
Wunstorf (ms/as). Bis zum letzten Platz war die Tribüne besetzt, und selbst auf den zusätzlich geschaffenen Plätzen war nichts frei. Der Grund: Gleich zwei Länderspiele standen am 19. Juli auf dem Plan – am Nachmittag die U17-Juniorinnen im Spiel gegen Dänemark, am Abend die männliche U19 gegen Portugal. Das Länderspiel-Doppel hat eine lange Vorgeschichte: Im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Handballbund (DHB) bei GIW Meerhandball, dem Zusammenschluss der Jugendteams aus Großenheidorn, Idensen und Wunstorf, nach dem Interesse an einem Länderspiel der Juniorinnen gefragt. So kam es im Oktober zum Spiel der U19-Juniorinnen gegen Ungarn in Wunstorf. „Das war ein Klasse-Event, die Resonanz in Wunstorf und in der gesamten Region war enorm, und auch das anschließende Fazit des DHB war äußerst positiv“, so erinnert sich Sven Gennburg vom GIW Meerhandball.
Auch nach dieser erfolgreichen Veranstaltung blieb der Kontakt zum DHB bestehen und auf beiden Seiten gab es viele Stimmen für die erneute Ausrichtung eines solchen Ereignisses. Am Rande notiert: Während des Doppelländerspieltages in Wunstorf sind die U19-Juniorinnen in Montenegro Europameister geworden. So war also der jetzige Europameister im vergangenen Jahr in Wunstorf zu Gast.
Im Frühling gab es bei den Organisatoren die ersten Vorgespräche. Die wirklich heiße Phase waren dann die letzten vier bis sechs Wochen vor dem Spieltag. Viele Helferinnen und Helfer waren nötig, um die Spiele vorzubereiten. Die Einsatzbereitschaft beim MTV Großenheidorn und bei der GIW beschreibt Gennburg als „fantastisch“: „Ohne dieses Engagement wäre die Durchführung eines solchen Events nicht möglich gewesen.“ Die Organisatoren hatten sich viel einfallen lassen: Unterstützung gab es zum Beispiel von den Recken, dem Handballteam der TSV Hannover-Burgdorf: Maskottchen „Hektor“ kam, um Stimmung ins Publikum zu bringen und die Mannschaften zu unterstützen. Vor der Halle waren eine Anlage zur Messung der Wurfgeschwindigkeit, eine Hüpfburg und eine Grillstation aufgebaut.
Dänemark begann mit einer Zeremonie: Für die dänische und die deutsche Mannschaft trug die Jugendmannschaft von GIW die Fahnen in die Halle, und die Hymnen der beiden Länder erklangen. Die Zuschauer erlebten anschließend ein Spiel, das von der ersten Minute an von der deutschen Mannschaft bestimmt wurde. Ununterbrochen wurde die U17-Nationalmannschaft mit Trommeln, Klatschen und Anfeuerungsrufen unterstützt. Unter den Zuschauern waren viele Mannschaften, ob weiblich oder männlich, aus der GIW-Meerhandball-Familie. Mehr als einmal gab es Würfe, Tricks und Kombinationen zu bestauen. Das Spiel war hart, aber fair und endete mit einem 30:26-Sieg der deutschen Mannschaft.

Am Abend mischte sich ein besonderer Gast unbemerkt unter die Zuschauer: Alfreð Gíslason, der Bundestrainer der männlichen Handballnationalmannschaft, war in der Halle. In der Pause fand er Zeit für Selfies und Autogramme. „Die Stimmung ist toll und mitreißend. Die Mannschaft hat sich gesteigert, sie sind sehr stark“, lobte er im Gespräch mit der Auepost die Leistung des deutschen Teams.
50 Minuten lang hatte das Team von Trainer Erik Wudtke und Delegationsleiter Martin Heuberger die Portugiesen fest im Griff. Dann jedoch entglitt dem deutschen Nachwuchs eine 7-Tore-Führung fast noch. Am Ende reichte es zu einem knappen 33:32-Erfolg über die spielstarken Gäste.
Das Echo auf den Doppelländerspieltag war unter den Zuschauern beeindruckend, und auch im Nachhinein stößt der Verein überall auf enorme Begeisterung. Die große Resonanz war eigentlich wegen der Ferien nicht zu erwarten und beschreibt den Stellenwert, den der Handball in der Region rund um Wunstorf hat. Bevor die nächsten Länderspiele geplant werden, geht es Anfang September erstmal in die reguläre neue Saison, in der sowohl im Jugendbereich als auch bei den Damen und Herren einige großartige Highlights auf das handballbegeisterte Publikum warten.
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