
Wunstorf (red). Auch wenn sich nach aktuellen Angaben der Stadt derzeit noch keine Flüchtlinge aus der Ukraine in Wunstorf befinden, bereitet sich die Stadt in vielerlei Hinsicht darauf vor. Unterkünfte werden bereitgehalten und ehrenamtliche Übersetzer werden gesucht beispielsweise. Auch neue Unterkünfte werden gesucht, da die vorhandenen knapp 80 Flüchtlingsplätze, die über Mietwohnungen und im Wohnheim Luther Weg zur Verfügung stehen, auch für Asylbewerber und Flüchtlinge aus anderen Ländern bereitzuhalten sind, die der Stadt kontingentmäßig vom Land zugeteilt werden.
Nun fragen sich die Ersten, weshalb dafür nicht die Container der Flüchtlingseinrichtung in Großenheidorn genutzt werden, wo ursprünglich für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus Syrien 125 Plätze geschaffen wurden. Allerdings gehören die Container inzwischen gar nicht mehr zum Versorgungsbereich der Stadt Wunstorf. Bereits vor einiger Zeit war entschieden worden, den Vertrag mit der Anbieterfirma zu kündigen, da anderweitig ausreichend Unterkünfte in Wunstorf zur Verfügung standen. Eine weitere geplante provisorische Flüchtlingsunterkunft in der Barne und auch eine in Mesmerode waren damals erst gar nicht mehr gebaut worden.
Mit Flüchtlingen belegt war die Einrichtung in Großenheidorn nicht, sie wurde allerdings weiterhin vorgehalten. Da das Land Niedersachsen den Leerstand zuletzt jedoch nicht mehr finanzierte, kam es dann zur Aufgabe des Containerstandortes. Zuletzt hatte die Stadt allerdings erneut dazu aufgerufen, freie Wohnungen zu melden, um die Kapazität an Flüchtlingsunterkünften in der Stadt zu erhöhen. Grund war, dass die Zuteilungsquote für Wunstorf vom Land erhöht worden war.
Nun kommen zusätzlich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch viele Geflüchtete aus der Ukraine hinzu. Einfach den Vertrag neu schließen und den Containerstandort doch noch in Betrieb nehmen, das ist jedoch nun nicht mehr möglich. Die Container in Großenheidorn wurden vom Besitzer inzwischen nach Hemmingen verkauft – der Abtransport der Anlage steht bevor.
Selbst für Wunstorfer ist das Finden einer eigenen Wohnung sau schwer, da wundert es mich nicht, dass die aktuellen Bewohner der Unterkünfte noch nicht „auf eigenen Beinen stehen“. Wobei ich fast sicher bin, dass diese Bewohner mehr auf ihren Beinen stehen, als es manch einer von uns tut. Was die hinter sich haben und auch was die Ukrainer gerade erleben ist einfach traurig, grausam, erschreckend, umso mehr hat JEDER Mensch auf dieser Erde, der gesamten Welt, gleichermaßen Mitgefühl und vollsten Respekt verdient.
Grundlos
Die nun verkauften Wohncontainer haben jahrelang leergestanden ungeachtet der Wohnungsnot in Wunstorf. In Zeiten Wohnungsknappheit und ausschließlich überteuerter Wunstorfer Wohnungen ein Unding. Oder hätte die Stadt für ihre Bürger, die jahrelang suchend keine Wohnung findend, nichts gezahlt? Manche Bürger stehen seit Jahren auf einer Liste eines Herrn vom Sozialamt, ohne Chance. Arbeitssuchende und arme Rentner will keiner. Beweis: Schaut Euch die Wohnungsanzeigen an und fragt mal verdeckt nach. Über diese redet keiner, da die Lobby fehlt. Da lässt man lieber durchaus ansprechende Wohncontainer leerstellen. Pardon, das passt eigentlich dem Grunde nach nicht hierher. Die ukrainischen Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe, das ist unbestritten. Sie brauchen auch Wohnraum. Aber die andere Seite muss hier auch einmal angesprochen werden, die Seite, die beweist, dass sich die Stadt diskret abzuwenden darf von der Wohnungsnot ihrer Bürger. nämlich von Entmieteten, Wohnungslosen oder solchen, die trotz drei Hilfsjobs oder Rentenalter keine Wohnung bekommen und schon sehr, sehr lange auf der Liste der Wohnungssuchenden beim Sozialamt ihren Platz haben.
N.N.
Können die flüchtlinge vom Luther weg nach so langer Zeit nicht auf eigenen Beinen stehen ohne Asyl? Jetzt kommen unsere eigenen europäischen flüchtlinge da muss man doch helfen !