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Wunstorf wird ans hannoversche Stadtbahnnetz angeschlossen

01.04.2026 • Redaktion • 5 Min.Kommentare: 18

Der anrollende Wunstorfer Innenstadtumbau weckt neue Begehrlichkeiten: Da die Fußgängerzone in den kommenden Jahren für neue Kanalisation, Fernwärmenetz und Pflasterung sowieso in der Tiefe geöffnet werden muss, wird nun überlegt, bei dieser Gelegenheit auch gleich einen U-Bahntunnel zu integrieren. Wunstorf bekommt damit einen eigenen Stadtbahnanschluss nach Hannover.

01.04.2026
Redaktion
5 Min.
Auf dem Wunstorfer Marktplatz ist die Haupthaltestation geplant | Visualisierung: Auepost

Wunstorf (red). Die Fahrradautobahn nach Hannover war erst der Anfang. Jetzt kommt auch die U-Bahn nach Wunstorf. Was wie ein schlechter Scherz klingt, der Wunstorf in diesen Tagen gerade noch gefehlt hat, wird wohl schon in den nächsten Jahren Realität: Die Verkehrswende macht Denken in größeren Kategorien nötig – und Wunstorf wird hier wieder einmal Leuchtturmprojekt sein. Schon in den nächsten Jahren wird man von der Wunstorfer Fußgängerzone direkt zum Kröpcke fahren können – oder umgekehrt.

Hintergrund ist das Ziel der Region Hannover, bis 2035 klimaneutral zu sein und den privaten PKW-Verkehr zu halbieren. Mit neuen Fahrradstrecken, Parkplatzrückbau und Aufwertung der S-Bahn allein ist dies jedoch nicht zu schaffen. Deshalb kommt nun auch die Stadtbahn ins Spiel.

Alles in einem Rutsch

Da Fernwärmenetz, neuer Bodenbelag und neue Kanalisation in der Wunstorfer Fußgängerzone alternativlos sind, ist es naheliegend, auch gleich den U-Bahntunnel mit zu bauen, statt später in ein paar Jahren das neue Innenstadtpflaster noch einmal extra aufzureißen.

Die Idee zum Innenstadtumbau stößt damit in Politik und Stadtgesellschaft plötzlich auf breite Zustimmung. Die zuletzt gegründete Bürgerinitiative „Freunde des Nahverkehrs“ hat sich direkt wieder aufgelöst. „Die neuen Pläne mit U-Bahntunnel überzeugen uns“, so ihr Sprecher zur Auepost.

„Die neuen Pläne mit U-Bahntunnel überzeugen uns“

BI Freunde des Nahverkehrs

Ein unterlegenes Architekturbüro, das zuletzt noch Einspruch geäußert hatte, zieht seine Rüge ebenfalls zurück und begründet den Sinneswandel so: „Uns egal, wer das Ding baut. Hauptsache, Wunstorf bekommt seine U-Bahn!“

Anfang der 1980er Jahre wurde die Wunstorfer Fußgängerzone gebaut: Sie soll für die U-Bahn nicht ein drittes Mal aufgebaggert werden müssen | Foto: Archiv Heiner Wittrock

Der Nordwallparkplatz wird dafür jedoch geopfert werden müssen – hier wird die oberirdische Betriebszentrale für die Stadtbahnen entstehen. Statt „Mobilitätshub“, wie das Schlagwort für ein neues Parkdeck an dieser Stelle bislang lautete, wird es dort bald das Bahndepot geben. Alternativen für die entfallenden Parkplätze sind nicht vorgesehen. „Wenn die U-Bahn da ist, kann in Wunstorf vollkommen auf den PKW verzichtet werden“, lässt sich Öpe Enpfau, Mitarbeiterin aus dem Regionsverkehrsdezernat, zitieren.

Wochenmarkt muss weichen

Auch für den Wunstorfer Wochenmarkt wird am angestammten Platz kein Platz mehr sein: Der Marktplatz vor Rathaus und Stadtkirche wird für die Zugänge zur unterirdischen Verteilerplattform benötigt. Rolltreppen, Aufzüge und Fahrscheinautomaten müssen auf dem Marktplatz untergebracht werden. Wohin der Wochenmarkt verlegt wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Erste Überlegungen gehen in Richtung Schützenplatz oder IGS-Parkplatz.

Würde so die Linie nach Wunstorf aussehen? | Montage: Auepost

Der Innenstadthandel ist dennoch begeistert: „Jetzt kommen die Leute aus Hannover noch direkter zum Shoppen zu uns“, heißt es. Sorgen, dass die Wunstorfer stattdessen mit der Bahn zum Einkaufen nach Hannover fahren, statt in der Auestadt zu bleiben, hat man hingegen nicht. Die Begründung ist einleuchtend: „Die Tickets für die Bahn sind eh viel zu teuer.“

Aktuell endet das Stadtbahnnetz in Garbsen

Das Hauptproblem, das sich jetzt stellt, ist: Aktuell endet die Stadtbahn in Garbsen und muss nun irgendwie weiter nach Wunstorf geführt werden. Dazwischen stehen aber eine Menge Häuser, ein bisschen Wald, Mittellandkanal und Autobahn. Denkbar wäre daher eine Trasse auf Stelzen – ähnlich, wie sie einst bei der Transrapid-Versuchsstrecke im Emsland entstand.

Wahrscheinlicher ist inzwischen aber, dass man die U-Bahn parallel zur neuen ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke über Kolenfeld führen wird. Die Stadtbahn würde also über Seelze und Letter nach Wunstorf anschließen. Dann könnte der Wunstorfer Wochenmarkt auch nach Seelze umziehen. Das würden die Seelzer begrüßen, und für die Wunstorfer Wochenmarktbesucher wäre der Markt nur eine U-Bahnstation entfernt vom ehemaligen Wunstorfer Marktplatz.

Haltestellen in der Innenstadt geplant – und am Barnekreisel

Jetzt wird auf einmal auch erkennbar, weswegen der neue Barnekreisel so aussieht, wie er aussieht: Die Planer hatten bei der Errichtung des neuen Verkehrsknotenpunktes im Süden Wunstorfs in weiser Voraussicht den späteren U-Bahn-Anschluss bereits mitgedacht. In der Kreiselmitte wurde Platz gelassen für den Eingang zum späteren U-Bahnhof.

U-Bahnstation Barnekreisel | Visualisierung: Auepost

Ob die 9 weiteren Wunstorfer Ortsteile ebenfalls eine Station erhalten, ist noch unklar und nicht Bestandteil der aktuellen Planungen. Perspektivisch ist allerdings eine Verlängerung zum Steinhuder Meer geplant – obwohl das den inzwischen eingespielten Autoverkehr im Ort wieder durcheinanderbringen könnte. Denn aktuell ist man mit der Verkehrslage in Steinhude äußerst zufrieden, die Steinhuder schätzen den Individualverkehr vor allem an den sonnenreichen Wochenenden in ihrem Ort. Ein neuer Nahverkehrsanschluss könnte diesen Frieden stören.

Eine Insellösung?

Da die Finanzierung noch nicht geklärt ist und viele Faktoren dem Projekt noch einen Strich durch die Rechnung machen können, könnte die neue Linie auch auf Wunstorf beschränkt bleiben: Sie würde dann nur innerhalb des Stadtgebiets verkehren, hätte aber keine direkte Verbindung zum übrigen Stadtbahnnetz in Hannover. Es wäre eine reine Wunstorfer U-Bahn, eine „Wu-Bahn“ – vielleicht noch ergänzt um die Haltepunkte Haste und Hagenburg.

Bliebe es bei der Trennung vom übrigen Netz, wäre die Wu-Bahn damit wahrscheinlich sogar eine echte Untergrundbahn – während die Stadtbahn in Hannover keine richtige Trennung vom übrigen Verkehr hat und deshalb streng genommen gar keine U-Bahn ist. Anwohner müssen sich keine Sorgen machen: Der Tunnelbau wird im unterirdischen Vortriebsverfahren realisiert. Straßen und Wege müssen dafür nicht aufgebaggert werden. Erfahrungen dafür hat man jüngst beim Bau der neuen Bahnhofstoilette gesammelt, die ebenfalls auf diese Weise entstanden ist. Nur den Eingang hat man vergessen zu bauen, so dass die Toilette derzeit leider immer noch nicht genutzt werden kann.

Linie 14 wird die Wunstorfer Strecke

Wie die Wunstorfer U-Bahn heißen wird, ist auch schon klar: Es wird wohl die Linie 14 werden. Diese Linie ist als historische Strecke aktuell nicht mehr in Verwendung bei der Üstra, ist frei und könnte für Wunstorf genutzt werden.

Wunstorf auf dem künftigen Liniennetzplan | Graphik: Auepost

Das entspricht auch der Streckennetzlogik: Die neue Wunstorfer Linie wird auf den Netzplänen zwischen der Linie 4 (Endhaltestelle Garbsen) und Linie 10 (Endhaltestelle Ahlem) auftauchen. Addiert man die Zahlen der beiden Linien, erhält man die Linie 14 (Wunstorf).

„SteinhU-Bahn“

Auch Vorschläge, an die alte Tradition der Steinhuder Meer-Bahn anzuknüpfen und die Wunstorfer U-Bahn deshalb „Steinhuder U-Bahn“ zu nennen, kursieren bereits. Auf diese Weise würde man nicht nur die Historie des einst stolzen Wunstorfer Nahverkehrs wiederbeleben, sondern auch noch die Steinhuder Einwohner dafür gewinnen, doch noch Gefallen an einer nicht autozentrierten Lösung für den Ort zu finden. Mit solchen Plänen war man vor kurzem noch gescheitert.

Einen kleinen Haken am Projekt Wunstorfer Innenstadt-U-Bahn allerdings gibt es: Für den Bau der Station Barnekreisel wird man die Barnestraße „kurzzeitig“ noch einmal voll sperren müssen. Ein Problem soll das aber nicht sein. „Die Leute sind inzwischen dran gewöhnt“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Der Neubau des Barneplatzes über die letzten 30 Jahre hinweg sowie die Nordumgehung, an der – mit kurzen Unterbrechungen – seit 1956 gearbeitet wird, seien ein guter Testlauf gewesen.

Nun sind die Wunstorfer optimistisch, dass der Stadtbahnanschluss bald realisiert ist. Das könnte gelingen: Bereits für den 1. April 2027 ist der erste Spatenstich angesetzt.

Datum beachten: Dieser Artikel ist der jährliche traditionelle Auepost-Aprilscherz und erschien zum 1. April 2026. Es handelt sich um eine absichtliche Falschmeldung. Zumindest nach jetzigem Stand ist ein U-Bahnbau in der Wunstorfer Innenstadt nicht in Vorbereitung.
Einmal im Jahr erfinden wir Nachrichten und schicken die Leserinnen und Leser in den April: Mit einer absurden Meldung, die im Verlaufe der Erzählung immer aberwitziger wird, wird dabei auch getestet, wie es um die Medienkompetenz der Leserschaft bestellt ist: Glaubt man den Zeitungen unbesehen oder behält man seinen kritischen Blick beim Lesen? Als Hilfestellung gibt es zusätzlich im Text stets kleine versteckte Hinweise auf das besondere Datum. So wird z. B. die zitierte Regionsmitarbeiterin „ÖPNV“ ausgesprochen – und die fiktive Linie 14 ist gleichzeitig auch das entsprechende Datum: 1. 4.
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Kommentare


  • Anonym sagt:

    Eine U‑Bahn in Wunstorf? Super — endlich Stau vor der Rolltreppe!

  • Der Gerd sagt:

    Na also! Geht doch!
    Endlich wird mal mit guten Ideen die Wunstorfer Verkehrslage verbessert!
    Gerade am heutigen Datum der richtige Zeitpunkt diese Pläne zu veröffentlichen.
    Weiter so !

  • K-D sagt:

    #aprilscherz?!

  • Regine Stadelhoff sagt:

    Guter Aprilscherz

  • Erika Prüser sagt:

    Man könnte doch auch den ehemaligen Tunnel an der Südstraße wieder zum Leben erwecken. Hätte man schon ein Stückchen Tunnel

  • Shlomo sagt:

    Daran merkt man schon wieder die scheiternde Kommunalpolitik und merkwürdige Arbeit unserer Stadtverwaltung! Wofür brauchen wir eine U-Bahn? Wir haben eine S-Bahn!!! Ja gut, dann werde ich bald die Fliege machen, und in den Nachbarflecken Steinhude auswandern.

  • Grit D. sagt:

    Spätestens die Überschrift des ausgesprochen amüsant zu lesenden Artikels machte mir nochmal das heutige Datum bewusst (01.04.).

    Wunstorfs Anschluss ans Hanmöversche Stadtbahnnetz?
    Hübsche, doch unrealistische Geschichte.
    Wird nichts draus werden.
    Zum Glück? Leider?
    Liegt in der Sichtweise jedes Einzelnen der Leserschaft.

  • Thoelen Regina sagt:

    Das hätte ich jetzt wirklich geglaubt.

  • Thoelen Regina sagt:

    Das hätte ich wirklich geglaubt,man muss heute sehr vorsichtig sein und nicht alkes glauben.

  • Der Unbekanntw sagt:

    Hahaha, guter Aprilscherz, ach Leute, glaubt nicht jeden Kram

  • Bernd sagt:

    Wunstorf besteht nur noch aus Aprilscherzen.

  • Rudi sagt:

    … Der Gag ist gut… Selbst wenn es stimmen sollte, bin ich eh schon gestorben bevor sie fertig werden… Und ich bin noch nicht so alt

  • K-D sagt:

    Gut, dass die Leute nur am 1. April Fake News ins Internet schreiben! Wo kämen wir denn hin, wenn die das jeden Tag machen würden?!

  • Berndt sagt:

    Der Zugang zur Wunstorfer U-Bahn befindet sich im Mizu Sushi Restaurant am Ende der Südstraße. Die sogenannte „Pohlmannsche Röhre“ wurde bereits beim Bau der Fußgängerzone als multifunktionales Highlight Wunstorfs gebaut. Von öffentlicher Toilette bis zum nicht barrierefreien Fußgängertunnel sowie letztlich als Lagerraum ist sie langfristig bis zur Nutzung als U-Bahnzugang konzipiert worden. Lost Places in Wunstorf, die es wirklich gibt! Die Idee zum Bau der „P-Röhre“ soll von der Wunstorfer Werbegemeinschaft stammen, weil der Verkehr seinen Platz in der Stadtmitte braucht. Noch einen schönen Tag, am Tag nach dem 31. März 2026.

  • Jerry M. sagt:

    Eigentlich könnte man die 10 doch von Ahlem aus verlängern. Statt nur bis nach Harenberg geht’s dann weiter bis Groß Munzel. Dort zweigt eine Linie nach Basche ab und die andere Richtung Wunstorf. Optional wäre
    Die Verlängerung nach Haste eine dritte Option. Dann kann man die S-Bahn-Linie einstampfen und sorgt so für Entlastung auf der Bahnstrecke.
    Auch schön wäre der Abzweig in Ostermunzel. Dann über Dedensen/Gümmer, Abstecher nach SchloRi über Luthe -Oststadt-LKH-Park ins Zentrum dann im Stile der StMB via Klein Heidorn-Großenheidorn-Steinhude zum Wilhelmstein mit Endpunkt Mardorf.

  • Petra Buchholz sagt:

    Der Wochenmarkt könnte auch in der Ellern hinkommen der ist ja nur zweimal die Woche.

  • Anonym sagt:

    1. Der Artikel ist witzig geschrieben und sofort als Aprilscherz zu erkennen.

    2. Was mich wirklich erschüttert hat, ist der sogar farblich hervorgehobene Hinweis der Auepost:
    „Datum beachten: Dieser Artikel ist der jährliche traditionelle Auepost-Aprilscherz und erschien zum 1. April 2026. Es handelt sich um eine absichtliche Falschmeldung. Zumindest nach jetzigem Stand ist ein U-Bahnbau in der Wunstorfer Innenstadt nicht in Vorbereitung.“

    3. Entweder will sich die Auepost hiermit schützen, von irgendwelchen staatlichen Stellen wegen der Verbreitung von Fake-News belangt zu werden oder

    4. Werden die Menschen bereits für so dumm gehalten, dass sie einen solchen Aprilscherz nicht erkennen können.

    Betreutes Lesen also. Wo sind wir in diesem Land nur hingekommen?

  • Pia sagt:

    Der Witz an diesem Aprilscherz ist eigentlich, dass er vernünftiger klingt als vieles, was heute unter Verkehrspolitik verkauft wird.

    Die Auepost hat das herrlich gebaut – mit Netzplan, Barnekreisel-Station und „SteinhU-Bahn“. Man lacht erst, merkt dann aber: So sehr zum Lachen ist das gar nicht. Denn ein echter, leistungsfähiger Anschluss wäre für die Bürger am Ende sinnvoller als der übliche Mix aus Rückbau, Symbolpolitik und irgendwelchen Ersatzideen, die nett klingen, aber wenig bringen.

    Dass eine Maßnahme mit echtem Nutzwert heute nur noch als Satire glaubhaft erscheint, ist die eigentliche Pointe. Und leider keine gute.

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