
Wunstorf (red). Bis vor einiger Zeit waren sie noch völlig unbekannt in der Stadt, inzwischen gehören sie immer häufiger zum Stadtbild: Fahrradspuren und Fahrradübergänge in auffällig roter Farbe. Es ist eine relativ einfache Möglichkeit, mehr Aufmerksamkeit auf die Stellen zu lenken, bei denen besonders auf Radfahrer geachtet werden sollte.
Vor zwei Jahren wurde dies beispielsweise auch als Reaktion auf einen Unfallschwerpunkt im Bereich Düendorfer Weg realisiert, dort sind die straßenbegleitenden Radfahrerspuren an der B441 seitdem in Rot getaucht, wo sie zuvor normale Asphaltfarbe hatten.
Dieses Bild setzt sich seit dieser Woche nun auch auf der Kolenfelder Straße fort, und zwar durchgehend: An den Straßenübergängen wurden die Radspuren mit roter Farbe belegt, zusätzlich wurden auch die Spurmarkierungen in weiß neu und auffälliger angebracht als bisher.

Ebenfalls neu und zusätzlich aufgemalt sind die Fahrradpiktogramme, die dem übrigen Verkehr signalisieren, dass hier der Radverkehr rollt – und in welcher Richtung.
An der tatsächlichen Sichtbarkeit von Radfahrern ändern die Spuren allerdings nichts: So sind Radwegbenutzer etwa für Kraftfahrzeuge, die von der Kolenfelder Straße zum Beispiel in die Herzog-Wilhelm-Straße einbiegen wollen, oft nur schlecht und erst im letzten Moment wahrnehmbar – sie werden von parkenden Autos und den Büschen zwischen Fahrradweg und Straße verdeckt.

Das hat konzeptionelle Gründe und liegt an der Art, wie man Fahrradwege früher gebaut hat: Separiert vom übrigen Verkehr, getrennt von der eigentlichen Fahrbahn und oft auch noch mit Parkplätzen oder Grünanlagen dazwischen. Was Radfahrer durchaus auch heute noch schätzen, weil sie damit sozusagen eine ganz eigene „Fahrradbahn“ erhalten und kein motorisierter Verkehr direkt überholt oder seitlich vorbeifährt, hat aus Verkehrssicherheitssicht jedoch gravierende Nachteile – Radfahrer auf abgetrennten Wegen, die plötzlich und sogar mit Vorfahrt wieder auf die querenden Straßen führen, haben ein größeres Risiko, übersehen zu werden. Neue Radwege werden daher inzwischen normalerweise als Teil der normalen Straßen gebaut, in Form von Schutzstreifen oder eigenen abgetrennten Spuren auf der regulären Fahrbahn.
Die jetzige Umgestaltung resultiert aus dem Radverkehrskonzept der Stadt Wunstorf und gilt als Ad-hoc-Maßnahme. Die Begründung: Die Rotfärbung trage zur Steigerung der Aufmerksamkeit bei, Radfahrerinnen und Radfahrer würden damit von Fahrzeugen besser wahrgenommen.

Auch in Idensen wurde in diesen Tagen etwas für den Radverkehr getan. Wie zuvor in Mesmerode sind dort auf der Kreisstraße weiße Fahrradpiktogramme angebracht worden. Sie haben keine rechtliche Funktion nach der Straßenverkehrsordnung, sollen aber dort, wo Fahrradfahrer im normalen Verkehr ohne eigene Spuren unterwegs sind, den anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls signalisieren, dass hier Radfahrer unterwegs sind. Der Fahrradverkehr soll damit betont werden und „eine positive Wirkung auf das Verkehrsverhalten und das gegenseitige Miteinander der Verkehrsteilnehmer“ soll sich entfalten. Das „objektive und subjektive Sicherheitsgefühl“ der Radfahrer selbst soll ebenfalls gesteigert werden.
Hoffentlich halten sich Rad – und Rollerfahrende an die vorgegebene Fahrtrichtung. Ich bezweifle das sehr – wie gerade eben in der Einmündung Plantagenweg/ Kolenfelderstr. live erlebt. Na gut, die Rollerfahrende war ja auch zu zweit auf dem Gefährt.
Viele Autofahrer missachten aber, daß man die Schutzstreifen normalerweise nicht befahren darf. Nur in Ausnahmefällen darf dort gefahren werden!
Dafür sind die Straßen zu schmal
Mein Geld (durch unbotmässig hohe Steuern einkassiert) liegt quasi auf der Straße. Und unaufmerksame Kraftfahrzeugführer wird es weiterhin und trotzdem geben.
Leider wird der Bereich Des aufgemalten Radweges gegenüber von Kiosk Box nicht nachgezeichnet. Dort ist der Streifen so teilweise komplett abgefahren und das ist ein wichtiger Schulweg für die Kinder und dieser Teil ist noch mehr mit großen LKW befahren als die Kolenfelder Straße. Schade das hier nicht auch markiert wird, wahrscheinlich kein Unfallschwerpunkt.
Ich hoffe doch sehr, dass die hierfür verwendeten Gelder nicht von den Geldern abgezogen wurden, welche für die so überaus wichtigen Geldern für die Radwege in Peru verwendet werden soll.
Das aber diese Streifen und weißen Markierungen für Radfahrer, aber insbesondere Roller- und Motorradfahrer bei Regen sehr gefährlich sind (extreme (Weg)Rutschgefahr) juckt auch keinen…
Die neuen Markierungen sind gut. Man sollte jedoch zusätzlich, v.a. an der Kolenfelder Straße, den z.T. desolaten Zustand der Fahrradwege in Angriff nehmen. Dazu gehört auch eine Anpassung der Bordsteine. Diese sollten abgesenkt werden, damit man nicht jedes Mal fast aus dem Sattel fliegt, wenn man eine Furt überquert.
Hoffentlich Farbe ohne microplastik