
Steinhude (red). Die Verlandung des Steinhuder Meeres ist unübersehbar – und wird längst nicht nur in Steinhude, Wunstorf und den Anliegergemeinden rund um Niedersachsens größten Flachsee diskutiert. Dabei steht das Endergebnis im Grunde fest:
Das Steinhuder Meer ist ein kontinuierlich verlandender Flachsee, irgendwann wird es den riesigen See zwischen Steinhude und Mardorf in der heutigen Form nicht mehr geben. Aber dies sind Dimensionen von mehreren Jahrhunderten, kein aktuelles Ereignis, was etwa in den nächsten Jahren bevorstehen würde.
Doch relevant wird der wahrnehmbare Wassermangel bereits jetzt: Bilder von im Trockenen oder Matsch stehenden Steganlagen machen die Runde, der Segel- und Schifffahrtsbetrieb ist schon heute stellenweise eingeschränkt. Fahrgastschiffe können nicht mit voller Auslastung starten, bestimmte Bootsarten bekommen im seichten Wasser Probleme und drohen Grundberührung zu bekommen.
Um den Status quo in der Gegenwart zu erhalten, ist menschliches Eingreifen nötig, das beispielsweise mit Entschlammungstätigkeiten bereits stattfindet, aber womöglich allein nicht mehr ausreicht.
Der Verein zum Erhalt des Steinhuder Meeres (VESM) lädt nun für den 9. Oktober 2025 zu einer öffentlichen Veranstaltung unter dem Motto „Das Steinhuder Meer verlandet – Podiumsdiskussion zur Zukunft des Steinhuder Meeres“ ein. Beginn wird um 18 Uhr im Restaurant Strandterrassen in Steinhude sein, etwa zwei Stunden will man unter der Moderation der ehemaligen NDR-Moderatorin Sabine Steuernagel diskutieren.
Wiederholt wurde bereits in den letzten Wochen und Monaten über die sich immer weiter verschärfende Problematik am Steinhuder Meer berichtet. Zuletzt nahmen die Beschwerden etwa aus Kreisen der Berufsschifffahrt, der Veranstalter von Segelregatten und der Bootsstegbetreiber über die Verschlammung eine dramatische Form an
Der VESM setzt sich seit seiner Gründung vor etwa drei Jahren für neue Wege bei der Erhaltung des Gewässers, für deutlich mehr Entschlammung und alternative Möglichkeiten bei der Behandlung des entnommenen Schlamms ein. Um neue Bewegung in die Diskussion zu bringen, hat der Verein zu diesem Abend eingeladen.
Als Teilnehmer bislang zugesagt haben Dr. Conrad Ludewig, Domänenverwaltung im Amt für regionale Landesentwicklung als Vertreter des Eigentümers Land Niedersachsen, Dr. Melanie Hartwig, Mitarbeiterin des Seenkompetenzzentrums beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Mark Herrmann, Fachbereichsleiter Umwelt der Region Hannover, Wunstorfs Bürgermeister Carsten Piellusch und Burkhard Kayser, Vorstandsmitglied des DJH-Landesverbandes Hannover. Eingeladen ist zudem die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer.
Damit sei es gelungen, die wichtigsten Akteure auf Seiten der Behörden, aber auch Vertreter der Nutzer und Anrainer zu versammeln, teilt der VESM mit. Ziel der Diskussion sei es, nicht nur Standpunkte auszutauschen, sondern zu ergründen, was jetzt getan werden muss, um das Steinhuder Meer zu erhalten und die akuten Probleme zu lösen.
Zum Einstieg wird ein Kurzfilm des ehemaligen NDR-Mitarbeiters Dieter Hermann gezeigt, der in die Thematik einführt. Ergänzt wird dies durch ein Eingangsstatement des VESM, das Jörg Prante, Gewässerexperte für das Steinhuder Meer, der früher beruflich mit Binnenseen beschäftigt war, vorträgt. In der sich anschließenden Diskussion wird auch auf Besucherfragen eingegangen werden. Der VESM erhofft sich das breite Interesse, eine rege Teilnahme aus der Bevölkerung und betont, dass es sich nicht um eine rein fachspezifische Diskussion handeln wird – auch ohne Vorwissen kann daran teilgenommen werden.
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