunstorf nach Letter zur Arbeit gefahren und hätte mich über einen ausgebauten Weg gefreut.
Wenn der Verallgemeinerung „Typisch deutsch“ den Begriff „Naturschutz“ und „Tierschutz“ umschreibt, ist es doch wirklich bedenklich, Kommentarist HJB, in diesen bewusst negativ dargestellten Eindruck wichtige Dinge und Anschauungen zu interpretieren, die der Zukunft unabträglich sind.
Ist die Natur Ihnen gleichgültig?
Dort wird nur ein bereits vorhandener Weg asphaltiert. Er befindet sich an einem Kanal und direkt neben der B441. Von Zerstörung der Natur und der Störung von Vögeln kann also keine Rede sein, das leisten der Kraftverkehr auf der Bundesstraße und der Boots-/Schiffverkehr auf dem Kanal bereits seit Jahrzehnten ohne das Zutun einiger Radfahrender, die im übrigen weder Lärm noch Abgase emittieren.
Und wer mal nachts am Mittellandkanal unterwegs gewesen ist, weiß auch, dass einige Frachtschiffe dort Scheinwerfer einsetzen, die um ein vielfaches heller sind als die geplante Beleuchtung des Radweges.
Zitat:
„Zusammen mit dem weiteren Ausbau entlang des Mittellandkanals entsteht
eine attraktive und sichere Verbindung fuer viele Berufspendlerinnen und
Berufspendler nach Hannover sowie fuer alle Radfahrenden. Neben dem
Alltagsverkehr profitieren auch Freizeitradfahrende von dieser Strecke,
die zu entspannten Ausfluegen einlaedt.“
Kommentar:
Der Text ist unnoetig aufgeblasen, sprachlich kuenstlich ueberfrachtet
und inhaltlich redundanzgetrieben. Aus einfachen Radfahrern werden erst
„Radfahrende“, dann Berufspendler, dann Freizeitradfahrende, als muesse
man eine einzige Nutzergruppe in immer neue politisch korrekte
Unterkategorien zerlegen. Es fehlt eigentlich nur noch, dass auch der
Mittellandkanal selbst gegendert wird.
Hinzu kommt die irrefuehrende Erzaehlung, hier entstehe nun erst eine
brauchbare Verbindung. Mit dem Fahrrad konnte man dort schon bisher gut
fahren. Neu ist allenfalls, dass weiter ausgebaut und beleuchtet wird.
Gerade deshalb wirkt der Text nicht wie sachliche Information, sondern wie
typisches Verwaltungsdeutsch mit Fortschrittskulisse und Klimarhetorik.
Klar und ehrlich waere zum Beispiel:
„Am Mittellandkanal kann man bereits heute gut mit dem Fahrrad nach
Hannover fahren. Die Strecke wird nun weiter ausgebaut und beleuchtet.“