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„Gelbe Schleife“ in Wunstorf feierlich eingeweiht

24.09.2023 • Daniel Schneider • 3 Min.Kommentare: 6

Gemeinsam mit Vertretern des Reservistenverbandes und des LTG 62 wurde am 18. September die Gelbe Schleife in Wunstorf feierlich eingeweiht. Nun weist auch eine Infotafel auf die Hintergründe hin – dabei kam es allerdings zu einem kleinen Malheur.

24.09.2023
Daniel Schneider
3 Min.

Wunstorf (ds). Zu sehen war sie schon über das Wochenende zuvor gewesen – nun wurde die Gelbe Schleife am Rathaus am vergangenen Montag auch noch offiziell eingeweiht – mit der Enthüllung einer Infoplakette und einem Empfang im Rathausinnenhof. Vertreter des Reservistenverbandes und des in Wunstorf beheimateten Lufttransportgeschwaders 62 weihten die Schleife mit Verwaltung und Lokalpolitik gemeinsam ein.

Für den musikalischen Rahmen sorgte eine Abordnung des Heeresmusikkorps Hannover, die im Rathausinnenhof aufspielte. Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) sprach in seiner Begrüßung von einem „sehr schönen Tag der Verbundenheit“. Die Idee zur Schleifenanbringung sei vor zwei Jahren zunächst im Ortsteil Klein Heidorn aufgekommen, doch sollte es dann zu einem Signal der ganzen Stadt werden.

„Wir möchten als Stadt Wunstorf das partnerschaftliche Verhältnis zum LTG 62 zum Ausdruck bringen, die Solidarität, vielleicht sogar die Freundschaft hier am Standort“, sagte Piellusch. Der Bürgermeister hob hervor, dass der Fliegerhorst auch viele humanitäre Maßnahmen leiste, wie zuletzt etwa bei den Hilfsflügen in die Überschwemmungsgebiete in Libyen.

Musiker des Heeresmusikkorps Hannover
Kurz vor der Enthüllung der Infotafel

Schließlich begab man sich die wenigen Schritte zur Ecke des Bürgerbüros, wo die Schleife an der Nordseite des Gebäudes angebracht ist. Dort war wenige Minuten zuvor die inzwischen auch installierte Infotafel pragmatisch mit einem blauen Schal verhüllt worden, um sie nun offiziell enthüllen zu können. Im Rathaus steht man hinter dem Standort: Wer aus Richtung Klein Heidorn vom Fliegerhorst komme, fahre direkt darauf zu, sagte Stadtsprecher Alexander Stockum der Auepost. Zur aufgekommenen Kritik wegen der angeblich zu geringen Größe der Schleife könne man zudem sagen: Größer ließe sich die Schleife gar nicht bestellen – es handelt sich bereits um das größte verfügbare Modell.

Schleifen auch zum Anstecken

Bürgermeister Carsten Piellusch, Oberst Torsten Fette – stellvertretender Kommodore des LTG 62 – und Major d. R. Dirk Kemmerich – Vorsitzender der Kreisgruppe Hannover und der Neustädter Reservistenkameradschaft – enthüllten die Infotafel gemeinsam. Sie erläutert, unterhalb der Schleife am Pfeiler des Bürgerbüros angebracht, nun den Hintergrund der Solidaritätsbekundung. Für Oberst Fette war es schon der zweite Termin innerhalb kurzer Zeit in der Wunstorfer Innenstadt: auch dem Vortrag zum Luftbrückenjubiläum von Heiner Wittrock in der Abtei in der zweiten Septemberwoche hatte er beigewohnt.

Gelbe Schleife als persönliches Statement, hier am Revers von Ortsratsmitglied Andreas Niepel (AfD)

Einige der erschienenen Politiker trugen die Gelbe Schleife bereits an der Kleidung und signalisierten damit auch ihre persönliche Verbundenheit mit den Streitkräften. Wer noch keine hatte, konnte sich buchstäblich auf die Reserve verlassen: Kemmerich hatte einen ganzen Karton dabei und verteilte die Exemplare auf Wunsch an Noch-Schleifenlose.

Malheur beim Infotafelanbringen

Während die Enthüllung der Infotafel vorschriftsmäßig über die Bühne ging, war es allerdings beim Anbringen am Pfeiler des Bürgerbüros zu einem Malheur gekommen: Denn die Risse, die unter dem Acryl zu erkennen sind, sind nicht etwa auf mutwillige Beschädigung zurückzuführen – beim Anschrauben am Mauerwerk war es zu der Beschädigung gekommen.

Die Infotafel am Bürgerbüro

Wunstorf dürfte nicht die letzte Stadt bleiben in der Region, die gelbe Schleifen anbringt. Wie Major d. R. Kemmerich der Auepost sagte, spräche man auch in weiteren Kommunen in der Region über Pläne, das Solidaritätssymbol in der Öffentlichkeit zu installieren. Konkrete Neuigkeiten gebe es aktuell dazu jedoch noch nicht. Bisweilen werde das Ansinnen in der Politik auch wieder verworfen, wenn kein Bundeswehrstandort im entsprechenden Ort vorhanden sei – oder der nächste zu weit entfernt. Ein räumlicher Zusammenhang sei jedoch keine Voraussetzung, um die Gelben Schleifen im Ortsbild zu integrieren, betonte Kemmerich. Sie könnten überall angebracht werden, wo man die Wertschätzung für die Angehörigen der Bundeswehr ausdrücken wolle.

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Kommentare


  • Andreas R. Niepel sagt:

    Anmerkung: unter der gelben Schleife (siehe Bild oben) trage ich noch ein blaues Symbol in Blaulicht-Form – ein Symbol (2019, Bundesministerium des Inneren) für die Solidarität mit Angehörigen des Blaulichts (Feuerwehr, Rettungsdienste, THW), insbesondere als Unterstützung im Kampf gegen Gewalt gegenüber Einsatzkräften.

  • Detlev Ulrich Aders sagt:

    Es war eine sehr schöne „Einweihung / Enthüllung“ der gelben Schleife mit der dazugehörigen Tafel. Ein klares Zeichen: Die Wunstorfer Bürgerinnen und Bürger, die Politik und die Verwaltung stehen hinter unseren Soldatinnen und Soldaten, sowie auch der Polizei, der Feuerwehr und dem THW. Auch beispielhaft ersichtlich durch die 2019 eingeführte und schon seit dem öffentlich von einigen politisch Aktiven getragene „Blaulicht-Nadel“ des Bundesministerium des Inneren (BMI)

    • Lydia Bertani sagt:

      Zitat: „Die Wunstorfer Bürgerinnen und Bürger, die Politik und die Verwaltung stehen hinter unseren Soldatinnen und Soldaten, “

      Dazu hätte man die Bürger >>mindestens<< fragen müssen, um diese Behauptung tragfähig zu machen.

      Ansonsten ist das eine eigenmächtige Kollektivierung über deren Köpfe hinweg.

  • G. Taro sagt:

    „Honi soit qui mal y Pension.“ Da wird der Schriftzug „Bürgerbüro“ abmontiert und fast zeitgleich eine gelbe Schleife angebracht. Und Tage später, die feierliche Enthüllung der dazugehörigen Informationstafel. Der Grund, weshalb Stadtverwaltung und der Rat der Stadt sich für eine typisch amerikanische Symbolik entschieden haben, bietet Raum für Spekulationen.

    So wird gemäß §10 (1) der Satzung der Traditionsgemeinschaft Lufttransport Wunstorf e.V. der (die) Bürgermeister(in) der Stadt in den Beirat berufen. Das verpflichtet natürlich, und man erwartet vermutlich ein gewisses Entgegenkommen der Stadt. Aber muss man deshalb den ehrpusseligen Ideen eines Verbandsfunktionärs folgen? Ich meine nicht!

    Wunstorf hat seine spezifische Geschichte/Verbindung mit dem Fliegerhorst. Ins öffentliche Bewusstsein soll aber nur das vermeintlich Positive dringen. Die Verbrechen der in W‘tort während des tausendjährigen Reiches stationierten Fliegerstaffel wird teils verdrängt, relativiert oder als museales „Kulturgut“ verklärt (siehe u.a. Exponate in der JU 52-Halle). Es dürfte (hoffentlich) nicht den Intellekt der Entscheider überfordern, wie solch städtische Loyalitätsbekundungen bei Opfern und Hinterbliebenen von vom Fliegerhorst ausgegangenen Luftterror ankommt.

    Als Reservist weiß ich: Nachhaltige Unterstützung der heutigen! Berufssoldaten und Berufssoldatinnen zeigt man am Besten, wenn die Bundeswehr technisch und personell und ausbildungsmäßig so gut ausgestattet ist, dass sie ihre Aufgaben erfüllen kann; gelbe Schleifen sind da eher peinlich. Aber das sind politische Entscheidungen, die, zum Glück, nicht in W‘torf getroffen werden.

  • Bernd-Michael Rosenbusch sagt:

    Man möge aber bitte auch bedenken sehr geehrter Herr Taro, das der Fliegerhorst Wunstorf wie viele in dieser Republik trotz der in der Vergangenheit dunklen Flecken, Weltweit humanitive Hilfe leistet.Ohne Fliegerhorst wäre Wunstorf nur ein Dorf, wie viele. Man soll die Vergangeheit nicht vergessen, aber immer wieder darauf rumreiten ist auch nicht sehr hilfreich. Der Standort Wunstorf ist mit seinen Soldaten/innen und den Zivilbeschäftigten ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftssfaktor. Wir müssen endlich mit der Nestbeschmutzung aufhören. Wir leben jetzt und heute. Viele humanitären, weltweite Hilfen wären ohne den Fliegerhorst nicht denkbar. Die Schandtaten von Guernica sind mittlerweile über 80 Jahre her, und von denen, dioe diesen Terror erlebt haben, sind die wenigsten noch unter uns. Das soll aber nicht heißen, dass diese Geschichte nicht gelehrt werden sollte.

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