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„Der Sprinti fällt nicht weg!“

02.03.2024 • Daniel Schneider • Aufrufe: 2211

Die Sprinti-Busse, der individuelle Ergänzungsbus auf App-Bestellung, wird vorerst bleiben. In diesem und im kommenden Jahr soll Sprinti auch in Wunstorf weiter rollen. Kritik richtet Regions-Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz an die Bundesregierung – und die Medien.

02.03.2024
Daniel Schneider
Aufrufe: 2211
Der Sprinti bei seiner Einführung auf dem Wunstorfer Marktplatz | Foto: Kohser

Wunstorf (ds). Die Überschrift dürfte ganz nach dem Geschmack von Ulf-Birger Franz sein, denn am Donnerstag hatte der Verkehrsdezernent der Region Hannover deutliche Medienkritik geübt. In seiner Antwort auf eine Publikumsfrage beim Verkehrswendepodium in der IGS hatte er Überschriften wie „Stirbt Sprinti?“ kritisiert, wenn gleichzeitig im Folgetext stehe, dass sich alle Regionsfraktionen für eine Verlängerung ausgesprochen hätten. Clickbaiting („Was bringen Klicks für die Medien?“) warf er den Zeitungen vor.

Das Deutschlandticket ist schuld

Andererseits ist auch diese Überschrift, selbst wenn sie ein direktes Zitat ist, wieder irreführend. Denn wie lange es Sprinti in seiner heutigen Form wirklich noch geben wird, das kann noch niemand mit Sicherheit sagen. Aber ein Wegfall in der kommenden Zeit ist unwahrscheinlich, denn die Regionsverwaltung werde noch vor der Sommerpause der Regionsversammlung die Verlängerung des Sprint-Angebotes vorschlagen, so Franz. Sprinti in der heutigen Form werde es damit „auf jeden Fall“ auch noch 2025 geben.

Franz bestätigte aber auch die unzureichende Förderung durch den Bund, und dass das System Sprinti teuer sei. Das fehlende Geld liege am Deutschlandticket, erklärte Franz. Das sei sehr teuer und führe dazu, dass für andere Projekte weniger Geld da sei. Man werde versuchen, den Wegfall der Bundes-Regionalisierungsmittel für den Sprinti mit anderen Fördermitteln abzufedern, etwa durch EU-Förderungen.

Ulf-Birger Franz (li.) auf dem Verkehrswendepodium | Foto: Daniel Schneider

Dennoch sei die Förderkulisse seitens des Bundes „völlig unzureichend“, ging die nächste Kritik in Richtung Bundesregierung. Sprinti wolle man aber auf jeden Fall behalten, das System sei in Europa einmalig.

Förderung futsch

Der Sprinti-Rufbus war erst vor gut zweieinhalb Monaten, im Dezember 2023, in Wunstorf gestartet. Ebenfalls erst im Dezember vom Verkehrsministerium mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet, wurde nun im Februar 2024 bekannt, dass die Bundes-Fördermittel bereits zum Jahresende auslaufen. Diese hatten im vergangenen Jahr bei 17 Millionen gelegen, die Region Hannover hatte nur knapp dreieinhalb Millionen gezahlt. Beim historischen Vorbild R-Bus wurde das System ein Jahrzehnt lang bezuschusst. Es war damals allerdings auch auf die Städte Wunstorf und Friedrichshafen beschränkt. Sprinti fährt außer in Wunstorf auch in Neustadt, Barsinghausen, Burgdorf, Burgwedel, Lehrte, Pattensen, Uetze, Sehnde, Springe, Wennigsen und der Wedemark.

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