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Wunstorf (ds). Eigentlich wollte er es nicht mehr machen, er hatte nach einigen schlechten Erfahrungen genug davon, sich Charity-Aktionen rund ums Fahrrad auszudenken und teure Räder zu verschenken – nur um am Ende dafür auch noch kritisiert und angefeindet zu werden.
Nachdem der Gewinner des letzten Rads wegen eines Missverständnisses sogar zur Polizei gegangen war, hatte Marcel Birth vor einiger Zeit zunächst einen Schlussstrich gezogen unter den Wunstorfer Fahrrad-Aktionismus. Für eine Firma gehalten zu werden, die professionelles Fahrradmarketing macht, und im schlimmsten Fall enttäuschte Erwartungen handhaben zu müssen, das wollte er sich nicht mehr antun.
Nach wie vor ist Birth, der eigentlich Dachdecker ist, jedoch in seiner privaten Werkstatt aktiv und übernimmt kleine Reparaturen an Kinder- und Seniorenfahrrädern. Das war schließlich einst auch die ursprüngliche Idee, weshalb „Marcel’s Fahrradgarage“, wie seine private Schrauberwerkstatt heißt, überhaupt entstanden war. Seit vergangenem Jahr findet man sie ganz neu eingerichtet und renoviert am neuen Standort in der Küsterstraße.
Obwohl Birth familiär und beruflich aktuell ohnehin viel eingebunden ist, nimmt er sich weiterhin Zeit für sein Hobby – und lässt die Tradition der besonderen Aktionen rund ums Rad nun wiederaufleben. Ein zur Verfügung gestelltes Fahrrad wie früher wird es jedoch diesmal nicht zu gewinnen geben, auch ist keine Rallye durch die Stadt mehr geplant.
Es ist eine reine Aktion für Kinder, die diesmal von Geschenken profitieren sollen. Möglich gemacht hat das wie schon in der Vergangenheit eine Versicherungsgesellschaft, die Birth Fahrräder für den guten Zweck zur Verfügung stellt, die aus bereits abgewickelten Versicherungsfällen stammen. Birth macht die Räder selbst zu Geld – und kann damit Gutes tun.
Auch jetzt hatte Linexo, unter der die Fahrradversicherungssparte der Wertgarantie nun als neue eigenständige Marke auftritt, Marcel Birth ein neuwertiges E-Bike zur Verfügung gestellt. Und für den guten Zweck hatte der Wunstorfer diesmal auch schon eine ganz konkrete Vorstellung: Eben etwas Gutes tun für Jüngeren in der Stadt. Kinder, die sonst vielleicht nicht die Möglichkeit dazu haben, sollen sich einmal nach Herzenslust Spielzeug aussuchen können. Birth bezahlt.
Mit einem halben Dutzend Kinder und ihren Eltern geht es deshalb an einem Tag, der dann noch gemeinsam verabredet wird, auf Einkaufstour in den Smith Toys Superstore Hannover, wo sich die Teilnehmer alles aussuchen dürfen, bis das Geld alle ist.
Das Fahrrad ist inzwischen verkauft – für einen vierstelligen Betrag. Für den Käufer des fast noch nagelneuen Rades ist das immer noch ein großartiges Schnäppchen – und Birth hat nun 1.500 Euro zum Spendieren zusammen.
Kinder, die mitmachen wollen, brauchen nur ein Bild von ihrem größten Wunsch zu malen – und es bei der Waldgaststätte Alten’s Ruh abgeben. Bis nächsten Samstag, den 9. August 2025, ist das noch möglich. Unter allen Einreichungen werden dann die Gewinner ausgelost. Wichtig deshalb: Auf die Bildrückseite müssen Name und Telefonnummer geschrieben werden.
Unterstützt wird die Aktion von Gastwirt Kosta Ioannidis, der den Familien zum Abschluss des Shoppingtages auch noch ein Essen in Wunstorf spendiert. Vorher fährt Birth mit den Gewinnern persönlich zum Einkaufen.
Eine besondere Aktion wird bereits auch die Fahrt selbst werden, verrät Birth im Gespräch mit der Auepost. Die Gewinner sollen sich buchstäblich wie König Kunde fühlen – aber mehr wird noch nicht verraten.
Eine besondere Idee, die sicherlich vorbildhaft ist, besonders wenn es darum geht, auch Diejenigen, für die nicht jede Wunscherfüllung Selbstverständlichkeit ist, glücklich zu machen.
Marcel ein Macher wo sich so manch einer mal einer mal eine Scheibe abschneiden könnte