
Wunstorf (red). Der diesjährige traditionelle Auepost-Aprilscherz zum 1. April drehte sich um den Nahverkehr: Ein U-Bahntunnel würde unter der Fußgängerzone gebaut werden und Wunstorf ans hannoversche Stadtbahnnetz angeschlossen werden, das meldeten wir am Mittwochmorgen.
Wie kamen wir darauf? Die Lokalnachrichten drehten sich in letzter Zeit auffallend oft um die Fußgängerzone und die Altstadtsanierung. Viele denken dabei mit Entsetzen daran, was passieren könnte, wenn die Fußgängerzone über längere Zeiträume in den Baustellenbetrieb wechselt.
Was wäre also, wenn man diese Vorstellung auf die Spitze triebe? Nicht nur Fernwärmeleitungen verlegt, neue Abwasserkanäle baut und das Straßenpflaster austauscht, sondern gleich einen kompletten U-Bahntunnel dazudichtet? Würden die Wunstorfer das sofort als Witz erkennen oder bei all den anstehenden Veränderungen auch noch für möglich halten?
Dazu drehten wir die Grundidee satirisch einfach einmal um: Statt des geplanten ebenerdigen Marktplatzes, der künftig vor allem eine große freie Fläche sein soll, barrierefrei und ohne die vielen Mauern und gestalterischen Hindernisse, ließen wir den alten Platz nicht nur unverändert, sondern setzten auch noch einen U-Bahnhof mit dazu.
Schon hier hätte man direkt erkennen können: Das kann nicht stimmen. Erstaunlicherweise fügt sich die ausgedachte Haltestelle jedoch optisch recht gut in den bestehenden Wunstorfer Marktplatz ein. Aus architektonischer Sicht wirkt es beinahe so, als hätte man vor 40 Jahren schon mit einem späteren U-Bahneingang gerechnet. Vielleicht davon abgesehen, dass der Eingang der Stadtkirche damit verdeckt würde.
Natürlich streuten wir weitere Hinweise im Text, die hätten stutzig machen müssen: Die Mitarbeiterin der Verkehrsbehörde spricht sich „ÖPNV“ aus, auf dem Fahrtzielanzeiger der Stadtbahn steht neben der Linie 14 die Abkürzung „WTF Ost“ – und auch die Liniennummer selbst enthält einen versteckten Hinweis auf das Datum des 1. April.
Überrascht hat uns dann am Ende auch selbst, wie plausibel alles doch sein könnte, wie vieles ineinandergreift, wenn man diese Idee weiterspinnt – vor allem, wenn man die wirklich einmal angedachte Reaktivierung der Steinhuder Meer-Bahn mit hineinspielen lässt. Doch als U-Bahn würde sie mit Sicherheit niemals realisiert werden.
Die Auepost war übrigens nicht das einzige regionale Medium, das die Leser in diesem Jahr in den April schickte. Der Stadtanzeiger brachte einen Foto-Aprilscherz, mit dem scheinbar bewiesen wurde, dass die Wunstorfer Polizeichefin für ein besseres Mitarbeiterklima nun Alpakas auf dem Kommissariat einziehen lässt. Citynews aus Garbsen ließ einen gut erhaltenen Dinosaurierschädel in Schloß Ricklingen finden – und bat darum, wegen der Knochenfunde nun Hunde dort anzuleinen.

Die Stadtverwaltung Garbsen machte gleich mehrere Aprilscherze via Social Media und meldete beispielsweise, dass es bald eine kommunale Arbeitspflicht für Menschen zwischen 25 und 55 geben würde. Musterungsbescheide für diesen Bürgerdienst, der Müllsammeln in Parks, Schneeschippen im Winter oder Aufbauhilfe bei Veranstaltungen umfassen sollte, würden bald verschickt werden. Auch ein Drive-in-Schalter für Bürgeranträge beim Rathaus wurde gemeldet.

Die Stadtverwaltung Hannover versuchte es ebenfalls mit einem visuell wirkenden Scherz: Zu den diesjährigen Finals würde der Raschplatz zum Schwimmbecken umgebaut.
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