
Wunstorf (as). Die „wunderbare grüne Lunge“ soll aus ihrem Schattendasein am Rand der Fußgängerzone herausgeholt und zu einem neuen Erlebnisort werden. So drückte es am Mittwoch Stadtsprecher Alexander Stockum aus, als er die Umsetzung der Pläne für den neuen Bürgerpark im Gespräch mit der Auepost erläuterte. Für ihn und viele Bürger unerwartet, sind in diesen Tagen große Baufortschritte zu erkennen. Der neue Eingangsbereich mit Sitzmöbeln und „Info-Stele“ ist zwar noch abgesperrt, die Umgestaltung nahe der Stadtschule lässt sich aber schon erkennen, denn die Pflasterarbeiten sind so gut wie abgeschlossen.
Im hinteren Teil des Parks sind die Landschaftsbauer aber noch dabei, mit schwerem Gerät einen geschwungenen Graben anzulegen. Dort werden vor der Verfüllung Kabel verlegt, um die Naturbühne an das Stromnetz anzuschließen. Damit sollen die Möglichkeiten erweitert werden, dort Musikprogramme oder andere Veranstaltungen anzubieten.
Der Weg wird nach Angaben der Stadtverwaltung ähnlich einem Trimmpfad mit einer sogenannten wassergebundenen Decke versehen. Sein Verlauf deutet „die in der Vergangenheit hier vorhandene Auenlandschaft“an, heißt es auf der Internetseite der Stadt. Bürgerpark und Innenstadt sollen mit einer „einladenden Platzgestaltung miteinander verknüpft“ werden.


Auf dem Vorplatz soll eine „informationsgebende Säule“ den Eingangsbereich kennzeichnen. Dieser Platz soll Treffpunkt, Ruheplatz, Kommunikations- und Informationsstätte in einem sein.

Das Vorhaben ist Teil des Sofortprogramms Perspektive Innenstadt, mit dem das Land Niedersachsen aus Corona-Hilfsfonds der Europäischen Union Kommunen unterstützen will. Wunstorf hat insgesamt fast 150.000 Euro zu erwarten – allein für die Aufwertung des Parks. Die Zahlung ist aber an Fertigstellungsfristen gebunden.
Zu den neuen Elementen gehört neben Gräsern und Stauden, Leuchten, geschwungenem Weg, Ruheinseln mit Sitzgelegenheiten und Tischen auch ein „Sonnenplatz“ mit Drehliegen. Über die Farbgebung der Möblierung hat der Ortsrat Wunstorf in seiner jüngsten Sitzung hinter verschlossenen Türen beraten und entschieden. Die Wahl fiel auf himmelblaue Auflageflächen und goldgelbe Seitenteile – entsprechend den Wunstorfer Stadtfarben.

Mit den Bauarbeiten findet eine jahrelange Debatte um die Aufwertung des Bürgerparks ein vorläufiges Ende. Der gemeinnützige Verein „Kultur im Bürgerpark“ um seine Vorsitzende Heike Leitner bemüht sich seit langem, in der „zauberhaften“ Anlage Mitmach-Projekte und Aktionen zu organisieren. In einem gemeinsamen Arbeitskreis mit dem Ortsrat Wunstorf ist auch das Konzept für die aktuelle Umgestaltung entstanden.
Kritiker, die sich wegen der bevorstehenden Blüte der Bodendecker zu Wort gemeldet haben und den Zeitpunkt der Bauarbeiten als „Irrsinn“ bezeichnen, bittet Stadtsprecher Alexander Stockum um Verständnis und Milde: Der Zeitplan müsse eingehalten werden, und nicht zuletzt sei die Verschönerung der Anlage das Ziel.
Dummes Zeug, sinnlos rausgeschmissenes Geld, wozu braucht man solch sinnlosen Mist??? So hat die Stadt kaum Geld, aber für solch Spielerei
Also wir haben 26 Jahre in der Fußgängerzone gewohnt, der Bürgerpark lud nicht zum verweilen ein. Wir waren immer der Meinung das da viel mehr drauß gemacht werden könnte.
Wir kommen immer wieder gerne nach Wunstorf und freuen uns darauf den neugestaltenden Park zu sehen. Also Daumen hoch.
Die Krokusse kommen ja, außerhalb des Baufeldes auch ungestört, und rechts und links des Weges sind sie nächstes Jahr zurück.
Die bestehenden Wege im Bürgerpark gehen größtenteils außenrum, und sind auch etwas… in die Jahre gekommen. Statt Trampelpfaden über die Wiese ein richtiger Weg ist zeitgemäß und entspricht den heutigen Anforderungen an Grünflächen als Naherholung und „grünes Wohnzimmer“.
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Für das „grüne Wohnzimmer“ werden für die geplanten Flächen schätzungsweise 500 Quadratmeter Park geschottert. Da wächst in Zukunft nichts mehr. Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder einen Mäusebussard beobacht und fotografiert. Ein Baum im Park, um den der neue Weg mit seinen Inseln führt, war sein „Stammplatz“. Dieser Bussard und auch andere Tiere werden sich in Zukunft wohl andere Plätze suchen. Für 145.000 Euro hätte man jede Menge Pflanzen, Sträucher usw. ausbringen können und damit den Park aufgewertet. Das hätte mir gefallen.
Eine Impertinenz ohnegleichen. Was soll eigentlich mit dem „Wohnzimmer“ – auf das Grün verzichte ich wohlweise – bezweckt werden? Und das, wo gerade gegen Schottergärten vorgegangen wird. Traurig, dass im Zuge des Begrünens diese Art Naturverschandelung auh noch erlaubt ist. Und was ist eigentlich mit der Einhaltung der Brut- und Setzzeit, der Vogelbrutzeit?
Lese aus der Ferne mit und werde dort als erstes Ziel einen Besuch abstatten, nach der Rückkehr. Glückwunsch für die schöne Neugestaltung.